Die Guttenberg-Wahlbibel als Freudscher Versprecher

Kaum ist sie da, schon ist sie wieder weg. Wirtschaftsminister Guttenberg hat sein Konzept für die Zeit nach der Wahl vorgestellt und musste dafür ordentlich Prügel einstecken. In der Tat war das Konzept eigentlich keins und schien eher von Lobbyverbänden entworfen zu sein – war es gar auch ein Fremdentwurf?

Was da in dem Guttenberg-Konzept auf den Tisch kam dürfte die Unternehmerverbände freuen. Weniger Sozialabgaben für Unternehmen und Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Er will die Leiharbeit noch weiter ausbauen und sogar fördern. Dabei müsste er doch mitbekommen haben, dass die Arbeitnehmer zweiter Klasse in der Wirtschaftskrise zuerst auf der Straße stehen und auch Kurzarbeitergeld für sie keine Perspektive ist.

Es bleibt zu vermuten, dass dieses Konzept wirklich von einem Lobbyisten erstellt wurde, denn plötzlich will es keiner in der CDU/CSU gewesen sein, der dieses Papier geschrieben und veröffentlicht hat. Guttenberg distanziert sich innerhalb von 24 Stunden öffentlich von seinem Konzept. Was soll uns das sagen?

Ist die CDU/CSU unterwandert? Haben Menschen im Hintergrund die Macht an sich gerissen? Oder wollte Guttenberg nur schnell sein Statement in Richtung der Unternehmen schicken und sich somit empfehlen? Es scheint wohl eher Letzteres zu sein. Guttenberg weiß, dass in dieses unsoziale Konzept von der Beliebtheitsskala wegsprengt, allerdings sind es die Thesen die er vertritt. Dies jedoch vor einer Wahl zu äußern kostet Stimmen, viele Stimmen. Guttenberg hat sich einen Freudschen Versprecher geleistet und zum ersten Mal hat sich die CDU/CSU offen dem Wahlkampf gestellt, allerdings ging der Schuß gleich nach hinten los.

Was haben also das Wort Gottes in Form der Bibel und das Konzept von Wirtschaftsminister Guttenberg gemeinsam? Nun, beide wurden von anderen geschrieben, beide wurden im Laufe der zeit überarbeitet und geändert und beide stellen die Glaubensfrage in Bezug auf den Inhalt.

Quelle: süddeutsche.de

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