Er ist da! Der erste deutschlandweite Schnee deckt das Land mit seiner weißen Decke zu und bringt damit den Weihnachtsfrieden hervor, der dieses Jahr sehr spät kommt und wahrscheinlich früh wieder geht.

Zuviele Probleme lasten auf dem Menschen und auf den Schultern des Landes. Deutschland lebt auf Pump und ist auf dem Weg zum Pleitier, genauso wie seine Nachbarn. Die Arbeitslosigkeit wird im nächsten Jahr einschlagen wie eine Bombe und das Land in eine Rezession ziehen, aber das ist ja noch weit weg. Über Bomben auf Kundus-Tanklaster regt sich nur noch die Opposition auf und in Kopenhagen rettet Obama mit Angie die Welt vor dem Untergang. Es ist Weihnachtsfrieden!

Anhalten, Motor abstellen und sich was Gutes tun. Diese Devise wird bis ins neue Jahr halten, doch nach der familiären Einkehr kommt dann in 2010 die Realität zurück. Aber die Pause von der verrückten Welt hat auch etwas Reinigendes. Sie bietet die Chance eigene Batterien wieder voll zu laden und sich auf das wesentliche zu besinnen. KLärende und beratende Gespräche im Kreis der Familie sind oftmals nur in diesen Tagen möglich und viele nutzen die Chance.

Ja, es gibt den Weihnachtsfrieden, genauso wie es die Weihnachtshasser gibt. Es gibt nicht erst seit den Stellungskämpfen des 1. Weltkriegs, sondern seitdem Weihnachten in unserer Gesellschaft zelebriert wird. Ob der Weihnachtsfrieden auch im fernen Afghanistan stattfindet bleibt den Taliban überlassen. Generell sollte man den Weihnachtsfrieden aber immer als Chance auffassen, als Chance für einen selbst.

Die Wirtschaftskrise erreicht den Arbeitsmarkt! Nicht erst die letzten Arbeitslosenzahlen zeigen die steigende Arbeitslosigkeit, auch das Auslaufen des Kurzarbeitergeldesin den kommenden Wochen malt ein düsteres Bild. Bereits jetzt sind die örtlichen ARGEn und Arbeitsämter komplett überlastet und müssen zudem noch mit einer System- und Softwareumstellung kämpfen.

Sonst hieß es immer, wenn du einen Job im öffentlichen Dienst hast, dann bist du auf der sicheren Seite. Dieser Sachverhalt existiert schon lange nicht mehr, außer vielleicht bei den Altgedienten. Die neuen Mitarbeiter der ARGEn werden regelrecht verheizt, schlimmer geht es selbst in den meisten Unternehmen nicht zu. Viele neue Mitarbeiter gehen gerade jetzt lieber wieder vor den Tisch der Arbeitsvermittlung als dahinter.

Hierfür sind zwei Aspekte verantwortlich:

Zum einen hat die Arbeitsagentur vor einiger Zeit ein neues System eingeführt, welches für jeden Mitarbeiter eine Herausforderung darstellt und fast den dreifachen Arbeitsaufwand pro Kunden bedeutet. Zudem will die Arbeitsagentur, dass jeder Kunde mindestens 1 Mal im Monat bei der ARGE oder Arbeitsagentur vorstellig wird. Ziel dieser Maßnahme ist den Druck auf viele Faulenzer und Sozialbetrüger zu erhöhen, die es bekanntlich in großer Anzahl gibt. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass viele Hartz 4-Empfänger nebenbei als Schwarzarbeiter in der Gastronomie, als Autohändler oder Putzkraft tätig sind undeigentlich gar nicht raus wollen aus der Hartz 4-Leistung.

Allerdings kommt hier aktuell der angekündigte zweite Aspekt zu tragen. Die Wirtschaftskrise erreicht den Arbeitsmarkt und wird nach dem Auslaufen des Kurzarbeitergeldes (nach der Bundestagswahl) den deutschen Mittelstand in die Pleite treiben. Die Arbeitsagentur rechnet intern bereits mit einem Desaster und apokalyptischen Arbeitslosenzahlen. Dieser Trend hat bereits eingesetzt, wie auch die aktuellen Arbeitmarktzahlen zeigen. Vor allem die zu erwartende Jugendarbeitslosigkeit in Regionen wie Ostwestfalen aber auch Ballungsgebieten wird dramatisch ausfallen. Die ARGEn und Arbeitsagenturen können nur verwalten, denn es gibt keine Stellen zu besetzen.

Ein Crash nach dem anderen und kein Ende der Bankenkrise in Sicht. Mit welcher Inkompetenz und welcher Gleichgültigkeit Banker ein unkontrolliertes System der Geldvernichtung managen wird dieser Tage wieder extrem deutlich. 

Für die meisten normalen Bürger, worunter ich mich auch zähle, ist dieses ganze Auf und Ab sehr undurchsichtig und vor allem unverständlich.  Das einzige was mit Sicherheit am Ende dieser ganzen Entwicklung stehen wird ist die Tatsache, dass wir Normalbürger die Zeche zahlen müssen, weil andere sie geprellt haben.

Doch worüber soll man sich mehr aufregen? Die Tatsache, dass ein globales bankensystem versagt? Oder das ein Ende vom Aufschwung verkündet wird, wo noch nicht einmal jemand mitbekommen hat, dass es einen Aufschwung gegeben hat?

Mal ehrlich! Wer hat mitbekommen, dass es uns die letzten Jahre besser gegangen sein soll? Wir haben 1-2 Jahre erlebt, in denen die Arbeitslosenzahlen zurückgegangen sind. Die “neuen Beschäftigten” werden innerhalb der nächsten Monate sehr rasant ihren Arbeitsplatz, von dem sie noch nicht einmal leben konnten, wieder verlieren. Die Arbeitsplätze sind nämlich millionenfach in der Zeitarbeitsbranche entstanden und die wird bei einem Abschwung die Beschäftigten sehr schnell wieder vor die Tür setzen.

Ich prophezeie eine so rasanten Anstieg der Arbeitslosigkeit, wie in dieses Land noch nie erlebt hat. Innerhalb weniger Monate einige Millionen Arbeitslose.

Dass ich kein Freund des deutschen Bildungssystems bin und auch keine allzu hohe Meinung über die Bundesagentur für Arbeit habe, dürften Leser des Blogs ja bereits mitbekommen haben. Trotzdem bin ich zeitweilig überrascht, wie sich Synergien bilden und ich beide in einem Blog kritisieren kann, nein, leider muss.

Denn dass die Menschen, denen wir unseren größten Schatz, in Form unserer Kinder anvertrauen, und deren Ausbildung auch der Garant für die Qualifikationen, Fähigkeiten, Wissen und Leidenschaften unseres Nachwuchses sind, das also einige der Pädagogen als Saisonarbeiter tätig sind, war mir neu. Kein Scherz: Einige Bundesländer stellen gerade Jung- und Vertretungslehrer nur für ein Schuljahr ein und lassen sie in den Sommerferien „stempeln“ gehen. Die Arbeitslosigkeit steigt auffallend in den Monaten Juli und August (7000 Lehrer +) und sinkt dann wieder schlagartig mit dem neuen Schuljahr. Ich kennen aus meiner Arbeit als Bildungsreferent viele Lehrer und will den Job wirklich nicht machen (wollen sie die Hälfte des Tages mit einer Klientel verbringen, die null Bock auf Sie und Ihre Arbeit hat?), und einige von ihnen schwänzen definitiv einen anderen Beruf. Aber, gute Leute haben ihren Preis (über Managergehälter, die 140x höher sind als die der Belegschaft brauchen wir nicht reden)! Und der hat auch etwas mit Wertschätzung zu tun. Wie soll ich Schüler für Stoff interessieren, wenn meine Motivation mit daran hängt, ob ich sechs Wochen später überhaupt noch einen Job habe? Und in der Zwischenzeit meinem Deutschkurs Burger im Fast-Food-Restaurant serviere, um meine Miete zahlen zu können? Absurd. Das Land spart, der Staat springt ein und gezahlt wird es am Ende eh von jedem Einzelnen. Merkt er aber nicht, weil nicht bei jeder „sozial Subvention“ ein Beamter vor der Tür steht und den Obolus einfordert.

Der Bundesrechnungshof kritisierte schon im Jahr 2001, diese Praxis “reize die gesetzlichen Schutzbestimmungen des Arbeitsrechts bis an die Grenzen aus”, was die Bundesagentur schließlich veranlasste (nach nur sieben Jahre der Bewusstwerdung: soll man da schreien oder glücklich sein?), die fraglichen „Kettenverträge“ der Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, aber auch Niedersachsen und Rheinland-Pfalz unter die Lupe zu nehmen. Die zusätzliche Belastung an ALG I und II Zahlungen beläuft sich auf 17 Millionen Euro. By the Way: es fehlen 20000 Lehrer. Und natürlich die Mittel um sie zu bezahlen.

Ich finde dieses ganze Prozedere unglaublich. Und es zeigt mal wieder die schlechte, oder gar nicht vorhandene Lobby der Lehrer. Aber Würde ist in Sicht: zumindest Hessen und Rheinland-Pfalz haben Änderungen beschlossen.