Mi 7 Okt 2009
DFB Bolzplatz – Gut gemeint, aber den Schaden haben die Kinder
Erstellt von Ulrich Schulte unter Allgemein , Freizeit , Geschichte , Gesellschaft , Sport , Wissenschaft[4] Kommentare
Der DFB baut seit Herbst 2007 bis heute 1000 Bolzplätze für Kinder. Im Zuge der Fußballweltmeisterschaft sollte etwas für die Jugendförderung getan werden. Die Kids sollten für die Vereine motiviert und aktiviert werden, schließlich verdient der DFB schon in der Jugend Millionen an seinen kleinen Kickern, alleine durch die Fußballsammelbilder. Doch aus gesundheitlicher Sicht erwartet die Minikicker in älteren Jahren eine orthopädische Katastrophe.
21 Millionen Euro stehen für die 1000 Bolzplätze bereit und die meisten sind schon längst gebaut. In Dörfern des ganzen Landes stehen die Bolzplätze und erfreuen Kinderherzen, wie es Eltern nur selten schaffen. Der DFB ist zufrieden mit seiner Jugendförderung, der Verein ist glücklich das die Kinder jetzt nicht mehr auf dem heiligen Rasen spielen und die Kinder haben endlich einen Platz an dem sie kicken können ohne sich mit dem Platzwart anzulegen. Alles scheint glücklich.
Doch was viele Eltern dieser Kinder gar nicht wissen, der Rasen auf dem Bolzplatz des DFB ist das ganze Jahr über grün. Es handelt sich um den pflegeleichten Kunstrasen, der in den 70er Jahren seine Blüte erlebte und heute wieder aktiv verbaut wird. Selbst die deutsche Nationalmannschaft muss bei der WM-Qualifikation in Russland auf Kunstrasen spielen. Jedoch hat dieser unverwüstliche Bodenbelag ein Problem, er ist der Tod aller Bänder und Sehnen und spätestens bei einem Wechsel in die Herren-Mannschaft, werden die kleinen Bolzplatzkicker von damals ihre ersten Bänder- und Sehnenrisse erleben. Die Folgekosten dürften in die Milliarden gehen, doch die trägt ja nicht DFB sondern das Gesundheitssystem, also warum sollte sich der DFB darum kümmern?
Ich persönlich war seit der E-Jugend leidenschaftlicher Fußballspieler, bis ich zum ersten Mal als Erwachsener auf einem Kunstrasen gespielt habe. Nach 10 Minuten hörte ich im Sprint einen lauten Knall und verspürte einen stechenden Schmerz. Ich dachte, dass mir jemand von hinten in die Beine getreten hat, doch dort war niemand. Meine Achillessehne war gerissen und das Thema aktiv Fußball zu spielen hatte sich für mich erledigt. Den Kunstrasen habe ich also nur einmal betreten, aber dies wird vermutlich auch das letzte Mal gewesen sein.
Die Medizin weiß um die Folgen der Kunstrasenverbreitung und schlägt schon seit längerem Alarm. Allerdings werden die bedenken immer mit einem Abwinken ignoriert oder gar die Unterstellung der Spaßbremse wird laut. Ein fataler Fehler mit ungeahnten Folgen für alle Kinder, die jetzt auf den DFB-Bolzplätzen toben. Das Motto der DFB-Bolzplätze “Fußball ist Zukunft”, scheint in diesem Zusammenhang eher wie pure Satire.

März 13th, 2011 at 11:20
Wie bitte? Persönliches Pech, nicht allgemeingültiges Szenario!
Der DFB hätte im übrigen auch nichts davon, kranke Nachwuchsspieler zu generieren.
März 13th, 2011 at 15:53
leider kein PP. mein örtlicher orthopäde kann aus dem stehgreif vier gleiche fälle benennen. wie gesagt, das problem mit dem kunstrrasen ist nicht neu und schon ewig bekannt.
Oktober 1st, 2011 at 00:57
Also ich weiß ja nicht wie du das hinbekommen hast, aber ich habe von 4 an bis ungefähr 10 nur auf normalem Rasen gespielt.
Ab 11 kam dann Kunstrasen dazu, und ich habe mir noch nie irgendetwas angerissen.
Ich glaube das hängt viel mehr mit der schlechten Fitness der Spieler zusammen und das man die Beine/Sehnen und eben die Achillesferse vor dem Spielen nicht warm macht.
Oktober 3rd, 2011 at 14:55
natürlich hat auch der fitnesszustand der jeweiligen person einen einfluss. genauso wie verschiedene andere faktoren ebenfalls. trotzdem ändert es nichts an dem sachverhalt.