Bewerbungsfoto – Bewerbungsbild

Ich bin Mitinhaber einer Firma im Gesundheitswesen und erhalte ca. 80 Bewerbungen im Monat. Ich sehe, wie viele andere Personaler auch, immer erst auf das Foto der Bewerbung.

So habe ich tatsächlich ein erstes Bild von meinem Gegenüber, kann mich beim weiteren Durchsehen der Unterlagen besser erinnern und die Worte werden plastischer, da ich sie mit einer Person verbinden kann. Fakt ist auch, dass dem Menschen von Text und Graphischem, etwa einem Bild, letzteres zuerst ins Auge sticht. Wir sind in unserer Wahrnehmung primär visuell ausgerichtet, was mit unserer Evolution zusammenhängt und den Menschen in seiner Handlungsweise wesentlich beeinflusst.

Manchmal wird es mir beim Durchsehen einer Bewerbungsmappe nicht leicht gemacht, offen, interessiert und aufmerksam zu bleiben. Da springen mich auf dem Bewerbungsfotos bleiche Gesichter vor schrillen Hintergründen an, ich sehe exotische Landschaften und erkenne, dass der/die BewerberIn offensichtlich gern reist. Oder ein nüchternes Passfoto in schlechter Kopie mit Ausweis-maserung beschert mir das erste Schmunzeln des Tages. Was aber auch heißt, ich nehme die Sache, wie wohl auch die Person auf dem Bewerbungsfoto, weniger ernst.

Nutzen Sie also das Bewerbungsbild als Medium gewissenhaft und investieren Sie Mühe und lieber ein paar Euro in einem guten Fotostudio mehr, für Ihre gute Selbstdarstellung. Wer hier beim Bewerbungsfoto die Kosten scheut, der spart an der falschen Stelle.

Hier einige Tipps, wie Sie zu einem Bewerbungsfoto gelangen, dass Ihnen ähnlich sieht und zudem vermag, Ihren Charakter zu spiegeln und authentische Aufmerksamkeit zu erhalten.

  1. Keine Automaten/- Privat/- oder Urlaubsfotos. Lassen Sie Ihre Bewerbungsbilder bei einem professionellen Fotografen erstellen. Bestehen Sie auf mehrere Aufnahmen, aus denen Sie wählen können (jede/r hat eine Schokoladenseite) und trauen Sie sich bei Bildern, auf denen Sie sich nicht gut wiedergegeben oder mit denen Sie sich unwohl fühlen, auf einen erneuten Durchlauf zu bestehen.
  2. Ist der Hintergrund beim Foto für die Bewerbung dezent gewählt, oder gehen Sie davor unter? Harmoniert der Hintergrund mit Ihrer Kleidung?
  3. Wählen Sie Ihre Kleidung für die Bewerbungsbilder der angestrebten Position entsprechend. Jede Branche hat ihren eigenen Dresscode. Zur Bewerbung im Finanzamt müssen Sie eben aussehen wie ein Finanzbeamter. Dabei gibt es eine Art von gehobener, neutraler Kleidung, in der Frau/Mann immer gut aussieht.
  4. Sitzt der Krawattenknoten? Ist das Hemd gebügelt? Und passt zum Sakko? Das Kleid/die Bluse ist farblich neutral und nicht zu „aufgesetzt“, auffallend in der Farbe?
  5. Tragen Sie vorab, nicht am selben Tag des Shootings, die Kleidung in der Sie sich für das Bewerbungsbild fotografieren lassen werden, damit diese Ihnen nicht fremd wirkt. Man sieht Ihnen den natürlichen Umgang an und sie erscheinen auf dem Foto der Bewerbung authentischer.
  6. Achten Sie auf Aktualität. Verwenden Sie keine Fotos die älter als sechs Monate sind. Man soll Sie ja schließlich im Vorstellungsgespräch wieder erkennen.
  7. Gehen Sie, falls nötig, eine Woche vor dem Termin zum Frisör. So sehen Sie natürlicher aus und achten auch sonst auf Ihr Äußeres.
  8. Die Meisten Studios machen Abzüge in der Bewerbungsfoto-Größe um 6 x 4 cm. Das ist mittlerweile als Format schon Standard geworden, aber die Maße können auch variieren und das Format ist nicht bindend für Sie. Die Maße sollten jedoch mit Bedacht gewählt werden. Fällt die Größe beim Bewerbungsfoto zu groß aus, wirkt ihre Person zu egoistisch. Ist das Format der Bewerbungsbilder zu klein ausgewählt, so könnte der Eindruck entstehen, dass Sie sich verstecken wollten.
  9. Schwarzweiß oder Farbe? Das liegt in Ihrer Entscheidung. Lassen Sie sich am PC beide Variationen der Bilder zeigen und diskutieren Sie mit dem Fotografen. Dies hat gewöhnlich keine Auswirkungen auf Preise und Kosten. Ich persönlich schätze Farbfotos. Solange wir noch Blut in uns haben, wirken Sie einfach natürlicher, bunt spricht die Sinne mehr an als zweifarbig. (Stichwort: im Bewusstsein bleiben). Wer auf einem schwarz-weiß Bewerbungsfoto wesentlicher fotogener wirkt, sollte allerdings auch schwarz-weiß wählen.
  10. Bestellen Sie genügend Abzüge und lassen Sie sich nach Möglichkeit die Fotos auch digital (.jpg-Datei, 70-90 KB) auf einer CD mitgeben. Für etwaige Online-Bewerbungen. Ein Bewerbungsfoto wird heute nicht selten auch online verschickt.
  11. Heften Sie das teure Foto nicht mit einer schnöden Klammer am Lebenslauf fest. Ich empfehle Fixogumm, Pritt oder Fotoecken. Position: neben Ihren persönlichen Daten auf dem Lebenslauf.
  12. Last but not least: Lächeln Sie! Das ist so wichtig, dass es eigentlich zuoberst stehen müsste. Lächeln verbindet. Mit sympathischer und positiver Ausstrahlung gewinnen Sie Personalerherzen. Und das kann Frau/ Mann tatsächlich vor dem Spiegel, oder einem vertrauten Menschen, üben.

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