medizin-numerus-klausus

Hochschulen galten in Deutschland als reformbedürftig, daher hat man mit dem Bologna-Prozess das deutsche Studium komplett gewandelt und produziert aktuell hauptsächlich Fachidioten, die nie gelernt haben interdisziplinär zu denken, sondern direkt, schnell und erfolgorientiert zu studieren.

Deutschland braucht Eliteunis, schallte es durch die Republik und prompt wurden künstlich geschaffene Eliteinseln für den deutschen Adel und Geldadel ins Leben gerufen. Den genauso wie mit dem Gymnasium, wollen sich die elitären Bürger dieses Landes von den anderen absetzen.

Das dieses Elitedenken überhaupt einen volkswirtschaftlichen Nutzen hat, ist weder erwiesen noch hat es sich bisher im Ergebnis offenbart. Zumindest grenzt man sich jedoch jetzt wieder ab und zementiert die Undurchlässigkeit.

Den Universitäten ist ihr volkswirtschaftliches Ergebnis übrigens egal, sie denken eher betriebswirtschaftlich und in der kleinen Hochschulwelt. Wenn der Name ihrer Uni international bekannt ist und die Fördergelder auf Landesebene fließen, dann sind die Hochschulrektoren glücklich. Da ist es doch egal, ob die Studenten nachher im Ausland arbeiten und die ca. 60.000 EUR/pro Student der Steuerzahler berappen muss, obwohl er eigentlich von der Ausbildung nichts hat.

Es gibt de facto keine Regelung, die deutsche Hochschulabsolventen dazu verpflichtet die Studiengebühren zurückzuzahlen, wenn sie ins Ausland gehen. Nehmen wir zum Beispiel den ausgebildeten Mediziner, der unsere Uni verlässt und anschließend in Norwegen als Arzt arbeitet. Das Meizinstudium ist der teuerste deutsche Studiengang und kostet den Steuerzahler pro Absolvent ca. 140.000 EUR! Eine wahnsinnige Summe!

Dadurch, dass dieser Mediziner noch nicht einmal das Bewusstsein dafür hat, dem Steuerzahler seine Ausbildung zu verdanken, sieht er die Zukunft egoistisch und geht nach Norwegen, um dort die gutbetuchten Menschen zu behandeln. Wäre er nach Afrika gegangen, so könnte man dies volkswirtschaftlich wenigstens noch als Entwicklungshilfe verbuchen.

Jedenfalls bleibt der deutsche Staat auf den 140.000 EUR Kosten für diesen gutausgebildeten Mediziner sitzen. Dieser lebt mit seiner Familie in Norwegen und denkt überhaupt nicht daran zurückzukommen. Wieso auch? Er verdient Unsummen und ihm geht es gut.

Mittlerweile gehen tausende von Medizinern ins Ausland und der volkswirtschaftliche Schaden für die Bundesrepublik geht in die Milliarden Euro.

professoren-bestechung

Der deutsche Doktortitel ist käuflich – das war der Skandal und ist noch gar nicht lange her. Er offenbarte, dass es in der akademischen Elite in Deutschland nur noch um Eigennutz und illegale Geschäfte geht. Doch jetzt hat ein Gericht entschieden, dass die illegalen Doktoren noch nicht einmal ihren Titel abgeben müssen. Die akademischen Grade verkommen zu Schall und Rauch.

Gegen Geldsummen und sogar gegen Sex haben ca. 100 Professoren nachweislich ihre Integrität verkauft – bundesweit! Die deutsche Uni ist ein Hort der Korruption, die Lehre steht schon seit Jahren in der Kritik, doch jetzt wird deutlich, dass sich die intellektuelle Elite in Deutschland auf Kosten des Staates bereichert, obwohl sie bereits die höchsten Gehälter bezieht, die der Beamtenapparat hergibt.

Die Dunkelziffer der käuflichen akademischen Grade sprengt vermutlich den Rahmen unserer Vorstellungskraft. Die Diskussion über unsere aktuellen schlechten vermeintlichen Eliten ist schon seit Jahren im Gange, nicht erst die Finanzkrise offenbart das Problem, nicht erst der moralisch verwerfliche Gang eines Gerhard Schröders zu Gazprom, sondern schon lange vorher zeigt sich der Verfall.

Die Eliten in Deutschland haben kein Problem, aber Deutschland hat ein Problem mit seinen Eliten. Wie die Marden im Speck führen sie sich teilweise auf, quer durch alle Disziplinen. Politik, Beamte, Banker, Manager, Ärzte, Apotheker, die Liste scheint nicht mehr aufzuhören. Selbst die Nachwuchsliteraten werden mittlerweile des Plagiats überführt.

Was ist bloß los im Land? Was ist passiert, dass die Eliten versagen? Liegt es an den vermeintlichen Elite-Schulen im In- und Ausland? Genießt die Elite keine moralische Erziehung mehr? Oder ist es gar so, dass die Elite schon immer so schlecht war, nur jetzt offenbart sich erst ihr wahrer Charakter?

Es gibt keine Studie, die diesem Phänomen aktuell nahe kommt, doch es offenbart sich seit Jahren ein moralischer Verfall der gesamten Wertegemeinschaft, bedingt durch exessiven Individualismus, Gier, übersteigertem Geltungsdrang und Machtbessenheit. Freilich ein gesamtgesellschaftliches Problem, nur offenbaren sich die größten Defizite in der Elite, denn hier gibt es die meisten Möglichkeiten und die Auswirkungen sind fatal.

Zurück zum Beispiel der Professoren-Bestecher, die Verantwortlichen werden verurteilt, nur die falschen Doktoren müssen ihren Titel nicht abgeben, weil ihnen nicht nachzuweisen ist, dass sie mit ihrer Zahlung jemanden bestechen wollten. Ein Witz!

Die Konsequenz aus diesem Skandal ist weitreichend – akademische Grade verfallen in der Wertung wie griechische und spanische Zertifikate – von AAA zu Ramschpapieren.

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass ausländische Geheimdienste immer öfter gezielt Studenten an deutsche Hochschulen schicken und diesen den Auftrag zur Betriebsspionage erteilen. Nicht selten sind die die Reputationen manipuliert oder es werden kurzerhand wirklich begabte Studenten rekrutiert, welche mit finanziellen Anreizen gelockt werden.

Ganz besonders ist hier China zu nennen, aber auch der Iran, wo beispielsweise in Fächern wie Informatik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder anderen Ingenieurwissenschaften ganze Forschungsprojekte ausspioniert und komplett dokumentiert ins Reich der Mitte geschickt werden.

Das es sich hier um massive verwerfliche kriminelle Energie handelt ist unbestritten, aber vor allem die Unis tun sich schwer mit Sicherheitsrichtlinien gegen diese Art von Spionage. In den Unis ist der Freigeist beheimatet und die Lehre steht allen offen. Abgekopelte Datenspeicher und massive Sicherheitsvorkehrungen mit Schleusen von Berechtigungen behindern nicht nur die Lehre, sondern auch den täglichen Betrieb.

Besonders schlimm ist hierdurch jedoch das Verhältnis der Studenten untereinander betroffen. Die Vertrauensbasis der internationalen Studenten gegenüber den Chinesen oder Iranern an den Unis, steht mittlerweile auf sehr instabilen Füßen. Die chinesischen Studenten lebten an den deutschen Unis schon immer sehr zurückgezogen und isoliert, sie leben dort meistens nicht in der internationalen Gemeinschaft sondern in chinesischen Kommunen, die zusammen kochen, feiern und lernen. Ein internationaler Austausch findet oftmals noch nicht einmal im Seminarraum oder Hörsaal statt.

Als Beispiel sei hier die Uni Paderborn genannt, welche etliche hundert chinesische Austauschstudenten aus der Partnerschaft mit der chinesischen Uni Qingdao, beherbergt. Besonders die forschungsintensiven Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik sind hier von den Studenten aus Nahost belegt und Sicherheitsvorkehrungen gibt es an der Uni fast kaum. Die Sicherheitsvorkehrung richtet sich vor allem gegen den örtlichen Diebstall von Hardware wie Computern und Beamern aus Seminarräumen, gegen Spionage scheint die Uni fast blind.

Besonders sensibel, war beispielhaft die Entwicklung eines alternativen Schienenantriebs zum Transrapid. Wo die Chinesen bereits den Transparid auseinander genommen und kopiert haben wurden hier Chinesen direkt mit in das Entwicklungsteam genommen.

Wer hats erfunden? fragen die Schweizer. Jedenfalls nicht die Chinesen, wissen die meisten. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die Spionage ist riesig. Die Bundesregierung setzt allein auf Bildung und Fortschritt für eine wirtschaftliche Zukunft, doch was ist, wenn der Fortschritt geklaut wird. Die Zeche für diese Naivität zahlt der Steuerzahler und indirekt wird damit die Arbeitssklaverei in China unterstützt.

Wie lange will die Politik diesem Treiben noch zusehen?

Selbst wenn ein Spion auf frischer Tat ertappt wird, kommt er meistens mit einer kleinen Geldstrafe davon und muss daher noch nicht einmal die deutsche Strafverfolgung fürchten.

Quelle: focus.de

(Wahlplakat an der Uni Paderborn im Semester 07/08)

china-uni-spionage

medizin-numerus-klausus

Die Herren und Damen in den weißen Kitteln werden gerne als Halbgötter hingestellt und teilweise benehmen sie sich sogar so, doch Wunder verbringen die meisten nur auf ihrem Bankkonto. Die Tatsache, dass sich Kritik an der Abschaffung des Numerus Klausus äußert und sich sogar der Gesundheitsminister dazu äußern muss, ist schon verwunderlich.

Der Sinn des Numerus Klausus war und ist in seinem Ursprung die Lenkung des Staates, Landes und der Hochschule in die akademischen Berufe. Ist ein Beruf überlaufen wird kurzerhand ein Numerus Klausus eingeführt, welcher die Hürde zum Studium so hoch legt, dass sich nur noch die passende Zahl der Bewerber überhaupt versucht sich zu immatrikulieren. Das ist bei allen Berufen so, auch in der Medizin.

Der Numerus Klausus ist kein Garant für gute Absolventen, eher das Gegenteil. Wer ein gutes Abi hat kann durchaus ein schlechter Mediziner sein.

Wenn der Numerus Klausus für Medizin abgeschafft oder gesenkt wird, so ist das ein normaler Vorgang, wie er seit Jahrzehnten an unseren Hochschulen prakitiziert wird. Die Tatsache, dass die Abschaffung für einen Fachbereich jedoch öffentlich diskutiert wird ist ein Novum und verdeutlicht, dass etwas nicht stimmt mit der Medizin.

Wer krank ist setzt seine Hoffnungen auf die Medizin, doch wer mal wirklich krank ist, weiß auch, dass gute Mediziner rar sind und die Mehrzahl der Ärzteschaft eigentlich nur gutverdienende Rezeptschreiber beinhaltet. Nicht selten kommt ein Patient mit einer falschen Diagnose aus dem Sprechzimmer, nicht selten wird sogar durch den Arztbesuch alles noch viel schlimmer. Besonders die Fachärzte, wie zum Beispiel Orthopäden, nehmen sich teilweise nicht mal mehr 2 Minuten an Zeit für einen Patienten.

Doch hier soll nicht die Kritik an den Ärzten fokussiert werden, denn der Fehler liegt im System begraben und wenn einmal der Spaten in die Hand genommen wird, um das Problem auszugraben, schütten von der anderen Seite bestimmte Interessensgruppen das Loch wieder zu, weil sich noch immer sehr viel Geld mit dem jetzigen System verdienen lässt.

Die Medizin in Deutschland braucht einen Wandel – weg von der Symptom-Therapie und hin zur Ursachenbekämpfung. Hier liegt das eigentliche Problem unserer Zeit und unserer heutigen Medizin. Wir würden auch mit wesentlich weniger Ärzten auskommen, trotz demografischen Wandels, wenn unsere Medizin und somit auch die Ärzte besser wären.

Herr Rösler sieht sich gerade konfrontiert mit den Interessen der einflussreichen Lobbygruppen, als junger Neuling ist er nicht über Jahre weg von den Lobbyisten sturmreif gelabbert worden, doch versuchen diese gerade in Rekordzeit und mit Millionensummen das Defizit aufzuholen. So ist auch die Debatte um den Numerus Klausus für das Studium der Medizin eher durch den Wahlkampf in NRW und die Gesundheitsreform beeinflusst als wirklich begründet. Selbst der Wegfall des NC wird schon als Angriff auf das Gesundheitssystem gewertet – was für kranke Lobbyisten.

Quelle: spiegel.de

Die Bundesregierung will immer mehr Heranwachsende zum Studium bewegen, wenn auch mit zweifelhaften Mitteln wie Studiengebühren und Bologna-Prozess. Die eigentliche Revolution innerhalb des Studiums findet nicht in den Hörsäalen statt, sondern erst beim Eintritt in die Arbeitswelt von Wirtschaft und Wissenschaft. In einer geistlosen Welt braucht niemand Geisteswissenschaftler!

Die Seminare sind voll, die Fächer mit einem NC belegt und die Wartelisten sind lang – so kennen wir es seit Jahrzehnten bei den Geisteswissenschaftlern, so ist es auch noch heute. Es gibt nur ein Problem dabei! Die Geisteswissenschaften haben sich zu einer brotlosen Kunst entwickelt. Zugegeben, wer Geschichte oder Archäologie studierte, der wusste schon immer, dass er vom Arbeitsmarkt nicht viel zu erwarten hatte, es sei denn er hatte Kontakte und einen guten Mentor. Gleiches gilt für die Medienwissenschaftler, mit dem Boom der Neuen Medien wurde ihnen eine glänzende Zukunft versprochen – heute schlagen sie sich nach dem Studium von Praktikum zu Praktikum oder arbeiten irgendwo  als Hilfskräfte.

Wer heute Arbeit und gutes Geld verdienen will, der muss Chemie, Physik, Maschinenbau, Jura, Medizin oder Informatik studieren. Hier gibt es allerdings ein Problem, diese Bereiche sind mittlerweile unterbesetzt und müssen Studenten locken, beispielsweise mit kostenlosen Laptops für Studienanfänger, wie bei der Uni Paderborn. Die Fachbereiche sind mittlerweile als Nerd-Wissenschaften verschrien und die meisten nehmen lieber in Kauf keinen Job zu finden, als ihr Leben der Mechanik, dem Periodensystem oder menschlichen Anatomie zu widmen.

Natürlich können die Arbeitsberater und Studienberater auf diese Problematik hinweisen, natürlich können Landesregierungen und Unis gegensteuern und Studienplätze reduzieren, letzlich zeigt dieser Sachverhalt allerdings das eigentliche Problem hinter einem Arbeitsmarkt aus Angebot und Nachfrage: Der Job ist keine Erfüllung, sondern dient der Gesellschaft und den Unternehmen.

Jeder kann nach wie vor studieren was er möchte, wenn er qualifiziert ist. Geht es aber um den Job und das Geldverdienen, dann ist Schluß mit der freien Berufswahl. Wer auf das falsche Pferd setzt oder sich berufen fühlt, fällt hart in der Wirklichkeit der Arbeitswelt, ohne Vetternwirtschaft bzw. Networking läuft hier kaum noch was.

“Freie Berufswahl” hört sich toll an, “freie Jobwahl” noch toller – wird aber Utopie bleiben.

Quelle: zeit.de

Nächste Seite »