Der normale Arbeiter oder Angestellte gehört genauso dazu wie der Akademiker, sie alle bilden die Mittelschicht unserer Gesellschaft. Seit Jahren bröckelt sie langsam dahin, doch durch die aktuelle Wirtschaftskrise und deren Folgen wird es hierzulande eine enorme Ausdünnung geben.

Sie sind die eigentlichen Leistungsträger unserer Gesellschaft, die arbeitende Mittelschicht. Sie müssen ausbaden, was miese Politik und Unternehmensleitung in den letzten Jahrzehnten diesem Land angetan haben.

Nie zuvor nach dem zweiten Weltkrieg war es so einfach  von einem durchschnittlich bezahlten Bundesbürger zu einem Hartz 4-Empfänger zu werden. Nie zuvor waren Kinder so ein großes Armutsrisiko wie heute. Nie zuvor musste ein Generation von jungen Arbeitnehmern ein Rentensystem bezahlen, von dem sie selbst kaum etwas haben wird.

Die Probleme sind gewaltig, dank Inkompetenz, Lobbyismus und in der Folge getroffenen falschen politischen Entscheidungen.

Die Leiharbeit ersetzt zunehmend den ersten Arbeitsmarkt, kaum jemand bekommt noch unbefristete Arbeitsverträge. Trotzdem sprechen Politiker weiterhin von notwendigen neuen Steuern, neuen Belastungen, neuen Kürzungen im Sozialsystem. Wenigstens der Deutschen Bank und Goldman-Sachs geht es gut, sie verdienen mit Staatsanleihen neue Rekordgewinne. Ihre Mitarbeiter bilden die neue Elite, mit durchschnittlichen unvorstellbaren Jahreseinkommen zwischen 100.000 und 500.000 Euro, obwohl sie die Krise mit verursacht haben. Unglaublich aber wahr!

Sicherlich, einige Mittelschichtler in Banker-Jobs steigen auf und gelangen in den Olymp der tollen Einkommen, doch die überwiegende Mehrheit fällt momentan links und rechts vom Mittelschicht-Teller herunter. Viele ältere Arbeitnehmer werden in diesem Jahr ihren Job durch betriebsbedingte Kündigungen verlieren, sie wird es am härtesten Treffen. Keine Aussicht auf einen neuen Job und nach 12 Monaten Arbeitslosengeld 1 die Endstation Arbeitslosengeld 2 (Hartz 4).

Die Wirtschaftskrise erreicht den Arbeitsmarkt! Nicht erst die letzten Arbeitslosenzahlen zeigen die steigende Arbeitslosigkeit, auch das Auslaufen des Kurzarbeitergeldesin den kommenden Wochen malt ein düsteres Bild. Bereits jetzt sind die örtlichen ARGEn und Arbeitsämter komplett überlastet und müssen zudem noch mit einer System- und Softwareumstellung kämpfen.

Sonst hieß es immer, wenn du einen Job im öffentlichen Dienst hast, dann bist du auf der sicheren Seite. Dieser Sachverhalt existiert schon lange nicht mehr, außer vielleicht bei den Altgedienten. Die neuen Mitarbeiter der ARGEn werden regelrecht verheizt, schlimmer geht es selbst in den meisten Unternehmen nicht zu. Viele neue Mitarbeiter gehen gerade jetzt lieber wieder vor den Tisch der Arbeitsvermittlung als dahinter.

Hierfür sind zwei Aspekte verantwortlich:

Zum einen hat die Arbeitsagentur vor einiger Zeit ein neues System eingeführt, welches für jeden Mitarbeiter eine Herausforderung darstellt und fast den dreifachen Arbeitsaufwand pro Kunden bedeutet. Zudem will die Arbeitsagentur, dass jeder Kunde mindestens 1 Mal im Monat bei der ARGE oder Arbeitsagentur vorstellig wird. Ziel dieser Maßnahme ist den Druck auf viele Faulenzer und Sozialbetrüger zu erhöhen, die es bekanntlich in großer Anzahl gibt. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass viele Hartz 4-Empfänger nebenbei als Schwarzarbeiter in der Gastronomie, als Autohändler oder Putzkraft tätig sind undeigentlich gar nicht raus wollen aus der Hartz 4-Leistung.

Allerdings kommt hier aktuell der angekündigte zweite Aspekt zu tragen. Die Wirtschaftskrise erreicht den Arbeitsmarkt und wird nach dem Auslaufen des Kurzarbeitergeldes (nach der Bundestagswahl) den deutschen Mittelstand in die Pleite treiben. Die Arbeitsagentur rechnet intern bereits mit einem Desaster und apokalyptischen Arbeitslosenzahlen. Dieser Trend hat bereits eingesetzt, wie auch die aktuellen Arbeitmarktzahlen zeigen. Vor allem die zu erwartende Jugendarbeitslosigkeit in Regionen wie Ostwestfalen aber auch Ballungsgebieten wird dramatisch ausfallen. Die ARGEn und Arbeitsagenturen können nur verwalten, denn es gibt keine Stellen zu besetzen.

Wohl kaum ein anderer Name steht für die Weltwirtschaftskrise, wohl kaum ein anderer Betrüger hat Anlager je um soviel Geld gebracht, wohl kaum ein anderer Betrüger wurde je so extrem dafür bestraft, wie Bernard Madoff. Allerdings ist er bur der Sündenbock für eine geldgierige Gesellschaft.

Als gestern Bernard Madoff zu der unglaublichen Freiheitsstrafe von 150 Jahren für ein Betrugsdelikt verurteilt worden ist, da konnte man kurzzeitig die Stützen und Pfleiler des amerikanischen Rechtssystems knacken hören. Nebenbei bemerkt, der Mann ist 71 jahre alt.

Madoff ist ein Betrüger, ohne Zweifel, es gibt tausende von Madoffs die bereits in amerikanischen Gefängnissen sitzen, genauso wie in Deutschland auch. Zum Vergleich, Charles Manson, der bestialische Mörder und Inbegriff für das Böse in den USA, hat nur lebenslänglich bekommen und schreibt schon seit Jahren fleißig Bewährungsgesuche. Aber bei Geld verstehen die Amis keinen Spaß.

1341 Opfer hat Madoff betrogen und viele waren gestern vor ort beim Gericht und haben Herrn Madoff ihre Wut entgegen geschriehen. Anwesend waren nicht die Millionäre, die Madoff ihr Geld gegeben haben, denn die haben ihren Verlust schon steuerlich abgeschrieben und sind um eine Erfahrung reicher! Wer bei Madoff einsteigen wollte, der musste MINDESTENS 500.000 Dollar mitbringen und einen Fürsprecher aufweisen. Eine verschworene Gemeinde also, und genau das macht die Anleger ja so wütend. Sie dachten er wäre einer von ihnen, ein geldgieriger Banker – nun geldgierig war er auch …

Niemand von uns kann wirklich Mitleid mit den Opfern haben, sie haben. Die Menschen, die ihre Wut hinausschreien waren mehr als dumm und haben es im Prinzip sogar verdient auf die Schnauze zu fallen. Da ist zum Beispiel die Rentnerin die jetzt im Müll nach Essensresten sucht, oder die jüdische Buchhalterin die von einem Glaubensbruder soetwas nicht erwartet hätte oder der pensionierte Strafvollzugsbeamte der jetzt sein Haus verkaufen muss. Sie alle waren gierig und haben sich für das Investment bei Madoff sogar verschuldet! Das muss man sich einmal vorstellen – die Madoff-Anleger haben sich bei den Banken billiges Geld geliehen, weil die FED den Markt mit billigem Geld geflutet hat und haben dieses dann Herrn Madoff anvertraut. Im Prinzip haben die meisten Anleger selbst die Bank gespielt. Das ist der amerikanische Investment-Traum, leihe dir Geld und verleihe es weiter und siehe da, du zahlst den Kredit ab und kriegst noch eine fette Rendite. Unvorstellbar aber wahr!

Die Tatsache, dass Menschen einem anderen Menschen soviel Geld anvertrauen, ohne irgendeine Sicherheit ist entweder absolut dumm oder fußt auf einem unvorstellbaren Vertrauen, welches allerdings viele Menschen noch nicht einmal ihrer Familie entgegen bringen.

Das besonders lustige an diesem Sachverhalt ist jedoch, ohne die Wirtschaftskrise wäre der Betrug von Herrn Madoff nicht aufgeflogen und er könnte noch heute den Schneeball rollen lassen. Jedenfalls haben wir ihm auch eine neue Wortschöpfung zu verdanken, ab sofort gibt es “Megabetrüger”!