Die Bewerbung für einen Job steht in der aktuellen Zeit wieder im Vordergrund. Mit dem Rückgang der Arbeitslosenzahlen in 2007 und 2008 war es ein wenig ruhiger geworden auf dem Markt der Bewerbungen. Durch die Wirtschaftskrise ist die Jobbewerbung seit einem Jahr jedoch wieder sehr wichtig geworden.

Viele Arbeitnehmer haben Angst um ihren Arbeitsplatz, viele sind bereits arbeitslos und Konzerne wie Metro bauen tausende Stellen ab, obwohl sie von der Wirtschaftskrise gar nichts spüren. Bewerbungen schreiben ist wieder In und Musterbewerbungen dienen vielen Jobsuchenden als Orientierung bei der Anfertigung ihrer Bewerbungsunterlagen.

Wer seit vielen Jahren im Beruf steht und sich plötzlich einen neuen Arbeitsplatz suchen muss, der in der Regel vor der Herausforderung, dass er gar nicht mehr weiß, wie eine Bewerbung überhaupt aussieht, geschweige denn welche Inhalte wichtig sind. Oftmals wird dann die Musterbewerbung zu Rate gezogen.

Doch die Musterbewerbung hat so ihre Tücken, denn zum einen kann sie jeder ins Internet stellen und zum anderen übernimmt man gerne Formulierungen und Inhalte unreflektiert, weil es so schön einfach ist. Wer es sich allerdings bei der Bewerbung einfach machen möchte, der hat von Anfang an keine Chance auf einen der begeehrten Jobs. Heute einen Job zu bekommen ist schwierig, selbst für hochqualifizierte Facharbeiter. Die Bewerbung hat sich gewandelt und der Druck auf dem Arbeitsmarkt ist enorm gewachsen.

Die Mitarbeiter der Personalabteilungen haben schon tausende von Bewerbungen gelesen, sie kennen alle gängigen Formulierungen und entdecken übernommene Formulierungen sofort.

Die Musterbewerbungen sind allerdings wichtig und auch sinnvoll, nur das Bewusstsein für die Problematiken mit Musterbewerbungen sollte bei jedem Nutzer vorhanden sein.

Seit einigen Monaten ist in der deutschen Industrie ein Trend zu verzeichnen, der nochmals deutlich macht, dass es den Unternehmen in Deutschland nicht gut geht und jeder Euro zählt. Die Personalabteilungen haben das Telefoninterview für sich entdeckt, die telefonische Bewerbung ist auf dem Vormarsch.

Immer mehr Bewerber berichten in der letzten Zeit über Termine für ein Telefoninterview. Sie fragen nach Tipps und wollen wissen, was sie in diesem Telefongespräch erwartet. Es gibt hier jedoch keine Standards. Im Prinzip ist das Telefoninterview die günstige Alternative zum Vorstellungsgespräch.

Viele Unternehmen gehen mittlerweile dazu über das Bewerbungsgespräch am Telefon abzuwickeln. Dies spart das Geld für Kostenerstattung zur Anreise der Bewerber und genaue Zeitrahmen lassen sich besser einhalten.

Sehr viele Unternehmen stellen neue Mitarbeiter mittlerweile nicht mehr direkt nach einem Vorstellungsgespräch ein, sondern erst nach einem zweiten oder gar dritten Gespräch. Aus diesen Gründen wird die Vorauswahl durch das erste Vorstellungsgespräch auf die telefonische Bewerbung mit Interview abgewandelt.

Wie läuft das Telefoninterview als Vorstellungsgespräch ab?

Nun, Bewerber sollten sich auf folgende Schverhalte einstellen:

  • Es ist durchaus möglich, dass bei diesen Telefoninterviews auf der Unternehmensseite mehr als eine Person an dem Gespräch teilnehmen, oftmals ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung und ein Mitarbeiter aus der Fachabteilung für den ausgeschriebenen Job.
  • In der Regel wird eine telefonische Bewerbung einige Tage im Vorfeld terminlich abgesprochen. Es wird eine Uhrzeit und ein Datum für das Interview vereinbart.
  • Da es sich um ein Telefoninterview handelt werden sie in der regel angerufen, nicht umgekehrt.
  • Inhaltlich sollten sie sich bei der Telefonbewerbung darauf einstellen, dass ähnliche Fragen wie in einem Vorstellungsgespräch auftauchen werden. Fragen nach der Person (Welche Eigenschaften würden Freunde ihnen zuschreiben?) genauso wie Fragen nach der Qualifiaktion. Die Vorbereitung auf ein telefonisches Bewerbungsgespräch sollte daher genauso sein, wie bei einem Face-to-Face-Vorstellungsgespräch.

Es ist richtig, dass die Verlagerung auf die telefonische Bewerbung dem Unternehmen kurzfristig einige Kosten erspart. Jedoch sehe ich das Telefoninterview nicht als “gute” Bewerbungsform für ein etabliertes Unternehmen. Die Nachteile überwiegen.

Die Telefon-Bewerbung ist sicherlich ein effektives Mittel, um Bewerber anhand ihrer Telefonantworten zu selektieren, bei einer großen Anzahl an potenziellen  Bewerbern sind Telefoninterviews im Vorfeld von Bewerbungsgesprächen vor Ort daher sinnvoll. Wer allerdings glaubt, dass er mit einer Selektion am Telefon das Vorstellungsgespräch ersetzen kann, der irrt sich. Niemand sollte so naiv sein und einen Mitarbeiter aufgrund eines Telefonates einstellen.

Im Prinzip ist das Telefoninterview aber überflüssig, wenn im Vorfeld eine intensive Auseinandersetzung mit den Unterlagen der Bewerbung stattfindet. Wer gute Unterlagen einreicht und vielleicht nicht gerade zu den guten Telefonisten zählt, der sollte die Chance auf ein persönliches Vorstellungsgespräch bekommen. Die visuelle Kommunikation ist halt nicht vorhanden. Hier gehen wichtige Informationen zur Personalentscheidung verloren. Nicht umsonst heißt es: “Ein Blick sagt mehr als tausend Worte”.

Besonders für Berufseinsteiger oder Wiedereinsteiger ist das Telefoninterview mit Konfernzschaltung ein absolut unbekanntes Gebiet. Mitarbeiter, die jeden Tag auf diesem Wege kommunizieren und Entscheidungen treffen, verstehen daher oft nicht warum der Bewerber am Telefon extrem nervös ist. Von Vorteil ist die telefonische Bewerbung für die Selbstdarsteller und Verkäufer, die es gewohnt sind am Telefon zu verkaufen und es vielleicht auch dort öfter mal nicht so genau nehmen mit der Wahrheit.

Seit einigen Jahren hat sich neben den Bewerbungsverfahren für Arbeitsverhältnisse noch eine andere Bewerbungsfrom eingeschlichen – die Bewerbung für Mietwohnungen. Ein Trend der deutlich zunimmt und sich bereits in den Städten etabliert hat.

Anschreiben, Lebenslauf und Zeugniskopien – so kannten wir es bisher aus der Stellensuche für einen Job, eine Ausbildung, einen Studienplatz oder ein Praktikum. Natürlich hat es auch in diesem Bereich in den letzten Jahren bestimmte Änderungen gegeben, vor allem durch die Digitalisierung und das Internet, mehr Online-Bewerbung – weniger Postsendungen.

Jedoch beschränkt sich der Bereich nicht mehr nur auf Jobs und die berufliche Zukunft, sondern auch auf den Wohnungsmarkt für Mietwohnungen in den Großstädten. Wer sich in Hamburg, Köln oder München eine schöne neue Wohnung suchen möchte, der muss bereit sein einen kompletten Striptease seiner Person und Familie hinzulegen.

Vom Lebenslauf, über die Einkommensverhältnisse bis zum polizeilichen Führungszeugnis wird alles verlangt. Natürlich ist das eine rechtliche Grauzone, niemand kann dazu gezwungen werden, aber die Konsequenz ist ein Ausschluss aus dem Kreis der Wohnungsbewerber. Wer nicht bereit ist einem wildfremden Vermieter sein komplettes Leben, samt Gehaltsabrechnung offen zu legen, der ist aus dem Rennen. So einfach ist das.

Für den potenziellen Mieter der Wohnung stellt sich also die Frage: Bin ich bereit für eine Wohnung so weit zu gehen? Nun, wer in Hamburg oder anderswo in einem teuren Loch ohne Sonnenschein wohnt, wird die Frage sehr schnell mit einem JA beantworten.

Die Frage ist viel mehr: warum will ein Vermieter alle Informationen von mir? Tatsache ist, dass in den letzten Jahren die Anzahl der Mietnormaden in Mietwohnungen deutlich zugenommen hat. Oft, einfach aus dem Grund weil sie wirklich nicht zahlen können und die Armut in Deutschland ja deutlich zunimmt, andere zahlen aber auch nicht, weil sie das Geld lieber anderweitig ausgeben und genau wissen, dass sie der Vermieter nicht so einfach und schnell wieder raus bekommt. Im Prinzip ist den Vermietern hier kein Vorwurf zu machen, wer allerdings ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt geht eindeutig zu weit und sollte sein Vorgehen ernsthaft hinterfragen.

Im Folgenden nun die Details zur Bewerbung auf eine Mietwohnung und einige Tipps:

Vorab, es gibt keine geregelte einheitliche Bewerbungsform für Mietwohnungen, sie lässt sich auch lokal nur schlecht eingrenzen. Während in Leipzig Mieter händeringend gesucht werden, wird in Hamburg noch der Heizungskeller für 10 €/qm vermietet. Wo Wohnungsmangel herrscht, da ist die Mieterbewerbung existent.

In der Regel verlangen Vermieter folgende Nachweise:

  • Einkommensnachweis in Form einer Gehaltsabrechnung
  • Auskunft der Schufa
  • Bescheinigung/Nachweis/Kontaktdaten des bisherigen Vermieters
  • Namen und Daten sämtlicher Familienmitglieder/Mieter

Wie bereits erwähnt wird teilweise auch das polizeiliche Führunsgzeugnis verlangt. Alle Unterlagen sollten im Vorfeld der Bewerbung vorhanden sein, wenn sich der Bewerber auf die Wohnungsanzeige meldet, dauert die Vergabe der Wohnung oft nur Stunden oder Tage. Hier heißt es schnell sein. Die Unterlagen erst auf Anfrage bei Schufa und Amt anzufordern dauert Wochen!

Schüler oder Studenten haben es noch schwerer eine Wohnung zu finden, oft wird hier von den Eltern eine schriftliche Bürgschaft für die Mieteinahmen verlangt, wenn die Mietzahlungen durch das Kind ausbleiben sollten.

Wer mit seinem Vermieter kein gutes Verhältnis hat oder im Streit auseinandergeht, der ist ebenfalls im Nachteil. Es empfiehlt sich diesbezüglich von Anfang an mit offenen Karten zu spielen und den neuen Mieter auf die Schwierigkeiten hinzuweisen.

Ansonsten hilft nur hoffen und im Idealfall vorhandene Beziehungen oder Leumunde zu nutzen. Nicht umsonst wird die Suche nach einer neuen Mietwohnung oft als “Mietstrich” bezeichnet, weil es nicht selten eine gewisse Erniedrigung beinhaltet und der meistbietende gewinnt. Bleibt nur zu hoffen, dass sich dies einmal ändert.

Viele Menschen mit einer körperlichen oder einer geistigen Behinderung stehen vor einer schwierigen Aufgabe, wenn sie einen Job suchen oder eine Bewerbung für ein Stellenangebot formulieren wollen.

Behinderte Akademiker mit einem Hochschulabschluss waren hier im Vorteil, für sie gab es die ZAV in Bonn. Diese Zentralstelle für Arbeitsvermittlung versucht Fachkräfte und Führungskräfte in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Seit dem 01.01.2007 vollzieht sie dies jedoch in sehr abgespeckter Form und kann den notwendigen Dienst quasi nicht mehr leisten. Die erste Anlaufstation ist somit immer die örtliche Arbeitsagentur.

Aber viel interessanter ist die Frage nach der Bewerbung für Behinderte auf Stellenangebote und Jobs. Sind Bewerber verpflichtet ihre Behinderung in der Bewerbung anzugeben? Ja sie sind es, wenn die Behinderungen deutlich sichtbar sind und vielleicht sogar einen räumliche Veränderung des Arbeitsplatzes im Sinne einer Barrierefreiheit erfordern. Nicht verpflichtend ist die Angabe zum Beispiel bei einer Herzerkrankung.

In der Regel ist aber ein offensiver Umgang mit der Behinderung innerhalb der Bewerbung ratsam. Eine Behinderung muss nicht immer negativ ausgelegt werden. Viele Arbeitgeber wissen zudem, dass sie für den Einsatz von Behinderten als Arbeitskräfte auch staatliche Zuschüsse bekommen. Zwischen den Zeilen sollte dies deshalb im Bewerbungschreiben zu lesen sein. Bei der Vergabe von Jobs spielt in Unternehmen der Lohnkostenfaktor oftmals die größte Rolle, ein entscheidender Vorteil gegenüber nichtbehinderten Mitbewerbern.

Das wichtigste bei der Bewerbung mit Behinderung auf einen Job ist aber eindeutig die Formulierung der Behinderung im Anschreiben. Eine Behinderung ist nunmal eine Behinderung und für eine Person, in diesem Fall der potenzielle Arbeitgeber, nicht direkt einzuschätzen. Der Arbeitgeber kennt die Behinderung des Bewerbers nicht und kann sich nur auf der Grundlage der Erläuterungen im Bewerbungsschreiben ein Bild machen.

Die Erläuterungen zur Behinderung im Anschreiben sollten daher wohl bedacht sein. Wer Formulierungen wählt wie, “Trotz meiner 100 % Schwerbehinderung möchte ich sehr gerne ihrem Unternehmen als Arbeitskraft zur Verfügung stehen”, wird wenig Erfolg haben. Behinderte sollten immer ins Detail gehen und in jedem Fall positiv formulieren. Bei leichten Behinderungen ist dies dann fast kein Problem.

Für Rollstuhlfahrer ist dies sicher nicht die ideale Lösung, allerdings gelten Rollis auch als schwer zu vermitteln. Meistens scheitert es schon an der Barrierefreiheit im Unternehmen, weil vor allem kleine Unternehmen kein Geld für Umbauten aufwenden können und in der Regel selbst nur Mietsgebäude bezogen haben. Rollstuhlfahrer sind daher fast immer auf eine Vermittlung durch die Bundesagentur für Arbeit angewiesen.

Quelle: Wirtschaftswoche

Der Staat Queensland in Australien hat sich als touristische Werbekampagne was ganz besonderes einfallen lassen. Es wird nach eigenen Angaben der beste Job der Welt angeboten und jeder kann sich bewerben.

Einzige Aufgabe: Über das Leben auf einer wunderschönen Insel in einem Blog berichten und mit netten Fotos versehen.

Wenn das keine reizvolle Aufgabe ist, dann weiß ich es auch nicht. Man bekommt Geld und darf sogar kostenlos in einer edelen Villa leben.

Ergebnis der Aktion: Millionenfache Bewerbungen bringen die Server zum Absturz und Australien ist in aller Munde. Also ein voller Erfolg.

“Der beste Job der Welt”

« Vorherige SeiteNächste Seite »