Digitale Arbeitswelt – wir stecken mitten in der Revolution

Meistens lassen sich Phasen in der Geschichte der Menschheit eher im Nachhinein kategorisieren. Wer mitten in einer Veränderung oder Umwälzung steckt, kriegt diese oftmals erst zu einem späteren Zeitpunkt, also rückblickend betrachtet, analysiert.

Dass wir aktuell in einer weltweiten gesellschaftlichen Umwälzung stecken, die sämtliche Umwälzungen zuvor eher in den Schatten stellt, bemerken jedoch die meisten Menschen der heutigen Zeit. Da Änderungen für Menschen nicht immer positiv ausgehen, spüren auch viele Menschen eine gewisse Angst mit Blick auf die persönliche Zukunft.

Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Angst vor der Altersarmut oder auch die Angst vor dem Fremden, oder aggressiven Religionen. Von den Medien angefeuert, die heute eher auf Sensationsjournalismus und Quote schauen, als auf Wissensvermittlung.

Doch was steht den Menschen wirklich ins Haus? Wo stehen wir aktuell und wo geht die Fahrt hin?

Wir erleben aktuell gleich 2 Phasen in der Geschichte der Menschheit, die so noch nie dargewesen sind. Zum einen den von uns gemachten Klimawandel und zum anderen der digitale Wandel, welcher die Mehrheit der heutigen Arbeitsplätze in den nächsten Jahrzehnten durch eine Künstliche Intelligenz bzw. eine Maschine ersetzen wird.

Beide Phasen sind komplett unterschiedlich, bedingen aber einander und sind nur schwer zu trennen. Denn beide, werden den sozialen Druck auf die Menschen erhöhen, nicht auf die Oberschichten, aber auf die Mittel- und Unterschichten.

Während die Folgen des Klimawandels besonders in den Entwicklungsländern deutlich werden, zeigt bei uns der digitale Wandel am Arbeitsplatz deutlich seine Folgen, auf den es jetzt näher einzugehen gilt.

In den letzten 10-15 Jahren gab es in Deutschland eine Welle des Jugendwahns in den Unternehmen. Ältere Arbeitnehmer wurden schon mit Anfang/Mitte 50 auf das Abstellgleis gestellt und junge, flexibele und gierige Berufseinsteiger sollten übernehmen. Der Markt wurde geflutet mit jungen Mitarbeitern, weil die Jobangebote fehlten. Die deutschen Unternehmen investierten lieber im Ausland, als im Inland. Aus diesem Grund wird auch oft von der „verlorenen Generation“ gesprochen. Die sich mit prekären Arbeitsverhältnissen von Job zu Job hangeln musste, begünstigt durch die Agenda 2010.

In der Regel folgt auf eine Phase des Abschwungs auch wieder eine Phase des Aufschwungs. Die Volkswirtschaftler sehen solche Phasen ab einem Wirtschaftswachstum von über 2% des Bruttoinlandsproduktes, welches wir letztmalig in den Jahren 2010 und 2011 hatten. Wir stecken aktuell noch immer in der Weltwirtschaftskrise aus den Jahren 2007/2008 und diese Krise wird uns noch lange begleiten.

Es gibt Menschen, die den aktuellen digitalen Wandel als Weg aus der Wirtschaftskrise sehen. Das mag in gewissen Nationalitäten durchaus so sein, jedoch sicherlich nicht für die meisten Länder dieser Welt. Denn digitaler Wandel bedeutet nichts anderes als die Steigerung der Arbeitsproduktivität, sprich eine autonome Maschine macht den Job schneller und günstiger.

Was den Menschen aktuell solche Angst macht, ist zudem die Schnelligkeit des Wandels. Wenn man überlegt, dass Gerhard Schröder die Deutschen erst vor 10 Jahren von der Produktionsgesellschaft in die Dienstleistungsgesellschaft geführt hat und nun bereits der Abschied aus der Dienstleistungsgesellschaft erfolgt. Paketzusteller werden durch Drohnen ersetzt, LKWs fahren ohne Fahrer, genau wie Taxis, usw.

Was fehlt ist die Perspektive für die Menschen in der Zeit des digitalen Wandels. Wenn es der Politik nicht gelingt die Menschen mitzunehmen und ihnen alternative Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten, werden immer mehr Menschen den Populisten anheimfallen und die Demokratie wird wanken.

Vielleicht ist es an der Zeit eine wichtige Frage zu stellen: Dient der Mensch dem System oder dient das System dem Menschen?

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