Wieder Tote in China bei Foxconn – die moderne Sklaverei fängt bei uns an

Erneut hat sich eine Angestellte des taiwanesischen Foxconn-Konzerns in China das Leben genommen. Die 25-jährige Frau (eine Ingenieurin) wurde von einem Aufseher rüde aufgefordert zu kündigen, woraufhin sie sich das Leben nahm.

In China arbeiten 1 Million Menschen für Foxconn, ein Unternehmen, welches für die Marken Apple, Amazon, Cisco, Dell, Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, Nintendo, Sony und andere produziert. Unsere Sony-Fernseher, die Dell-Notebook und sogar die extrem teuren Apple-Produkte – sie alle werden von Arbeitern in China und Indien unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert. Dieses Arbeitssystem gleicht einer globalen modernen Sklaverei, wenn man sich die Arbeitsbedingungen im Detail anschaut.

Man muss es sich einmal wirklich vorstellen: Eine 77 Stunden-Woche (11 Arbeitsstunden/Tag), Sprechverbot während der Arbeitszeit und Hungerlöhne, die gerade die Lebenserhaltungskosten decken.

Die deutschen Arbeitnehmer haben sich ihre Arbeitsrechte teuer und langwierig erkämpft. In China und Indien haben Gewerkschaften und Arbeitnehmer jedoch einen schweren Stand, sie werden sogar bei einem Streik direkt verhaftet. Dabei sind die Arbeitsbedingungen „mörderisch“ und erinnern an die Zeit der Industrialisierung in Europa.

Die internationalen Konzerne der demokratischen Industrieländer beuten die Bevölkerung der Schwellenländer China und Indien aus. Nur dank dieser Ausbeutung ist es überhaupt möglich, dass China zur Weltmacht aufgestiegen ist. Im Prinzip hat der Westen die Chinesen in diesen Stand erhoben, indem er die Menschenrechtsverletzungen einfach hingenommen hat.

Mit jedem in China gefertigten Produkt unterstützen wir diesen System direkt. Doch wir haben ja auch keine andere wahl, wer weiß schon, wo unser neues Auto, unser neuer Fernseher, Fahrrad, Telefon, Computer, Pullover, Hose, Schuhe, usw. hergestellt wird. Den Firmen in Deutschland beispielsweise, wird es extrem leicht gemacht die Herkunft von Produkten zu verschleiern, es ist uns nicht möglich bewusst zu entscheiden, welche Produkte wir mit gutem Gewissen kaufen können. Wo kann man schon als einfacher Bürger einen Fairtrade-Fernseher, -Auto, -Pullover, usw. kaufen?

Bei Lebensmitteln und kleinen Alltagsgegenständen mag es vielleicht noch einzelne Kaufmöglichkeiten geben, doch auch nur für Leute, die es sich leisten können. Denn genau hier liegt das Dilemma, wenn wir erkennen könnten, was die Dinge in ihrer Fairtrade-Produktion wirklich kosten, würden wir feststellen, dass der Wertverlust durch den Rückgang des Nettoverdienstes in Deutschland in den den letzten 20 Jahren eine Reduzierung der Kaufkraft von mehr als 25% bei der gutbürgerlichen Mittelschicht nach sich zog.

Wir würden feststellen, dass es die breite Mittelschicht schon lange nicht mehr gibt, sie ist zu einem kleinen Häufchen verkommen, der Rest ist bereits Unterschicht. Die meisten der jetzigen Mittelschicht könnten sich die notwendigen Produkte des Alltags überhaupt nicht mehr leisten. Ein Aufstand wäre die Folge, welcher weitreichende Auswirkungen hätte.

Im Prinzip sichern China und Indien mit ihren Billigprodukten gerade unseren vermeintlichen Wohlstand. Wir merken nicht, dass wir in der breiten Masse schon längst mit einem Durchschnittsgehalt kein Fairtrade-Leben führen können. Was wäre aber, wenn die Handelsbeziehungen zwischen China bzw. Indien und Deutschland oder dem Westen allgemein durch einen Krieg/Handelskrieg wegbrechen?

Genau, die Waren müssten wieder hier produziert werden, wir Inflationen von mehr als 100%. Die Mittelschicht würde erkennen, dass sie jahrelang selbst ausgebeutet wurde.

Doch soweit wird es nie kommen, denn sowohl der Westen als auch China wissen genau, dass sie gar nicht anders können, als miteinander Handel zu treiben. Aus diesem Grund wird es weiterhin die Ausbeutung geben, es sei denn, die chinesischen Massen würden sich erheben, wie sie es schon einmal getan haben. Allerdings ist auch dies nicht anzunehmen, denn China hat sein Volk mit einem übersteigerten Nationalismus fest im Griff.

Quelle: golem.de

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