Die FDP ist tot, sie hat sich selbst neo-liberalisiert

Keine Partei hat sich in den letzten Jahren so sehr ins Abseits gestellt wie die FDP. Das ist der Verdienst von Guido Westerwelle, aber auch von den kommenden jungen Durchstartern der Partei. Die FDP hat nämlich das gleiche Problem wie die deutsche Wirtschaft – unfähige, junge Führungspersonen.

Mit dem jungen Guido Westerwelle (gerade mal 50 Jahre alt) geht derjenige, welcher der FDP die ganze Suppe aufgetischt hat und die Partei wird noch lange darunter leiden. Westerwelle war schon die jugendliche Ausnahme in der Politik, er reformierte die Partei nicht nur inhaltlich, sondern auch personell. Etliche alte erfahrene FDP-Hasen wurden rausgeekelt und durch junge Nachzügler ersetzt, jetzt erhält die Partei die Quittung für ihre falsch verstandene Erneuerung.

Die großen Fehler der FDP:

1. Jugendwahn seit der der Jahrtausendwende: Guido Westerwelle ist für einen Politker noch sehr jung, im Prinzip war das auch seine einzige Befähigung. Mit kanpp 40 die Partei zu übernehmen war damals in der Politik ein Novum und ist es auch noch heute. Die FDP hat sich dies bei der Wirtschaft abgeschaut, die zeitgleich einen entsetzlichen Jugendwahn vollzog und alles in Rente schickte was vor der großen Schulreform 1968 zur Schule gegangen war. Je jünger desto besser, Qualifikation meistens egal.

Was sich die deutsche Wirtschaft und auch die FDP damit angetan haben wird vielen heute erst deutlich, wo Unternehmen und Parteien durch Missmanagement vor die Wand fahren. Heute wird in der Wirtschaft bewusst gegengesteuert, in der FDP wird die Erkenntnis erst noch langsam reifen, zuviel „Brain“ ist in Rente und zu wenig wurde gefördert.

Jung sein und schnell Karriere machen durch Networking, da bleibt die Qualifikation meistens auf der Strecke. In der FDP sind aus diesem Grund keine geeigneten Kandidaten für den Parteivorsitz vorhanden. Im Gespräch ist allen Ernstes wieder ein Jungspund namens Rösler, der kaum Lebenserfahrung besitzt und eine Beitragserhöhung allen Ernstes als Gesundheitsreform verkauft. Ohne Zweifel, die FDP hat einen sehr langen Weg vor sich, genau wie ihn die SPD gerade geht und die CDU demnächst vor sich hat.

2. Die verkauften Ideale: Keine andere Partei, außer vielleicht die SPD unter Gerhard Schröder, hat ihre Ideale so verkauft wie die FDP. Das hängt zum einen damit zusammen, dass sie sich von der Wirtschaft hat in die Irre führen lassen, zum anderen aber auch mit einer naiven Vorstellung von Globalisierung. Die FDP musste lange in der Opposition verweilen und zeigt sich heute als nicht-regierungsfähig. Ihr einziges Zugpferd ist der Neo-Liberalismus und das Wahlkampf-Märchen von der Steuersenkung. Beides ist gescheitert. Der Neo-Liberalismus mit einem globalen Super-Gau in Form der größten Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren und die Steuersenkungswünsche als direkte Folge davon.

Die FDP wird diese Legislaturperiode nicht überleben, soviel scheint sicher. Westerwelle wackelt, ebenso wie Brüderle wird Rösler hinter vorgehaltener Hand für sein Reförmchen ausgelacht. Die Landung in den kommenden Monaten wird hart und an ihrem Ende wird die FDP vielleicht nicht mehr im Bundestag vertreten sein. Zu Recht!

Doch vielleicht wird sie sich ihrer alten Ideale und Werte eines Tages wieder besinnen. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben.

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