Für die Arbeitnehmer von Google ist es eine gute Meldung: Google zahlt seinen 23.000 Mitarbeitern durchweg 10% mehr Gehalt und zusätzlich 1000 Dollar Prämie am Ende des Jahres. So etwas hat in Deutschland noch kein Arbeitnehmer erlebt, es sei denn er ist/war vielleicht Banker.

Google geht es gut und dafür tragen die Mitarbeiter die Verantwortung, daher werden sie auch belohnt. Das ist nicht nur fair, es zeigt auch den Weitblick des Unternehmens, welches somit einer Abwanderung zur Konkurrenz eine Abfuhr erteilt. Google investiert in seine Mitarbeiter, für die meisten deutschen Arbeitnehmer ist das neu.

Wenn in Deutschland ein Unternehmen dank seiner Mitarbeiter gut läuft, dann wird es dort keine freiwillige Beteiligung der Mitarbeiter am guten Geschäft geben, erst muss die Gewerkschaft drohen, dann der Warnstreik folgen, bis sich überhaupt einer im Unternehmen bewegt.

Viele deutsche Unternehmen schütten ihre Gewinne lieber an Aktionäre aus, tätigen damit Aquisitionen, oder belohnen nur die Führungsebenen. So haben es die meisten in den letzten 20 Jahren praktiziert. Doch sie werden damit nicht mehr unbedingt gut fahren, denn dank eines guten Arbeitsmarktes wechseln momentan so viele Mitarbeiter in neue und bessere Jobs, dass die Unternehmen schon wieder lauthals den Fachkräftemangel propagieren und nach ausländischen Billigarbeitern rufen.

Nach langer Minuspunkte-Sammlung ein Pluspunkt für Goggle, zumindest für die Arbeitnehmer.

Quelle: PCGH.de

Das Justizministerium unter der FDP-Ministerin Leutheusser-Schnarrenberger will mehr Datenschutz für Arbeitnehmer realisieren. Zuständig hierfür ist jedoch das Innenministerium von CDU-Mann Lothar de Maizière, der nun seinen Offenbarungseid leisten muss. Mehr Datenschutz oder mehr Datenkontrolle?

Die FDP hat einen schlechten Ruf in Bezug auf die Rechte von Arbeitnehmern, schließlich gilt sie ja als Partei der Besserverdienenden und der Unternehmer. Doch seit dem Regierungswechsel offenbart die Partei auch ihren liberalern Charakter der Jahrzehnte lang verschollen galt. Das ausgerechnet die FDP sich nun für den Datenschutz der Arbeitnehmer einsetzt verwundert zuerst, liegt jedoch Nahe, wenn es der Partei mit ihren freiheitlichen Wurzeln wirklich Ernst ist.

Der Vorstoß aus dem Justizministerium kommt nicht ohne Vorwarnung, schließlich haben sich die Skandale mit Arbeitnehmerdaten in den letzten Jahren gehäuft. Vor allem die großen Konzerne sind hier unangenehm aufgefallen, beispielsweise die Deutsche Bahn, Lidl oder zuletzt Daimler mit dem Bluttest für Bewerber. Die Skandale sind da, die Strafanzeigen auch, nur die Rechtsgrundlage nicht, denn in Deutschland wird das Arbeitnehmerrecht noch immer mit Füßen getreten, ganz nach dem Motto “Wer braucht schon Arbeitnehmerrechte? Die Unternehmen regeln das allein!”.

Maultaschen- und Gutscheinbon-Skandale belegen zudem die Willkür der Arbeitgeber und die Ignoranz und Gleichgültigkeit des Staates. Wir leben zwar in einer Demokratie und einem freiheitlichen System, allerdings bitte schön nur bis zum Werkstor oder zum Geschäftseingang. Wer eintritt muss den freiheitlichen Schutzmantel ablegen und sieht sich einer autoritätenbetrieblichen Diktatur gegenüber, die nicht selten einer Firmenphilosophie folgt, die faschistische Züge aufweist.

Quelle: tagesschau.de

Mein Vater macht sich gerade noch mal selbständig und es ist spannend, die Schritte zu sehen, die dabei bewältigt werden müssen. Von der Werbung angefangen, bis zum neuen Steuerbüro, Existenzgründerzuschüsse und Businessplan. Was aber noch mehr Energie nimmt, ist der Umstand, dass er seine vorige Stelle nach fast einem viertel Jahrhundert aufgegeben hat, weil er gemobbt wurde. Nach fast einem Jahr sind die Entwürdigungen, Schikanen und nächtlichen Telefonanrufe immer noch Thema und fesseln ihn. Dazu aktuell:
In einer Kolumne der Zeit stellt eine betroffene Leserin die Frage, welche Konsequenzen die Kündigung wegen Mobbings mit sich bringt.

Bis diese Frage gestellt wurde, ist schon eine Menge schief gelaufen. Allein die persönlichen Konsequenzen sind beachtlich: Angst vor dem Büro, vorm nächsten Telefon klingeln, das Gefühl, allein zu kämpfen und die Angst, benachteiligt zu sein und von wichtigen Prozessen abgeschnitten zu werden. Stress vom Schreibtisch, der sich zuhause in der Familie entlädt, Bluthochdruck, Schlafprobleme. Viele Mobbingopfer weisen nach gewisser Zeit eindeutige Symptome einer depressiven Erkrankung auf, die Therapiebedürftig ist.
Auch wirtschaftlicher Schaden droht: Mobbing kann sich kein Unternehmen leisten. Wenn Leistungsträger von Informationen abgehalten werden, drohen teuere Fehlentscheidungen. Für ein Team ist die Situation tödlich, weil Angst herrscht. Sie frisst jede Kommunikation, Vertrauen untereinander, Austausch, Kreativität und Leistungsbereitschaft über den Arbeitsauftrag hinaus.

Also: Wer muss im Vorfeld etwas tun und was bleibt dem Opfer an Möglichkeiten?

In einer Broschüre der Bundesagentur für Arbeit und Soziales heisst es: „Der Arbeitgeber hat die Pflicht, das Persönlichkeitsrecht und die Gesundheit seiner Arbeitnehmer zu schützen. Er muss daher Mobbing unterbinden, gegen mobbende Arbeitnehmer vorgehen und alles tun, um Mobbing in seinem Unternehmen zu verhindern.“ Aus meiner Sicht und aus Erfahrungen meines Bekanntenkreises scheint allein schon dieser Auftrag fragwürdig ausgeführt zu werden. Ich kenne viele Vorgesetzte, die sich nicht die Finger schmutzig machen wollen, oder denen die Kompetenz fehlt, um auf die Missstände einzugehen. Die Unternehmen selbst sind gefragt: Nicht nur die Personal- und Organisationsverantwortlichen müssen für das Thema sensibilisiert und geschult sein, um möglichst frühzeitig und präventiv einzugreifen. Die gesamte Belegschaft braucht umfassende Informationen. Es muss klar sein, dass Mobbing kein Kavaliersdelikt ist und von Seiten der Arbeitgeber nicht geduldet wird. Eine offene Struktur, in der jeder die Möglichkeit hat, sich auszutauschen, Kommunikation gefördert wird kann verhindern, dass aus alltäglichen Konflikten Mobbing-Fälle werden.

Das Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Psychotraumatologie, hat eine Onlineumfrage gestartet, die klären soll, inwieweit Erfahrungen aus früheren Lebensphasen (Kindheit, Adoleszenz) die Wahrscheinlichkeit erhöhen, später ein Mobbing-Opfer zu werden. Die Fragen werden anonym behandelt und machen die Reichweite und den Blick klar, was unter Mobbing fällt und man selbst schon ein Opfer ist.

Und als Opfer? Nicht jedem ist die Kompetenz gegeben, Mobbing direkt anzusprechen. Holen Sie sich Unterstützung bei Kollegen, Ihrem Vorgesetzten oder der nächst höheren Hirarchieebene. Auch der Betriebs- oder Personalrat ist eine Anlaufstation. Versuchen sie nicht, die Anfeindungen auszusitzen: die täglichen Beeinträchtigungen im Privat- und Arbeitsbereich sind es nicht wert. Erste Hilfe und weitere Anlaufstationen finden Sie in der erwähnten Broschüre der Bundesagentur für Arbeit und Soziales.

Bundesagentur für Arbeit und Soziales: Mobbing
Bürgerinitiative gegen Mobbing
Schüler-Mobbing
Die Zeit- Kolumne zum Arbeitsrecht

Auszeit vom JobWährend meines Studiums war ich immer extrem neidisch auf meine Professoren, die sich immer nach 2-3 Jahren in ein Forschungsfreisemester verabschiedet haben. Ich dachte immer: “Beamter müsste man sein!” Tja, das gleiche denke ich heute hin und wieder auch noch ;-) , zumindest wenn es um Themen wie Sabbatical geht. Dieses Privileg der Beamten ist schon ein wahrer Luxus in der heutigen Zeit, wo der Burn-Out eines Kollegen den nächsten jagd.

Als normaler Arbeitnehmer hat man natürlich keinen Anspruch auf eine solche Auszeit vom Job, es sei denn, man ist in der Position dieses beim Arbeitsvertrag einzufordern. In der Regel spielt hier der Arbeitgeber jedoch nicht mit, wie so oft. Ausnahmen bilden hier aber oftmals große Unternehmen, die international aktiv sind und sich bemühen die Mitarbeiter zu halten.

Im Gegensatz zum deutschen Arbeitsmarkt ist das Sabbatical in vielen anderen Ländern nicht unüblich. *neid* Unternehmer schimpfen zwar immer gerne, dass es die deutschen Arbeitnehmer im internationalen Vergleich doch viel zu gut haben, aber dies entspricht nicht immer den Tatsachen.

So kommen wohl weiterhin nur Beamte oder Lehrer in den Genuss der Auszeit vom Job. Als verbeamteter Lehrer kann man zum Beispiel sieben Jahre arbeiten und dann ein Jahr die Auszeit nehmen. Während der sieben Jahre bekommt man dann zwar auch nur siebenachtel des Verdienstes ausgezahlt, aber der Rest wird angespart und fließt im Auszeitjahr als Gehalt in die Tasche. Nicht schlecht, oder?

Am 12. Februar sind in Berlin die 100 Besten Arbeitgeber Deutschlands 2008 ausgezeichnet worden. Der Wettbewerb wurde von dem Forschungs- und Beratungsunternehmen Great Place to Work® Institute Deutschland, in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut psychonomics AG, der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und dem Wirtschaftsmagazin “Capital”, prämiert.

Allein 35 Auszeichnungen gingen an Unternehmen in Bayern, die damit die meisten Besten Arbeitgeber zählen.

Die ersten Plätze des Gesamtrankings konnten das IT-Beratungshaus ConSol Software (Wettbeberbssieger), der Netzwerkspezialist Cisco Systems (Platz 2), das Logistik-Beratungsunternehmen 4flow (3), der Technologiekonzern 3M (4) und der Personaldienstleister Vedior (5) einnehmen.

Zusätzlich wurden fünf Sonderpreise für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Arbeitsplatzkultur vergeben: Microsoft Deutschland erhielt den Sonderpreis für “Chancengleichheit der Geschlechter”, die E.ON Führungsgesellschaften (E.ON AG, E.ON Energie AG, E.ON Ruhrgas AG) für “Gesundheitsförderung”, die SICK AG für die “Förderung älterer Arbeitnehmer”, Dow Deutschland für “Diversity” (kulturelle Vielfalt) und das Vier-Sterne-Tagungshotel Schindlerhof für “Lebenslanges Lernen”.

Für die Qualität und Attraktivität der Unternehmen als Arbeitgeber war das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Führungskräften, die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrer Arbeitstätigkeit und dem Unternehmen insgesamt sowie mit der Atmosphäre am Arbeitsplatz Maßstab der Erhebung. In einer schriftlichen Mitarbeiterbefragung wurden Faktoren wie Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Team ermittelt. Personalverantwortliche gaben extra Auskunft zu Maßnahmen und Konzepten der Personalpolitik. Befragt wurden rund 45.000 Mitarbeiter von insgesamt 252 Unternehmen.

Größenklassengewinner
Unternehmen über 5.000 Mitarbeiter
Platz 1 SAP
Platz 2 Dow Deutschland
Platz 3 Techniker Krankenkasse

Unternehmen von 501 bis 5.000 Mitarbeiter
Platz 1 Cisco Systems
Platz 2 3M Deutschland
Platz 3 impuls Finanzmanagement

Unternehmen bis 500 Mitarbeiter
Platz 1 ConSol* Software
Platz 2 4flow
Platz 3 Vedior Personaldienstleistungen

www.greatplacetowork.de
Deutschlands beste Arbeitgeber