Bewerbung im Ausland

Wen jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Da gilt vor allem für die rund 150000 Auswanderer, die Deutschland im letzten Jahr den Rücken gekehrt haben. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen die USA und die Schweiz mit je 13.000 Personen, gefolgt von, Achtung: Polen, und Asien mit ca. 9500 Ein- bzw. Auswanderungen.

Doch auch wenn die Welt im Zuge der Globalisierung zusammenwächst, das Bewerbungsprozedere unterscheidet sich von Land zu Land. In Skandinavien duzen sich Personaler und Bewerber im Job-Interview, in Russland ist ein erfolgreiches Angebot kaum ohne persönliche Kontakte möglich und in den USA disqualifiziert sich schon ihr Bewerbungsanschreiben, wenn es mit ihrem Foto geschmückt ist (Diskriminierungsgesetz).
Sofern sie diese Hürde genommen haben sollten, steht Ihnen ein Marathon bevor, der durch zahlreiche Vorstellungsrunden über viele Stunden, mit anderen Bewerbern zusammen, führt.

An erster Stelle sollten sich Bewerber erkundigen, in welchem Land Ihre Qualifikationen gebraucht werden. Neben den nationalen Anzeigen in Zeitungen und Jobbörsen, die dank Internet problemlos aufgesucht werden können, bieten die örtlichen Industrie- und Handelskammern einen guten Anlaufpunkt. Für das Europäische Ausland empfiehlt sich ein Besuch des Online-Jobportals der EU, Eures. Zu den entsprechenden Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen der Nicht-EU-Länder sowie der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen geben die Landesvertretungen (Botschaften) Auskunft.

Wer sich im Ausland bewirbt, sollte sich mit den nationalen Gepflogenheiten vertraut machen, befolgen, und so zeigen, dass er sich mit dem Land beschäftigt hat. Wer sich nur auf den Job konzentriert, vernachlässigt die persönlichen Herausforderungen, die ein Länderwechsel mit sich bringt und stellt damit, auch aus Arbeitgebersicht, die Ernsthaftigkeit seiner Entscheidung in Frage.

So unterschiedlich die Sitten, so auch die Aufmachung und der Inhalt der Bewebungsunterlagen. Zwar gehört in jede internationale Bewerbung ein individuelles Anschreiben und Lebenslauf, doch schon die Arbeitszeugnisse sind nicht in jedem Land gefragt, stattdessen werden Referenzpersonen erwartet, mit denen dann auch Kontakt aufgenommen wird.

Noch ein Rat zum Schluss: Für jede Bewerbung gilt Individualität. Das bezieht sich nicht auf die Aufmachung und Gestaltung der Unterlagen, hier überzeugen Sie durch angepasste Präsentation, sondern durch das „Ein Unternehmen- Eine Bewerbung“ Gebot. Verfassen Sie keine Standardbriefe, sondern stellen Sie schon im Anschreiben Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten konkret dar, beginnend mit dem stärksten Argument, und erwähnen Sie Ihre Beweggründe, warum Sie gerade in diesem Land und Unternehmen arbeiten wollen.

So unterschiedlich die Bewerbungsmodalitäten in Aller Herren Länder sind, so verschieden erfolgt der Auswahlprozess auch innerhalb eines Unternehmens. Auch hier, im kleineren Sinn wie die „Länderkunde“ sollten Bewerber die einzelnen Unternehmen studieren, um ihr Profil bestmöglich abzugleichen und sich optimal zu präsentieren.

Den absolut erfolgreichen Weg zum Job gibt es nicht, dazu hängt die Auswahl von zu vielen, nicht von Außen beeinflussbaren Größen ab. Aber es ist gut schon mal auf das Gegenüber (Land, Personaler) vorbereitet zu sein, um eine Unbekannte zu minimieren.

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