Jobbörsen


Jeden morgen führt mich mein Weg an der örtlichen Arbeitsagentur vorbei und seit zwei Wochen stehen dort jeden Morgen mehr Menschen und warten auf den Einlass um 8:00 Uhr. Ein Zeichen für eine deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit im Februar 2010.

Wir dürfen gespannt sein auf die Verkündung der Arbeitslosenzahlen Anfang März. Nicht nur die meterlangen Schlangen vor den Arbeitsagenturen, auch die Konjunkturdaten deuten in die gleiche Richtung. Das schwierige Jahr 2010, welches uns bereits von Angela Merkel prophezeit wurde, scheint bereits jetzt den Arbeitsmarkt zu erreichen, obwohl das Kurzarbeitergeld noch gar nicht ausgelaufen ist. Kein gutes Zeichen!

arbeitszeugnis

Ein Arbeitsverhältnis ist eine Symbiose von Arbeitgeber und Arbeitnehmer und ist für beide ein gutes Geschäft, wenn die Harmonie im  Arbeitsverhältnis passt. Doch warum hat lediglich der Arbeitgeber die Pflicht einen Arbeitnehmer zu bewerten?

In der heutigen Zeit sind die Kräfteverhältnisse zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern deutlich verschoben, längst hat der Arbeitgeber das Recht auf seine Seite gezogen und sieht den einzelnen Beschäftigten oftmals nur noch als Human Kapital. Niemand außerhalb des Beamtenapparates und öffentlichen Dienstes kann sich seines Arbeitsplatzes sicher sein, die Macht der Gewerkschaften ist deutlich geschrumpft.

In dieser Zeit muss die Gesellschaft die Arbeitnehmer in Schutz nehmen und darf sie nicht wie Steuervieh behandeln, auch wenn viele Politiker so denken. Es muss auch für den Arbeitnehmer eine Möglichkeit geben, seinen Arbeitgeber zu bewerten, wenn er aus dem Unternehmen scheidet. Führungsqualitäten, Mitarbeiterförderung und -motivation, Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder ganz einfach work-life-balance, bieten entscheidende Anhaltspunkte für einen potenziellen Nachfolger in einem Job.

Wer heute eine Stelle wechselt, beispielweise aus familiären Gründen, der muss sich ganz allein auf die Aussagen der Personalreferenten im Unternehmen verlassen und hat nur wenig Entscheidungshilfen für eine begründete Zusage. Nicht selten entpuppt sich der berufliche Neuanfang als Horrorfilm, aus dem es natürlich dank der Probezeit einen Ausweg gibt, aber dennoch ist damit erstmal die Arbeitslosigkeit erreicht, denn wer findet heute schon innerhalb weniger Tage einen Job?

Selbst für die Unternehmen wäre es sinnvoll, schließlich müssen sie nach einem Fehlstart oftmals teure Bewerbungsverfahren wiederholen. An der Bewertung der Arbeitgeber also von beiden Seiten kein kein Weg vorbei, die Frage ist nur jetzt oder später?! Bewertungsportale fehlen bis jetzt.

Es war erwartet worden und wird trotzdem als positives Zeichen gewertet. Die Arbeitslosenzahlen im Januar sind nur leicht gestiegen im Vergleich zu den Vorjahren. Allerdings verliert die Zeitarbeit gerade den Boden unter den Füßen.

Für 18 Monate zahlt der Staat den Unternehmen ihre Mitarbeiter, wenn sie Kurzarbeit beantragen müssen. Ende 2008, als die Banken-Blase bereits längst geplatzt und die Krise bereits verkündet war, haben die ersten Unternehmen das Kurzarbeitergeld beantragt. Nach der Bewilligung haben sie dann 18 Monate lang geförderte Arbeitsplätze, doch was passiert wenn die Förderung ausläuft?

Diese Frage kann nur der Unternehmer beantworten, jedoch ist zu vermuten, dass die ersten Entlassungswellen im kommenden Frühjahr 2010 zu erwarten sind. Schönrederei hin und Pessimismus her, die konjunturellen Zeichen sind nicht unbedingt positiv zu sehen.

Die Zeitarbeit, der einzige erreichbare Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose ist so gut wie tot. Hier wird fast ausschließlich über Kurzarbeit finanziert. Momentan werden fast keine Zeitarbeiter von den ARGEn vermittelt und die Aktivierung läuft nur noch über Maßnahmen.

Quelle: arbeitsagentur.de

Die Tabellenkalkulation Excel ist ein wirklich gutes Programm für statistische und mathematische Anwendungen. Doch immer mehr wird der Arbeitsablauf und Alltag von Angestellten durch Excel-Tabellen kontrolliert und gesteuert. Für viele Unternehmen der Anfang vom Ende.

Es gibt Mitarbeiter, die können ohne Excel nicht mehr organisiert arbeiten und verkommen fast schon zu Tabellenreitern, mit Bezeichnungen wie Excel-Nerd oder Excel-Hexe. In dieser schönen Excel-Welt ist alles aufgelistet und durchorganisiert, es ist kaum noch Platz zum atmen.

Die Excel-Tabelle im Büro ist der schleichende Eintritt in den Büro-Akkord und somit in den Tod jeder Kreativität. In Werbe-, Presse-, Marketing-, und Vertriebsabteilungen führt diese Arbeitsweise zu dem Verlust von Spontanität und Neuerfindung. Die stupide Arbeitsorganisation und das Zeitmanagement mit einer Tabellenkalkulation mag unter dem Gesichtspunkt des optimalen Einsatzes von Human Kapital sinnvoll erscheinen, doch im Arbeitsalltag ist dieser Weg eher kontraproduktiv.

Der individuelle Einteilung der Arbeitskraft und die Selbstorganisation sind wesentliche Pfeiler einer produktiven Arbeit. So gibt es beispielsweise in der Werbebranche keine festen Arbeitsstrukturen mehr, ist ein Projekt vorbei, kommt das nächste in einem neuen Team, einer neuen Abteilung. Es gibt keine Konstanz mehr im Arbeitsalltag vieler Angestellter. Die Organisation über Tabellen führt weiterhin zu einer mangelnden mündlichen Abstimmung unter Kollegen und somit zu einer Isolierung.

Der Wegfall von notwendigen Ruhephasen, hin zu andauernden Hochphasen und somit der höchsten Ausschöpfung der Arbeitskraft ist der falsche Weg und führt die Arbeitnehmer in die Demotivierung und den Burn-Out als letzte Station.

italien-fluechtlinge

Wenn es nach dem Willen der Mafia ginge, wäre nicht öffentlich geworden, dass in Süditalien zig tausend illegale Einwanderer seit Jahren als Arbeitssklaven der Italiener schuften müssen. Gedemütigt und zu Untermenschen degradiert, hausen die Afrikaner im Süden Italiens, doch jetzt begehren sie auf und erwidern Gewalt mit Gegengewalt.

Sie leben im Untergrund, obwohl die Polizei ihren Aufenthaltsort genau kennt. Sie dürfen nicht arbeiten und werden doch von den italienischen Bauern für Hungerlöhne auf den Feldern zur Ernte eingesetzt. Die afrikanischen illegalen Einwanderer, deren Anzahl immer größer wird, haben meistens eine Odysee auf dem Mittelmeer hinter sich und werden jetzt als billige Arbeitssklaven verkauft.

Längst haben kriminielle Elemente wie die süditalienische Mafia das Geschäft mit den Arbeitssklaven für sich entdeckt und beuten gnadenlos aus. Polizisten drücken beide Augen zu und müssen noch nicht einmal geschmiert werden, wozu auch? Die Situation der Afrikaner ist schwierig, sie fallen auf, wollen nicht zurück und können nur illegal arbeiten. Die Polizei weiß nicht was sie mit den Illegalen machen soll.

Nicht nur Italien ist hier ganz groß, auch Spanien, Portugal, oder Griechenland stehen nicht nach.

Abschieben geht nicht, weil die Afrikaner ihre Identität und Staatsangehörigkeit verschweigen und sie hier einfach arbeiten zu lassen und zu integrieren geht auch nicht, weil dann täglich Neue und Mehr kommen. Auffanglager auf afrikanischem Boden, wie es viele Politiker vorschlagen wäre im Prinzip der beste Weg.

Die Illegalen könnten nicht mehr als Arbeitssklaven missbraucht werden und auf der afrikanischen Seite könnten von Schleusern somit nicht mehr falsche Hoffnungen gemacht werden. Doch die Mafia wehrt sich gegen diese Lösung genauso wie Menschenrechtsorganisationen – ungleiche Interessenspartner.

Das afrikanische Problem liegt ursächlich nicht nicht in den illegalen Einwanderern aus Afrika, sondern in den Legalen. Der afrikanische BrainDrain ist das schlimmste was Afrika passiert ist und wird noch immer von den westlichen Staaten gefördert und nicht unterbunden.

Die besten Köpfe Afrikas arbeiten in westlichen Staaten, sie wollen auch ein Stück vom Konsumkuchen, daher zieht sie nichts zurück auf den Mutterkontinent. Die westlichen Staaten freuen sich auf der anderen Seite über die neuen Fachkräfte, die meistens gleich an einer westlichen Uni studiert haben und direkt dort die Arbeitserlaubnis bekommen, denn somit gleichen sie den demografischen Faktor des Kapitalismus aus.

Leittragender dieser Situation ist Afrika, welches kopflos durch Warlords und Unfähige regiert und ausgebeutet wird.

Man stelle sich vor, die USA hätten im 18. und 19 Jhd. in Europa nicht Werbung gemacht mit “Gebt mir eure Armen und Schwachen”, sondern die Eliten abgezogen. Europa und die Welt sehen heute ganz anders aus, vielleicht hätte es aber sogar keinen Weltkrieg gegeben, vielleicht sogar ein paar Weltkriege mehr, wer weiß.

Quelle: tagesschau.de

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