Da sind sie wieder, die Berufsoptimisten und Schönfärber, die in Deutschland eine Vollbeschäftigung vorhersagen. Doch mit der Realität hat das nichts zu tun, sicherlich sind die Berufsaussichten für Arbeitnehmer in Deutschland aktuell so gut, wie schon lange nicht mehr, jedoch muss man genauer hinschauen.

Die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse ist in Deutschland so hoch wie noch nie. Soweit zum positiven Aspekt, aber wer hinter die Fassade der Zahlen schaut erkennt dramatische Fakten. Noch konnten in Deutschland so wenig Menschen von ihrem verdienten Arbeitslohn leben, wie jetzt. Noch nie war die Zeitarbeit so weit verbreitet wie jetzt, der größte Teil der festen neuen Arbeitsverhältnisse ist ausschließlich in der Zeitarbeit beheimatet. Das bedeutet, die Leute sind zwar weg von der Straße und können nicht mehr demonstrieren, aber sie können von ihrem aktuellen Job nicht leben und zudem wissen sie noch nicht einmal, ob sie in den kommenden Monaten überhaupt noch einen Job haben.

Auch der jetzige Aufschwung kommt nicht bei den Arbeitnehmern an. Große Konzerne wollen zwar Vorbilder sein schenken ihrer Belegschaft mal eben tausende von Euros als Prämie, wovon sich die Regierung eine Kettenreaktion erhofft hat, doch dies bleibt aus.

Selbst die Gewerkschaften können nur Lohnerhöhungen durchdrücken, die gerade einmal die Inflation ausgleichen. Angesichts der Lohnzurückhaltung in den letzten Jahren schwerwiegender Fehler.

Wer in Deutschland von Vollbeschäftigung spricht, der sollte mal in die ostdeutschen Bundesländer fahren. Er wird überrascht sein, wie hoch dort die Arbeitslosigkeit ist. Die Tatsache, dass Millionen von Zeitarbeitern innerhalb kürzester Zeit arbeitslos sein könnten, lässt den zeitlichen Grad zwischen Vollbeschäftigung und Massenarbeitslosigkeit auf wenige Wochen sinken.

Wer langfristigen Aufschwung will, der muss sich endlich von der Zeitarbeit verabschieden.

Es ist schon lustig, was sich das IAB da erlaubt, wenn es nicht auf dem Rücken der Arbeitslosen ausgetragen würde. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gibt es derzeit in Deutschland mehr als 1 Million unbesetzte Stellen.

Allerdings ist das nur eine Vermutung der IAB, denn nur 39% der zu besetzenden Stellen sind dort angeblich registriert, der Rest ist eigentlich reine Spekulation und nur schwer nachvollziehbar. Die Zahlen des IAB gibt es hier:

http://doku.iab.de/grauepap/2011/os1101.pdf

Besonders perfide ist der Sachverhalt, dass mittlerweile die Unternehmen teilweise über Jahre hin Stellen ausschreiben, diese aber als sofort zu besetzende Stellen ausschreiben. Diese befinden sich dann einfach nur auf den Webseiten der Unternehmen oder im Job-Portal der Arbeitsagentur und zählen als registrierte Stellen.

Die Unternehmen versuchen sich so die Rosinen heraus zu picken. Sie wollen nicht selbst ausbilden oder weiterbilden und versuchen so günstig das gutqualifizierte Human Kapital einzukaufen. Diese Stellen müssen meist nicht sofort besetzt werden.

Aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland und dem Fehlen von Zuwanderern, weil in Deutschland die Arbeitsverhältnisse schlecht und schlecht bezahlt sind, fahren die geizigen Unternehmen diese Strategie.

Für die Personalabteilungen der Unternehmen steht dieser Sachverhalt wie ein Armutszeugnis, doch meistens werden diese Entscheidungen auf Bereichsleiterebene getroffen.

Die Statistik des IAB spiegelt daher keinesfalls die Realität wieder.

Ein ganz wichtiger anderer Aspekt kommt hier ebenfalls zum Tragen, die Statistik unterscheidet nicht zwischen befristeten und unbefristeten Jobs. Unbefristete Stellen sind heute selten.

Quelle: tagesschau.de

Seit Jahren kommen Arbeitskräfte von Polen nach Deutschland, jeder hochqualifizierte Pole hat bisher unbehelligt in Deutschland arbeiten können. Die Beschränkung bis gestern galt nur für die Masse und die Niedriglöhner.

Fast könnte man meinen, der Wegfall der Beschränkungen für Arbeitskräfte aus Osteuropa sei eine Glaubensfrage. Kommen wirklich Arbeitskräfte? Wenn ja, wieviele mögen es wohl sein? Die Einen glauben mindestens an 100.000, die Anderen an 800.000 Arbeitskräfte.

Fakt ist, für den deutschen Arbeitnehmer hat der freie Zugang der osteuropäischen Arbeitskräfte zum deutschen Arbeitsmarkt keinen einzigen Vorteil. Fakt ist auch, die Löhne werden durch den Zuzug dieser Arbeitskräfte niemals steigen, sondern sinken, das besagt schon das Marktgesetz von Angebot und Nachfrage.

Die Einzigen, die hierzulande wirklich von der Grenzöffnung profitieren sind wiedermal die Arbeitgeber. Sie können die Stundenlöhne nun wieder drücken, oder Stellen gleich mit polnischen Zeitarbeitern besetzen.

Die Debatte der letzten Tage ist wirklich scheinheilig, besonders weil alle so tun, als wüssten sie nicht wie es kommen wird. Die Frage ist nicht, ob die Arbeitskräfte aus Polen die Löhne hierzulande nach unten drücken werden, sondern nur in welchem Umfang.

Die Bundesagentur für Arbeit ist vor der Wirtschaftslobby eingeknickt. Mit einer nachweislich in weiten Teilen unlogischen Studie “Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland” wird ein krasser Versuch offenbar dieses Land zu destabilisieren. Mit einer 10-Punkte-Liste des Grauens will sie die deutschen Beschäftigten in ein neues Zeitalter der Sklaverei führen und gleichzeitig deren Lohn drücken.

Erst gestern äußerte sich der Chef  Frank-Jürgen Weise zum zukünftigen Arbeitsmarkt in Deutschland in einem Spiegel-Interview. Dort malte er ein düsteres Bild für die deutschen Arbeitnehmer. Weniger Jobs, in Deutschland und weniger Lohn für mehr Arbeit. Es ist zudem ein krasser Gegensatz zu den Äußerungen der aktuellen Bundesregierung, die uns das blaue vom Himmel lügt.  Quelle: Spiegel.de

Im krassen Gegensatz zu seinen gestrigen Äußerungen steht die Vorstellung des 10-Punkte-Plan des Grauens, mit welchem die Bundesagentur für Arbeit auf den “angeblichen Fachkräftemangel” eingeht. Die Studie “Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland” (mit PDF-Download) ist eine Kampfansage an die deutschen Arbeitnehmer und wird diese in ein neues Zeitalter der wirtschaftlichen Ausbeutung führen, wenn er wirklich umgesetzt wird. Geschickt werden krasse unnütze Einschnitte mit sinnvollen Maßnahmen, zum Beispiel bei der Bildung und Weiterbildung, verstrickt.

Gestern noch ging Weise von einer Stagnation, ja sogar vom Wegfall von Jobs in der Zukunft aus, heute gauckelt er uns ein nicht nachvollziehbarer Bericht das Fehlen von Arbeitskräften vor.

Gehen wir doch mal ins Detail …

Nehmen wir zum Beispiel mal den Punkt 6 der Studie, dort wir dauf die qualifizierte Zuwanderung eingegangen und die aktuelle Abwanderung mit der Zuwanderung verglichen. In einer anschaulichen Grafik ist zu erkennen, dass seit 2008 erstmals mehr Menschen wegziehen als zuziehen. Besonders dramatisch ist, dass es hauptsächlich junge und qualifizierte Menschen in andere Länder zieht. Dort angegeben ist auch der Grund für diese Abwanderungstendenz: die schlechte deutsche Berufs- und Einkommensentwicklung.

Ergo, die Menschen ziehen aus Deutschland weg, weil sie im Ausland bessere Arbeitsverhältnisse vorfinden und vor allem ein höheres Einkommen erzielen können. Doch darauf geht die Bundesagentur bei ihren folgenden Lösungsansätzen gar nicht erst ein, hier werden lediglich Verbesserungen bei der Zuwanderungsregelung angemahnt und eine gesellschaftliche Willkommenskultur gefordert. Doch was soll das dann bringen?

Wie kann es sein, dass die Menschen nachweislich nicht zu uns kommen, ja sogar wegziehen, weil sie keine guten Arbeitsverhältnisse vorfinden und viel zu wenig verdienen und die Bundesagentur sieht in der Änderung der Zuwanderungsregelungen die Lösung? Das ist nicht nur extrem unlogisch, sondern auch inkompetent, denn die Bundesagentur müsste eigentlich deutlich höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen fordern, anstatt so einen Blödsinn zu schreiben.

Erst kurz zuvor richtet sich dann noch Herr Weise im Interview an das Land und prophezeit sinkende Löhne und Mehrarbeit.

Im Umkehrschluss bedeutet dies ja, dass die Bundesagentur davon ausgeht, dass die Abwanderung in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen wird, doch das steht nicht in diesem Bericht zum zukünftigen Arbeitsmarkt. Im Prinzip lässt das nur einen Schluss zu, diese schöne Studie ist eigentlich nur ein Propagandawerk der Industrie.

Weitere irrwitzige Forderungen wie zum Beispiel die Forderung mehr Frauen in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder die Anzahl der jetzt schon dramatischen Überstunden deutlich zu erhöhen, verschweigen völlig, dass es im Umkehrschluss auch zu weniger Geburten und somit zu einer Verstärkung des Effekts kommen wird.

Sorry, aber wenn das die Zukunft des deutschen Arbeitsmarktes sein soll, dann ist unser Land besser dran, wenn der Plan gleich im Mülleimer verschwindet.

Quelle: faz.de

Aktuell kann man fast auf keinen Fernsehsender zappen, der nicht eine Talkshow oder Dokumentaion zum Thema Wiedervereinigung sendet. 20 Jahre ist es her, dass der Osten die blühenden Landschaften von Helmut Kohl sehen wollte. Doch die blühende Landschaft wurde schon kurz nach der Wende durch die Treuhand abgmäht und verkauft mit schwerwiegenden Folgen für den heutigen Arbeitsmarkt.

Die Dokumentation “Beutezug Ost” erinnert vom Titel her an das Dritte Reich und den Russlandfeldzug, doch bezieht sie sich ausschließlich die Zeit nach der Wiedervereinigung. Überforderte Treuhand-Manager und inkompetente Politiker sorgten für den Ramschverkauf der DDR, anstatt der erwarteten 250 Mrd. EUR Plus, steht am Ende der Treuhand ein Minus von 650 Mrd. EUR. Allein diese Tatsache suggeriert schon, dass dort fast Alles falsch gelaufen ist.

Doch das Schlimmste ist, die Folgen zeigen bis heute ihre Wirkung, besonders auf dem Arbeitsmarkt, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die ostdeutschen Bundesländer erleben einen Brain-Drain, oder eher einen Youth-Drain, welcher die Folge des Handelns von Treuhand und Politik darstellt. Durch den Verkauf von DDR-Inventar und Unternehmen an westdeutsche bzw. ausländische Unternehmen, sind in Ostdeutschland keine souveränen Unternehmen entstanden, sondern lediglich Niederlassungen. Das macht sich bis heute bemerkbar und ist mitverantwortlich für die Abwanderung ganzer Generationen in die westdeutschen Bundesländer.

Während die Zukunftschancen in Ostdeutschland überschaubar sind, mit Ausnahme von Berlin und Brandenburg, bietet der Arbeitsplatz in Westdeutschland, doch Einiges mehr. Wer kann, verlässt die chancenlosen Bundesländer, die noch immer mit dem Solidaritätsbeitrag am Leben erhalten werden.

Solange sich dies nicht ändert, haben diese Bundesländer keine Chance auf eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung mit Zukunft. Wer über ostdeutsche Nazis lästert, der muss auch wissen wo die Ursache liegt und wer dafür die Verantwortung trägt.

Quelle: taz.de

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