Irland und die Sache mit dem Neo-Liberalismus: Hoch gestiegen – tief gefallen

Die letzten Jahre galten die Iren als der „keltische Tiger“, welcher große Konzerne anzog wie Fliegen das Licht. Allein aufgrund der Tatsache, dass es dort keine Unternehmenssteuer gibt und sich die Konzerne quasi dort austoben konnten, ohne etwas dafür zu bezahlen.

Nun, wenn nach der Party das Licht angeht muss immer einer die Rechnung bezahlen. Die Iren sind nun pleite und quasi bankrott. Genau wie die Griechen sollen jetzt die anderen Länder der EU dafür bezahlen, dass die Konzerne sich jahrelang in Irland auf Kosten der Allgemeinheit bereicherten. Wie lange kann das gut gehen?

Deutschlands Banken haben einen Eigennutzen an der Rettung der Iren, sie haben die Verschwendung jahrelang finanziert und sind somit weitgehend mit dafür verantwortlich, dass die Iren die plündernden Konzerne ins billige Irland ließen. Doch solange die Kohle kam und die Iren reicher wurden interessierte es sie auch nicht, dass die Unternehmen nichts zurückgaben, schließlich gab es wenigstens Arbeitsplätze, so dass hunderttausende Gastarbeiter aus Polen und anderswo ins Land kamen.

Die Kapitalverstrickungen internationaler Banken, auch der deutschen Banken, sind beängstigend. Weil die Banken fehlerhaft und grobfahrlässig die Party auf Pump finanzierten müssen die EU-Bürger nun sparen und das Dilemma ausbaden. Kürzungen in ALLEN öffentlichen Bereichen und Leistungen sind die direkte Folge der unmoralischen globalisierten Geldströme, der Wachstumsfinanzierung auf Pump, des Neo-Liberalismus und der bewussten politischen Entscheidungen für mehr Staatsschulden. Wenn dieser Sachverhalt nicht auf eine Systemkrise hinweist, dann wohl keiner.

Die Tatsache, dass sich nichts bewegt und keiner die Systemfrage stellt, liegt an der Tatsache, dass die Entscheidungsträger direkt oder indirekt in materieller Form von der aktuellen Situation profitieren.

Quelle: ftd.de

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