Sind Sie in ihrem Beruf glücklich?

Wenn ich Menschen diese Frage stelle antworten nicht gerade viele mit “Ja!”, die meisten fragen zurück “Wie definiert man glücklich?”, doch mittlerweile bekomme ich auch immer häufiger die Rückmeldung “Nein!”.

Oftmals wird der Zusammenhang überhaupt nicht gesehen bzw. Glück überhaupt nicht mit der beruflichen Tätigkeit in Verbindung gebracht. Die Antworten lauten dann: “Ich verdiene im Job mein Geld, um mich privat glücklich zu machen.” oder “Job ist Job und hat mit Glück nichts zu tun. Wer ist schon glücklich in seinem Job.” Nicht selten wird sogar gesagt, dass Glück ein Luxusproblem sei und die armen Menschen in Afrika ja auch nicht viel zu lachen haben.

Genau hier liegt das das deutsche Problem. Genau hier liegt der Sachverhalt, der die Deutschen im zweiten Weltkrieg zu Massenmördern gemacht hat. Doch das ist kein deutsches Problem, sondern ein Westliches. Wer im Job glücklich ist, der geht mit seinen Arbeitskollegen besser um, der fördert das Betriebsklima und ist sogar produktiver als seine unglücklichen Kollegen.

Natürlich gibt es auch Menschen, die ihr Glück darüber definieren, dass sie andere Menschen quälen, denunzieren oder unterdrücken. Glück ist bei diesen Menschen halt anders definiert, doch sind diese Menschen oftmals auch krank durch falsche soziale Prägung. Wenn ich einen Pädophilen fragen würde, was ihn im Job glücklich macht, dann wird er nicht die Wahrheit sagen oder die Antwort ist vermutlich abstoßend.

Jeder definiert Glück im Job anders. Unqualifizierte Arbeitskräfte werden eine andere Antwort geben, als Akademiker. Gemeinsamer Tenor ist oftmals mehr Freizeit und mehr Geld. Viele sagen auch, dass sie in einem anderen Beruf vermutlich glücklicher wären.

Was jedoch empirisch in verschiedenen Studien untersucht und bestätigt wurde, ist der Sachverhalt, dass Stress im Beruf sowie Angst und Ärger im täglichen Arbeitsklima nicht nur das Leben negativ beeinflussen, sondern auch verkürzen können.

In der Tat ist die Frage nach Glück im Job für viele Menschen ein Luxusproblem, denn sie sind froh überhaupt einen Job ausüben zu können, besonders im unqualifizierten Bereich. Dafür nehmen viele auch einen tyrannischen Vorgesetzten in Kauf und arbeiten und leben in Angst.

Dabei kann es auch ganz anders sein, mittlerweile haben viele Unternehmen verstanden, dass sie mit ihren Mitarbeitern anders umgehen müssen. Arbeitsproduktivität ist schön und gut, aber Work-Live-Balance ist viel wichtiger.

Sind Sie in Ihrem Job glücklich?

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Der Staat Queensland in Australien hat sich als touristische Werbekampagne was ganz besonderes einfallen lassen. Es wird nach eigenen Angaben der beste Job der Welt angeboten und jeder kann sich bewerben.

Einzige Aufgabe: Über das Leben auf einer wunderschönen Insel in einem Blog berichten und mit netten Fotos versehen.

Wenn das keine reizvolle Aufgabe ist, dann weiß ich es auch nicht. Man bekommt Geld und darf sogar kostenlos in einer edelen Villa leben.

Ergebnis der Aktion: Millionenfache Bewerbungen bringen die Server zum Absturz und Australien ist in aller Munde. Also ein voller Erfolg.

“Der beste Job der Welt”

Wer hat im Job nicht schon ein Motivationstief erlebt? Das Aufstehen fällt schwer, wichtige Arbeit stapelt sich auf dem Schreibtisch, weil man/frau sie vor sich herträgt, und der Tag will einfach nicht enden. Dazu noch die Fragen, die immer öfter in Schleifen durch den Kopf gehen: warum mache ich das hier eigentlich noch, ist es das, was ich wollte, und wo bliebe ich bei dem Ganzen?

Um seine Zufriedenheit am Arbeitsplatz (wieder)- zu finden, sollte man/frau zuerst die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und befriedigen.

1. Arbeit braucht neben der Anerkennung durch Lohn auch eine persönliche Komponente. Oft beschwingt ein Lob für eine erledigte Aufgabe schon unsere Bereitschaft, weiterzumachen. (siehe auch Artikel „Von großen und kleinen Affen). Das Belohnungszentrum im Gehirn (Nucleus Accumbens, medialer präfrontaler Cortex, medialer orbitofrontaler Cortex und ventrales Tegmentum) reagiert vor allem auf Emotionen, die eher durch ein persönliches Wort als der Vorstellung, sich vom Gehalt, als Belohnung, etwas zu gönnen, genährt wird.

Fehlende Wertschätzung im Beruf kann zu emotionaler Erschöpfung führen, bei der langfristig auch keine Auszeit in Form von Urlaub hilft. Dabei können Sie selbst den ersten Schritt tun: würdigen Sie sich! Schauen Sie sich ihre Arbeit in den letzten Wochen, Monaten oder gar Jahren wohlwollend an, ohne die „das war doch nichts“ oder „das haben andere auch gemacht“ Abwertung. Sehen Sie sich wie einen guten Freund. Reflektieren Sie den Tag und machen Sie sich klar, welche Prozesse Sie heute gesehen, gesteuert und gelöst haben. Was waren neue Aufgaben, die Sie bewältigt haben, und was haben Sie gelernt. In welches „Fettnäpfchen“ sind Sie nicht mehr getreten? Wenn Sie selbst stolz auf Ihre Leistung sind, öffenen Sie auch den Weg, damit wahrgenommen zu werden und sich zu loben ohne das für aufgesetzt zu halten. Geben Sie den Menschen Ihrer Umgebung auch eine Möglichkeit zu loben.
Ein Satz von der Theaterbühne: If you don`t shows it, nobody knows it.“

2. Akzeptieren Sie Ihre Schwäche. Niemand kann jeden Tag 100% Leistung bringen. Dazu ist die Maschine Mensch allein schon zu komplex. Unsere Motivationskurve sieht so aus:
Steiler Anstieg mit der neuen Aufgabe, ein Punkt der Sättigung, wir scheinen nicht weiter zu kommen, die Arbeit wird zäh, geht nicht mehr so leicht von der Hand, schlimmer noch: wir werden langsamer, brauchen mehr Zeit, verzetteln uns in zu vielen Informationen, die wir gesammelt haben, um weiterzugehen. Die Kurve fällt, in das „Tal der Tränen“, wie es Psychologen nennen. Das ergeht jedem so, ohne Ausnahme. Wenn Sie Biographien von erfolgreichen Menschen aufmerksam lesen, werden Sie auf dieselbe Kurve und auch eine Er-Lösung treffen: Dranbleiben! Weitermachen- auch wenn`s schwer fällt und eine Weile die Leistung nicht zu erhöhen ist. Wie leicht war das noch, wieder mit dem Sport zu beginnen, die ersten 5 Kilometer nach einem Monat durchzulaufen, und wie schwer waren die letzten Laufeinheiten bis zum Marathon. Genau so ist der Weg. Das Gute: nach dem Tal kommt ein neuer Berg, die Kraft bündelt sich und sie überholen sogar noch das Topniveau, das sie vor der ersten Krise erreicht hatten. .. Bis zum nächsten Tal, aber das Prozedere kennen Sie ja schon und lassen sich nicht weiter verunsichern.

3. Suchen Sie sich Rückenstärkung. Der Partner erfüllt eine wichtige Position: er ist Vertrauensperson. Er liebt, uneingeschränkt, und er kennt uns. Darf hinsehen- in Stärke und in Schwäche. Anteilnehmen und kritisieren, wenn wir uns verrannt und den Überblick verloren haben. Freunde können ähnliche Ressourcen bereithalten. Eventuell Kollegen. Aber Vorsicht: wählen Sie die Personen sorgfältig aus. Nicht jeder geht mit Ihrer Situation verantwortungsvoll um und kann Informationen in Konkurrenzkämpfen missbrauchen.

4. Bilden Sie Netzwerke und gute soziale Bindungen. Je mehr Verantwortung wir im Beruf tragen, desto mehr laufen wir Gefahr, uns zu isolieren und im Elfenbeinturm einzuschließen. Wir analysieren, entscheiden und setzen selbst durch, bekommen keinen Anregungen von außen mehr und schränken damit unsere Weiterentwicklung ein. Was bliebt sind energiefressende Alleingänge und die Kraft dafür kommt hauptsächlich aus uns selbst.

Zu Guter Letzt: Haben sie Geduld und ein „liebendes Auge“ auf sich. Wir sind zu oft unseren Ansprüchen ausgeliefert und kompromisslos Verurteilter, Richter und Henker in einer Person. Da gibt es kaum eine Rettung. Was an emotionaler Leere über einen langen Zeitraum angewachsen ist, braucht auch Zeit sich zu verändern und zu verschwinden. Was wartet ist ein neues Wohlbefinden, dass Arbeit erleichtert und nicht mehr eigene Ressourcen verbraucht. Eine andere Form des „Homo Oeconomicus“.