Online Bewerbung


Als ich den Artikel von der Karriereberaterin Uta Glaubitz auf spiegel.de gelesen habe, stellte sich mir sofort die berechtigte Frage: Wie kann jemand einen solchen Müll schreiben? Oder ist der Textmüll einfach nur eine Provokation um ihr und spiegel.de Leser zu bescheren? Diese Frage muss jeder selbst für sich beantworten. Meine Antwort ist folgende: Uta G. glaubt den Trash wirklich den sie schreibt und spiegel.de nutzt das geschickt zur Provokation aus. Nie zuvor habe ich einen vom deutschen Berufsalltag entfernteren Beitrag gelesen, welcher offenbart, dass sich offenbar jeder Berufsberater nennen kann.

Burnout ist nur eine Frage der eigenen Person? Burnout ist ein Problem von Gutmenschen? Burnout mit sensibelen Charaktereigenschaften abzutun und den Menschen an ihrer Kankheit selbst die Schuld zu geben ist nicht nur frech, sondern offenbart das eigentliche Problem in unserer Arbeitswelt. Menschen wie Frau Glaubnix offenbaren mit ihren Thesen, dass der Mensch nur noch als Human Kapital gesehen wird und nur noch in dem Rahmen Beachtung findet, in dem er funktioniert. Man hat sich gefälligst in die Arbeitswelt einzufügen oder ihr fern zu bleiben. Wer sich nicht an den Leistungstägern der Gesellschaft orientiert und nicht den Arbeitsmarkt als täglichen Kampf betrachtet, wie er damals in der Steinzeit ums tägliche Überleben stattfand, der sollte lieber zuhause bleiben.

Die These von Frau Glaubnix kann man auch zusammenfassen mit: Arbeit ist Kampf und der Schwächere bleibt halt auf der Strecke.

Willkommen in der Vorindustrialiserung von Frau Glaubnix. Wer die letzten hundert Jahre am Arbeitsmarkt nicht mitbekommen hat, der sollte auch keine Berufsberatung machen.

Quelle: spiegel.de

Ab diesem September wird die Arbeitsagentur in NRW das anonymisierte Bewerbungsverfahren testen. Andere Unternehmen wollen bereits folgen.

Die anonyme Bewerbung hat den Vorteil, dass sibve nicht nur die Herkunft des Bewerbers verschleiert, sondern auch dessen Geschlecht, Nationalität, äußere Erscheinung oder Religionszugehörigkeit. Von der Idee her ist die anonyme Bewerbung für den leistungsstarken Bewerber nicht schlecht, denn sie stellt nur seine reine Leistung in den Vordergrund. In der Praxis wird es mit Sicherheit die ein oder andere Verschiebung geben.

Der Einstieg in einen Arbeitsmarkt für Bewerber wäre mit der anonymen Bewerbung vollzogen, allerdings müsste die Wirtschaft mitziehen und danach sieht es bis dato nicht aus, eher das Gegenteil. Die Personalverantwortlichen sind mit der aktuellen Situation sehr zufrieden und sehen eher Nachteile durch höhere Kosten in dem anonymen Bewerbungsverfahren.

Der Arbeitsmarkt ist momentan klar den Unternehmen unterworfen, die anonyme Bewerbung wäre die erste Abkehr von diesem Sachverhalt. Die Unternehmen müssten auf die Bewerber zu gehen, was sie in den nächsten Jahren durch demografischen Wandel vermutlich eh machen müssen. Doch gerade in den Unternehmen zählt nur, was Vorteile oder Geld bringt und das dürfte bei dem anonymen Bewerbungsverfahren nicht der Fall sein.

Gilt die Frauenquote eigentlich auch für das Amt des Bundespräsidenten? Egal, ich versuch es trotzdem …

An
Angela Merkel
Kanzleramt 1
Berlin

Sehr geehrte Frau Merkel,

über die Medien bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass Sie die Position des Bundespräsidenten in Deutschland zu vergeben ist. Aus diesem Grund möchte ich initiativ bei Ihnen vorstellig werden.

Ich verfüge über ein breites Spektrum an Allgemeinwissen und kenne mich mit den Neuen Medien sehr gut aus. Zudem reise ich sehr gerne und könnte beispielsweise bei den vielen Auslandsreisen gleich die Statements über Twitter veröffentlichen, garniert mit schönen Fotos, wie ihre Familienministerin Köhler.

Das inländische und weltpolitische Geschehen verfolge ich begeistert und finde auch Lena Meyer-Landruth gut. Als kommunikativer Mensch werde ich Ihre christdemokratische Politik mit Sicherheit niemals kritisieren, auch nicht, wenn ich das Amt des Bundespräsidenten erst einmal bekleide.

Diese Aufgabe werde ich gewissenhaft und leidenschaftlich erfüllen, weil ich schon immer König von Deutschland sein wollte. Dumme wahrheitsgemäße Äußerungen zu dem wirtschaftlichen Nutzen der deutschen Auslandskriege werden mir nicht über die Lippen kommen, denn ich möchte diesem Land wieder den imperialen Glanz verleihen, den es verdient hat.

Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei den Bezügen meines Vorgängers, weil ich ja in einem Schloss wohnen darf, und auch noch ein Ferienschloss in Bonn beziehe und der dumme Steuerzahler sogar meine Dienstboten bezahlt.

Für diese auf mich zugeschnittene Aufgabe stehe ich Ihnen und der tollen Partei CDU sofort zur Verfügung.

Hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen
ihr zukünftiger Bundespräsident

Der Berufsbildungsbericht 2010 legt für den deutschen Ausbildungsmarkt die Zahlen vor und stellt eine Diskrepanz fest, zwischen Ausbildungsplatzangebot und Ausbildungsplatznachfrage. Es gibt anscheinend tausende Bewerber die keine Ausbildung bekommen und tausende Unternehmen, die keine Azubis finden. Der schwarze Peter wird den Jugendlichen zugeschoben und eine “mangelnde Ausbildungsreife” attestiert.

Können Jugendliche wirklich dafür verantwortlich gemacht werden, dass in Gastronomie, Lebensmittelhandel, Fleischerei, Klempnerei und Gebäudereinigung ca. 10-15% der Azubis fehlen?

Liegt es nicht vielmehr daran, dass diese Bereiche mittlerweile kaum noch die Existenz der späteren Gesellen sichern können? Liegt es nicht vielmehr daran, dass diese Bereiche dem Dumpinglohn ausgesetzt sind? Liegt es nicht vielmehr daran, dass dort die Arbeitsintensität in keinem Verhältnis zur Entlohnung steht, ganz zu schweigen von den Arbeitsbedingungen!

Deutschland hat in Europa keine hohe Akademikerquote, trotzdem finden sich hier kaum noch Menschen, die in den einfachen Ausbildungsberufen aktiv werden wollen. Zu unattraktiv ist der Job, die Arbeitszeit, die Zukunftsperspektive und vor allem der Lohn. Endlich muss hier nachgesteuert werden im Rahmen von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Endlich müssen Arbeitgeber aktiv werden und den Lohn erhöhen und müssen Arbeitsplätze attraktiver gestaltet werden, um neue Mitarbeiter zu finden. Doch was machen Unternehmen und Staat? Sie steuern mit Gesetzen und Steuergeldern gegen, damit sich ja nichts zu Gunsten der Arbeitnehmer ändert. Ein Witz!

Zugegeben, die heutigen Heranwachsenden weisen in vielen Bereichen große Defizite auf, doch das hat nichts mit den Jugendlichen selbst zu tun, sondern eher mit den sogenannten innovativen Lernmethoden. Mittlerweile wird hier zurückgerudert, zum Beispiel im Fach Deutsch, wo über Jahre nach Gehör geschrieben werden sollte, was sich jedoch als grammatische Katastrophe offenbarte. Dies ist das Ergebnis von Länder-Bildungspolitik und nicht die Schuld von Eltern und Kindern.

Zudem wird den Jugendlichen eine mangelnde Leistungsbereitschaft vorgeworfen. Mit anderen Worten, sie wollen sich einfach nicht bedingungslos ausbeuten lassen. Sie werden an dieser Stelle in ein System gepresst, wo sie sich auf einmal in hierarchischen und teilweise faschistischen Strukturen wiederfinden. In vielen Unternehmen herrscht nicht mehr das Familiengefühl, sondern eher der “Human Kapital”-Gedanke. Davor kann das deutsche Arbeitsrecht in keinster Weise schützen, darauf hat sie auch niemand vorbereitet. Die heranwachsenden Azubis verweigern sich dieser Denkweise, sie wollen nicht die Arbeitssklaven der Zukunft werden.

Für mich eine positive Entwicklung! Die nächsten Jahre werden geprägt sein von weiterer Verweigerung von Arbeitseffizienz.

Quelle: zeit.de

Die Peinlichkeiten eines Guido Westerwelle und seine moralisch und wissenschaftlich verwerflichen Taten und Äußerungen sollen bei dieser nüchternen Betrachtung keine Rolle spielen. In diesem Artikel versuche ich lediglich darzustellen, mit welchem volkswirtschaftlichen Blödsinn die FDP dieses Land in den Abgrund treibt.

Das Gefangenendilemma ist eine volkswirtschaftliche Theorie, die jeder Student mit wirtschaftswissenschaftlichem Studienanteil einmal in seinem Leben gehört haben sollte. Sie besagt, dass zwei unter Verdacht stehende Gefangene, die ohne jegliche Kommunikation von einander getrennt sind, am besten fahren, wenn beide schweigen und das Angebot der Staatsanwaltschaft zum Auspacken ablehnen. Im Prinzip ist es eine Spieltheorie, die auf verschiedene Situationen zurückzuführen ist, unter anderem auf den Arbeitsmarkt und seine Personalrekrutierung.

Angenommen die 2 Gefangenen sind Bewerber (was gar nicht so weit hergeholt ist). Der Personalreferent des Unternehmens sagt zu jedem einzeln, dass der andere für die Hälfte des Geldes arbeiten würde und derjenige nur den Job bekommt, der noch billiger ist. Wenn sich einer von beiden auf den Deal einlässt, hat der Personaler gewonnen und einen Dumpinglohn erzielt. Wenn sich jedoch beide auf den Dumpinglohn einlassen, dann geht die Spirale noch weiter nach unten der Personalreferent kann in der nächsten Bewerbungsrunde noch tiefer pokern.

Lehnen jedoch beide Jobsucher das Angebot ab, so sitzt der Personalentscheider ohne einen neuen Arbeitnehmer dar und muss sein Angebot erhöhen, bis eventuell einer von beiden zusagt. Es werden nicht beide den Job bekommen, aber immerhin hat einer einen relativ normal bezahlten Job und der andere muss im Idealfall keine Dumpinglöhne fürchten die eventuell beim nächsten Jobangebot auftauchen.

Wenn jedoch in den Arbeitsmarkt soviel Arbeitskräfte hineingesteckt werden, dass dieser ein riesiges Überangebot liefert, wie zum Beispiel die 100 Millionen chinesischen Wanderarbeiter, dann werden diese leicht  zu Arbeitssklaven mit einer Lohnspirale nach unten. Die Kürzung von Arbeitslosengeld 2 und der erhöhte Druck auf den Arbeitsmarkt, wäre für die Lohnentwicklung in Deutschland eine Katastrophe. Einziges Gegenmittel käme der Mindestlohn n Frage.

Genau diese Richtung hat jetzt auch wieder Guido Westerwelle eingeschlagen, der mit aller Gewalt hunderttausende von Arbeitnehmern in den deutschen Arbeitsmarkt pressen will. Im Prinzip will uns die FDP also einen Arbeitsmarkt a la China bescherren, der wiedermal die Reichen noch reicher macht und die armen noch ärmer. Für Deutschland wäre es ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden, der die Steuereinnahmen langfristig wegbrechen und die Gesellschaft verarmen lässt.

Das weiß die FDP, möchte aber die Unternehmerinteressen durchsetzen, obwohl diese langfristig davon nicht profitieren! Aus diesem Grund spreche ich dieser Partei jede wirtschaftspolitische und gesellschaftliche Kompetenz ab!

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