stress-im-job

Es gibt hektische Zeiten und es gibt Ruhezeiten im Job, aber in immer mehr Unternehmen und Berufen gibt es keine Arbeitsphasen mehr in denen zum Beispiel der Schreibtisch aufgeräumt werden kann oder einfach nur mal der Small Talk mit Kollegen erfolgt. Die langfristigen Auswirkungen durch den Wegfall der Ruhephasen sind weitreichend und verhängnisvoll – nicht nur für den Arbeitnehmer.

9 to 5 scheint fast schon in vielen Kollegenverhältnissen ein Unwort geworden zu sein und Workaholic fast schon erstrebenswert oder die Voraussetzung für den Job. Was sonst von Führungskräften verlangt wurde wird in immer stärkerem Maße auch von den einfachen Angestellten verlangt, ein Leben jenseits von work-life-balance, nur für das Unternehmen unter Dauerfeuer und Stress.

Wer heute einen Arbeitsvertrag unterschreibt, sollte immer genau prüfen was er da unterzeichnet. Fallen wie “Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten” lauern mittlerweile überall. Nicht selten verlangen Führungskräfte von ihren Mitarbeitern 120% Arbeitsleistung, ohne jegliche Rücksicht auf Konsequenzen.

Seit Jahrzehnten ist der Arbeitsmarkt in Deutschland angespannt und Besserung ist nicht in Sicht, eher das Gegenteil. Seit der Zeit von Helmut Kohl geht das deutsche Schiff langsam aber stetig unter. Hartz 4 als Instrument der Reaktivierung hat funktioniert, drehtt jedoch an diesem Punkt noch zusätzlich die Burn-Out-Schraube.

Die Lösung des Arbeitsmarktproblems  muss im Ganzen gesucht und gesehen werden, vor allen Dingen muss endlich eine Aufarbeitung der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik seit den 70er Jahren erfolgen. Die Tatsache, dass Deutschland seit dieser Zeit fast “wie ein Amerikaner” lebt, der nur durch seine Vielzahl an Kreditkarten sein Leben finanziert, läuft auf einen Staatskollaps hinaus. Die Frage ist nur noch wann.

Dieser Sachverhalt wird die Situation am Arbeitsmarkt noch entschieden verschärfen. Die sinkende Anzahl von Krankmeldungen in einem Jahr mit zusätzlicher sogenannter Pandemie stellt die Tragweite der Folgen gut dar. Niemand kann sich mehr erlauben wegen einer Krankheit daheim zu bleiben, selbst mit bellendem Husten oder Grippe schleppen sich die Mitarbeiter zum Arbeitsplatz, weil sie den Jobverlust einkalkulieren. Nicht selten führt eine solche Aufopferung zum vorzeitigen Burn-out mit schlimmen Konsequenzen für den Mitarbeiter.

Dieser zunehmende Leistungsdruck, der bereits bei den weiterführenden Schulen und auch Grundschulen ansetzt ist mit verantwortlich für eine zunehmende Steigerung von Gewaltdelikten in Gesellschaft und Familie. Nicht selten wird Förderung, auch beim Sport eines Kindes, mit Leistungsdruck verwechselt. Die vierjährigen chinesischen Bodenturnenwunder, welche einem zerstörerischen Leistungsdruck unterliegen, dienen hier als Vorbild.

Doch es gibt auch Lichtblicke in bewussten Gegenbewegungen, allerdings eher in Familienunternehmen und im kleinen Rahmen, die Masse bleibt davon ausgeschlossen.

Es gibt wohl keinen Bundesbürger der sie liebt, außer vielleicht diejenigen, die von ihnen wirtschaftlich profitieren – Güterwaggons! Sie kommen meistens in der Nacht und sie donnern mit einer Lautstärke durch unsere Städte und Landschaften, dass viele Menschen auch nach 20 Jahren eines Lebens an den Bahnschienen sich noch nicht daran gewöhnt haben.

Tagtäglich donnern hunderte Transporte mit tausenden von Güterwaggons durch das Land, teilweise erreichen sie Längen von mehreren tausend Metern. Sie transportieren Güter quer durch ganz Europa mit Werten in Millionenhöhe und sind für die Wirtschaft und Industrie nicht zu ersetzen.

Eigentlich ist es schon sehr erstaunlich, dass sich niemand über die Güterzüge auf den deutschen Schienen aufregt. Während die Personenzüge wie ICE, IC oder IR mittlerweile kaum noch Lärmemissionen verursachen, erscheinen die Güterwaggons als dass große Leiden der ganzen Nation.

In den aktuellen Zeit nimmt die Zahl der Güterwaggons in einem Transport ab, die Wirtschaftskrise sorgt für einen Rückgang im Güterverkehr. Es ist jedoch nicht zu bezweifeln, dass angesichts steigender Energiepreise und einem zunehmenden Verkehrsaufkommen die Güterwaggons einen neuen Boom erleben werden.

Diese Chance sollte die Bahn nutzen und ihre Konzepte für den Güterwaggon überdenken. Ist es wirklich noch zeitgemäß, wenn sich Menschen in 100 m Entfernung nicht mehr verständigen können, wenn ein Güterzug vorbeifährt? Ich denke nein.

Was für die Personenzüge gilt, sollte auch für den Güterwaggon eingeführt werden. Es ist nicht notwendig, dass Güterwaggons die Lautstärke oberhalb von 100 dB erreichen. Der Aufwand einen Güterzug leiser zu bauen ist akzeptabel, bezahlbar und schon längst überfällig. Hierzu müssen nur die Achsen gedämmt und besser gefedert werden.

Die Tatsache, dass die deutsche Bahn aktuell massive Probleme mit den Achsen der Güterzüge hat ist die perfekte Gelegenheit das Problem gleich mit zu beheben. Allerdings glaube ich nicht, dass die Bahn dies freiwillig machen wird, hier muss der Gesetzgeber eingreifen und eine einheitliche Norm für die Lärm-Emission festlegen. Das Thema ist nicht neu, die Bahn fordert hierfür allerdings Geld vom Staat.

Lärm macht krank, das ist Fakt! Ab einem Bereich von 90 dB treten massive Probleme mit dem Gehör auf. Langfristig ist aber nicht nur das Gehör betroffen, Lärm stresst den Körper permanent, vor allem der Verkehrlärm durch Flugzeuge, Schienen- und Straßenverkehr. Autos sind in den letzten Jahren deutliche leiser geworden, Flugzeuge bekommen Nachtflugverbot – aber was ist mit den Güterzügen?

Quelle: tagesschau.de

Alle Jahre wieder kommen nach dem Christus Kind vor allem die Guten Vorsätze fürs neue Jahr. Wie siehts aus in Deutschland? Wer nimmt sich was vor und wer hält es auch ein? Das Forsa Institut hat im Auftrag der DAK eine Umfrage durchgeführt. Ergebnis: Auf Platz Nummer 1 der guten Vorsätze für 2009 stehen mit 61 % bei fast allen Bundesbürgern „Stress reduzieren“, an zweiter Stelle „mehr Zeit mit der Familie/Freunden verbringen“. Mehr als die Hälfte nimmt sich vor, sich mehr zu bewegen oder Sport zu treiben und sich mehr Zeit für sich selbst zu nehmen (Frauen 57 %/ Männer 49 %). Knapp die Hälfte möchte sich gesünder ernähren. Jeweils gut ein Drittel hat den Vorsatz, sparsamer zu sein und abzunehmen, das eigene Gewicht zu reduzieren. Einige nehmen sich für das kommende Jahr vor, weniger Alkohol zu trinken, das Rauchen aufzugeben oder weniger fernzusehen.

Auffällig in diesem Jahr: Vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren möchten mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen (70 Prozent) und Stress vermeiden oder abbauen (64 Prozent). Besonders gestresst sind die Niedersachsen (69 %), lernen könnten sie von Mecklenburg Vorpommern, Sachsen Anhalt und Thüringen, wo mit dem niedrigsten Werten nur 57 % mehr auf Entspannung achten wollen. Allerdings scheint gerade in Sachsen Anhalt der Wunsch nach mehr Aktion da zu sein: 63 % wollen sich mehr bewegen und Sport treiben – gleichzeitig soll auch die Ernährung umgestellt werden. Daran liegt’s also. Wenn das so passiert, finden sich die Sachsen Anhälter nächstes Jahr sicher unter den Spitzengestressten wieder..
Auch die Finanzkrise schlägt sich in den guten Vorsätzen nieder. So nimmt sich knapp jeder zweite (48 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen und 42 Prozent der 30- bis 44-Jährigen vor, künftig sparsamer zu sein.

Und das ist wahrscheinlich: Glaubt man den Zahlen, hat jeder Zweite der 3000 Befragten seine Vorsätze des letzten Jahres mindestens einige Monate lang verfolgt. Besonders willensstark: Mecklenburg Vorpommern (66 %) und Hamburg (64 %)

Die beste Strategie zur Umsetzung der Vorsätze ist die 72-Stunden-Regel und schnell erklärt:
Beginnen Sie alles Neue, was Sie sich vornehmen, innerhalb von 72 Stunden. Wieder mehr Sport treiben? Dann melden Sie sich im Studio an. Morgen. Werden Ihre Aktivitäten nicht innerhalb von drei Tagen umgesetzt, wird daraus mit großer Wahrscheinlichkeit ein „Ich müsste mal wieder“- Vorsatz und taucht genauso, doch dann grau, angestaubt und gammlig schmeckend, im nächsten Jahr wieder auf. Ps: Die Regel lässt sich übrigens genauso leicht auf alle anderen Pläne und Projekte anwenden..

Blog-Jobs wünscht allen Lesern einen “Guten Rutsch” und ein erfolgreiches Jahr 2009!!

Forsa-Studie Neujahrsvorsätze 2009


“Ich bin gestresst.”

Diesen Satz höre ich in letzter Zeit immer öfter. Und er scheint tatsächlich einen realistischen Hintergrund zu haben.
Die krankheitsbedingten Fehltage von Arbeitnehmern haben immer mehr mit psychischen, stressbedingten Ursachen zu tun (Bundesverband der Betriebskrankenkassen) und nach einer aktuellen Untersuchung der Techniker Krankenkasse sind 2007 in Baden Württemberg 5.714 Menschen aufgrund psychischer Erkrankungen in Frührente gegangen- rund ein Drittel der Frühverrentungen insgesamt (nehme an, dass das nicht an dem Bundesland liegt;-).
Allein die Kosten, die stressbedingter Ausfall jedes Jahr in der Volkswirtschaft verursacht, gehen in die Milliarden. Ganz zu schweigen von den persönlichen Folgen.

Sind sie gestresst? Was sind mögliche Gründe? Und wie kann man denen begegnen, ohne sie mit Kaffee, Alkohol, blauem Dunst oder malträtierten Familienmitgliedern zu bekämpfen.

Die Universität Duisburg/Essen und TU Darmstadt haben gemeinsam eine kostenlose interaktive Software entwickelt, die typische Gesundheitsprobleme von MitarbeiterInnen in klein und mittelständischen Unternehmen aufgreift und Lösungen anbietet. Die zwei Themenschwerpunkte sind „Stress“ und „Heben und Tragen“, und können individuell bearbeitet werden. Und individuell heißt individuell: anhand von verschiedenen Profilen, die der Benutzer durch Fragebögen aus seiner Situation heraus erstellt, zeigt die folgende Auswertung die wahrscheinlichen Stressoren und bietet in Form von Hörbeiträgen oder Lesematerial Lösungsmöglichkeiten, Verbesserungen und Verhaltensmodifikation an.

Unterteilt ist das ganze in drei Segmente: Stress (Gründe von Außen), kognitive Strukturen (eigene, innere Einstellungen, Sichtweisen, die zu Stress führen) und Bewältigungsstrategien- jeweils mit einem Fragebogen, einer Analyse und Wegen zur Veränderung.

Das Thema wird anschaulich, in kleinen appetitlichen Happen verabreicht. Fallbeispiele, Animationen, Abschnitte zum Hören und Videos wechseln sich in der Methode ab und machen deutlich, wie sich arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen auf den Menschen auswirken, wie sie sich vermeiden lassen und welche Maßnahmen der Betroffene selbst in die Wege leiten kann.

Ich hab ein bischen gebraucht, um mit der Navigation zurecht zu kommen. Zu jedem Unterpunkt gibt es eine audielle Einführung, die mich weniger interessierten und ich gern übersprungen hätte. Kleiner Tipp: Am unteren rechten Bildrand auf den grau-transparenten „weiter“ Button drücken- ich war wirklich gestresst, bis ich den gefunden hatte.

Aus psychologischer Sicht ein gut gemeintes und gemachtes Tool. Meine Stressoren waren „zu hohe Ansprüche“ und „Zeitmanagement“, die gut korrelieren und sich gemeinsam beheben lassen. Auch das mit den anregenden Tipps der Software. Zur Belohnung und den Kopf wieder runter zufahren nach der ganzen Reflexion, gibt’s noch zwei geführte Entspannungsübungen.

Damit wird das Wochenende sicher stress- frei!

Kostenlose Software ” Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit”

Stress- Arbeitsblätter von Werner Stangl