Die Politik liebt Fußball, denn es gibt keine bessere Möglichkeit unangenehme Gesetze und Entscheidungen durchzudrücken, als bei der Europameisterschaft oder der Weltmeisterschaft im Fußball – eine ganze Nation schaut weg.

Die WM 2006 brachte uns zum Beispiel eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16% auf 19%.

CDU und FDP haben bereits angekündigt, dass sie im Juni über die Kürzungen im Staatshaushalt entscheiden werden, passend zum Auftakt der WM in Südafrika. Es wird dann alles ganz schnell gehen …

Sobald die deutsche Mannschaft ihr erstes Spiel absolviert werden die Regierungspolitiker ihr erstes Sparpaket vorstellen, welches bereits klammheimlich entwickelt wurde. Bereits zum Viertelfinale wird das jeweilige Gesetz den Bundestag passiert haben und wenn die deutsche Mannschaft dann widererwartend weiter kommt, wird nach einem eventuellen Endspiel-Karter den Deutschen bewusst werden, dass sie in einem anderen Land leben, mit radikalen sozialen Kürzungen.

Doch vielleicht geht die Rechnung der Regierung doch nicht so einfach auf wie beim Sommermärchen 2006. Schließlich ist die WM weit weg in Südafrika und wird nicht die Begeisterung auslösen wie die letzte WM und EM.

Was machen Politiker am liebsten? Sie beschäftigen sich mit Partei und Kollegen. Genau diesen Eindruck erweckt die aktuelle Bundesregierung stellt somit wiedermal indirekt die Systemfrage.

Mittlerweile geben sogar CDU-Politker wie Rita Süßmuth zu, dass die Koalition und das Wahlprogramm der jeweiligen Parteien nicht durchdacht war und somit der Koalitionsvertrag überarbeitet werden müsse. Wir wussten es alle, aber im Prinzip bedeutet das Betrug am Wähler. Die CDU hat ja kaum was versprochen und absichtlich nicht die Wahrheit gesagt, die FDP hat die großen Erwartungen geweckt und kneift jetzt schon teilweise den Schwanz ein.

Was machen, mit einer Regierung, welche ihr Volk für dumm hält und auch so behandelt? Gibt es eine Möglichkeit zur friedlichen Revolution? Warum ist die Opposition so auffallend schwach und leise?

Es ist ja nicht so, dass die Bundesregierung entscheidungsunfähig ist, wie damals die Parteien der Weimarer Republik. Es gibt eine Mehrheit im Bundestag nur ist der Weg unklar, denn erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik soll im Bundeshaushalt gespart werden. CDU und FDP wissen, dass ihnen die Verantwortung obliegt, nur wollen sie nicht die unliebsamen Entscheidungen treffen, die SPD und Grüne damals begonnen haben.

Die Abwartschung der SPD für Hartz 4 und Reformkurs hat die jetzige Bundesregierung damals amüsiert. Jetzt muss sie selbst noch unliebsamere Einschnitte veranlassen und stürzt bereits in den Prognosen. FDP und CDU werden richtig tief stürzen, wenn sie den Deutschen in den nächsten Jahren die Wahrheit erklären müssen, wie es die SPD versucht hat. Doch vor allem die FDP will lieber Geld ausgeben und Schulden machen, denn das kommt bei den Wählern besser an, aber selbst die Mehrheit im eigenen Volk will das nicht.

Wirkliche Schadenfreude dürfte jetzt bei der SPD herrschen, sie wird bei der nächsten Bundestagswahl wie ein Phönix aus der Asche erscheinen wenn sie sich nicht blöd anstellt und jetzt die richtigen internen Entscheidungen trifft. Diese perfide Parteienlandschaft zeigt deutlich, warum die direkte Demokratie besser ist.

Gebt dem Volk mehr direkte Macht zurück und die Demokratie bleibt stabil, auch wenn der Kapitalismus sich in Zukunft verabschiedet!

Es ist schon erstaunlich, in den USA kommt die gesetzliche Krankenversicherung und in Deutschland will die FDP sie abschaffen. Die USA entdecken ihr soziales Gewissen und in Deutschland benimmt sich die FDP sowie CDU/CSU als Speerspitze der sozialen Kälte.

Wir erinnern uns, da war doch noch die Weltwirtschaftskrise, oder? Die Keule für die Bundesregierung ihre Klientel mit Geschenken zu bedienen und den Sozialabbau weiter voran zu treiben. Doch was ist bis jetzt eigentlich dagegen unternommen worden, dass sich so etwas nicht wiederholt? Nichts! Die Banken machen weiter wie bisher und die Bundesregierung schaut zu.

Wieso verehren die Deutschen eigentlich Barack Obama, obwohl er der Präsident eines Landes auf einem anderen Kontinent ist? Ganz einfach, Barack Obama verkörpert das, was der deutschen Politik fehlt – Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Die parlamentarische Demokratie schwächelt und taumelt angeschlagen durch den Ring. Irgendein Politiker wird sie demnächst mit einem linken oder rechten Hacken unter die Gürtellinie zu Fall bringen. Doch was kommt dann?

Quer durch alle Parteien zieht sich Eigenbrödelei, Inkompetenz, Lobbyismus und Intrige. Seit 2008 hat die deutsche Regierung kaum etwas unternommen, erst war vor der Wahl, dann nach der Wahl und jetzt wieder vor der NRW-Wahl. Auch vorher, in der großen Koalition, ist kaum etwas passiert und die Schröder Regierung hat durch die ruhige Hand geglänzt.

Ohne Zweifel, die parlamentarische Demokratie steckt in einer sehr tiefen Krise. Entweder, sie schafft es sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen, wobei man hier nur auf die Linken hoffen kann, weil alle anderen bisher versagt haben. Oder aber, der deutschen Bevölkerung reicht es irgendwann und sie wird endlich wieder auf die Straßen gehen und die Glotze ausstellen.

Barack Obama hat seine Erwartungen bis jetzt nicht komplett erfüllt, aber er wird auch in 2010 nicht über das Wasser gehen können. Wer geglaubt hat, dass dieser Mann sich einfach aus Afghanistan zurückziehen kann wäre verantwortungslos. Die Tatsache, dass er als erster Präsident der USA den Kampf gegen die Lobby der privaten Krankenversicherer gewonnen hat, lässt auf die Zukunft hoffen. Das ist nicht mal eben so getan, sondern ein Meilenstein!

Seien wir mal ehrlich, kennen wir viele der neuen deutschen Minister der Bundesregierung?

Ok, einige sind geblieben und kümmern sich jetzt um andere Ämter. Allerdings offenbart dieser Sachverhalt die eigentliche Perversion der Bundespolitik – man muss keine Ahnung haben von seinem Ressort.

Fast glaubt man schon, dass Deutschland in die Fußstapfen Amerikas treten soll und das Volk dumm gehalten wird. Sympthomatisch hierfür scheint auch die Neujahrsrede von Angela Merkel zu sein – irgendwie hörte man nur Geschwafel und Freude auf die Fußball-WM in Südafrika. Die Deutschen sollen also mit Brot und Spielen bei Laune gehalten werden, anders kann man diese Rede nicht deuten.

Deutschland scheint bereit gemacht zu werden für die Nachfolge der USA in Sachen Raubtier-Kapitalismus. Wir dürfen gespannt sein, was nach dem Sommer für neue Gesetze durch geprügelt werden. Es werden keine Gesetze sein, die unsere Banken zu spüren bekommen, soviel scheint sicher.

Schwarz-Gelb hat die Mehrheit im deutschen Bundestag. Die FDP zieht nach 11 Jahren der Opposition wieder in die Regierungsverantwortung. Die deutsche Politik wird sich in vielen Bereichen ändern, sicherlich nicht zum Vorteil des sozialen Staates. In Deutschland kommt die soziale Eiszeit.

Das Wahlergebnis der Bundestagswahl 2009 ist keine Überraschung, lediglich der große Erfolg von FDP und die geringen Verluste der CDU überraschen ein wenig. Alle Parteien konnten gewinnen, bis auf die Regierungsparteien SPD und CDU.

Die Menschen haben Schwarz-Rot abgewählt, das ist eindeutig. Sie haben genug von der Lipperland-Connection, die einst Gerhard Schröder, der Genosse der Bosse, gegründet hat und die von Herrn Steinmeier weitergetragen wurde. Beide kommen aus dem Kreis Lippe und sind Weggefährten. In Detmold feiert man 2000 Jahre Varusschlacht und von nun an wohl auch den Untergang der SPD im Jahre 2009.

Die SPD wird allerdings nicht ganz untergehen, der eine oder andere Politker wird gehen oder kommen, ein bisschen mehr Abwendung von der Agenda 2010 und zurück zur Arbeiterpartei. All das wird es geben, aber die SPD wird wiederkommen, auch das ist sicher, denn die CDU/FDP-Regierung wird grandios scheitern.

Die FDP wird allerdings so stark bleiben, denn was sich hier vollzogen hat ist eine Trendwende in der Gesellschaft. Die Mittelschicht bricht weg, daher auch die großen Verluste der Volksparteien. Die Menschen, die von der Mittelschicht in die Armut gerutscht sind wählen jetzt Die Linke und die Aufsteiger aus der Mittelschicht sind sich nur noch selbst die Nächsten und wählen FDP. Die Mittelschicht ist tot und verändert die Parteienlandschaft gewaltig. Die meisten FDP-Wähler kamen von der CDU und SPD

Unter Helmut Kohl hat es angefangen, und wird auch die nächsten Jahre bestimmen. Immer mehr reiche “DINKS” und immer mehr arme “Alleinerziehende” verändern unsere Gesellschaft radikal und schleichend. Die Mittelschicht stand immer für das soziale Gewissen in Deutschland, doch mit dem Abbröckeln verschwand auch das soziale Gewissen. Die Mittelschicht existiert nicht mehr. Die Geiz ist geil-Mentalität offenbart hier ihre Nebenwirkungen, denn jeder ist sich nun selbst der Nächste. Ganz nach dem Motto: “Ich muss schauen wo ich selbst bleibe, da kann ich mir kein soziales Gewissen leisten”, ist die moralische Basis der Gesellschaft weggebrochen.

Die Konsequenz einer Schwarz-Gelben Regierung, für die zukünftigen Jahre zeichnet dunkle Wolken für den Sozialstaat. Er wird die nächsten 4 Jahre nicht überleben. Wachsende Armut, steigende Kriminalität werden uns die nächsten Jahre begleiten.

Für mich persönlich wird Schwarz-Gelb viele Vorteile bringen, wenn sie das umsetzen, was sie versprochen haben. Im Prinzip hätte ich also die jetzige Regierung wählen müssen, zu meinem persönlichen Vorteil. Ich hab es jedoch nicht getan, weil ich noch über ein moralisches Gewissen verfüge und den Kontakt zur Unterschicht lebendig halte. Viele Menschen denken jedoch nur noch an den persönlichen Vorteil, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt droht das Aus.

In Deutschland wird es moralisch kalt werden, sehr kalt.

Ergebnisse der Bundestagswahl in der Analyse (Quelle: tagesschau.de)

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