Arcandor geht den richtigen Weg

Die Insolvenz von Arcandor ist definitiv der richtige Weg. Herr Steinmeier und die SPD haben sich mit ihren teuren Rettungsversuchen disqualifiziert und Angela Merkel offenbart einen Schlingerkurs ungekannten Ausmaßes der seines Gleichen sucht.

Wenn sich Frau Merkel gestern hinstellt und sagt, dies ist der richtige und vernüftige Weg, dann klingt das fast wie Schizophrenie. Warum hat sie das nicht auch bei Opel gesagt? Hier herrschte die gleiche Ausgangslage. Es fallen tausende Jobs weg und ebenso in der Zulieferbranche, beispielsweise wie bei der Post mit DHL. Die Wähler haben bei der Europawahl beide Parteien für die teure Rettung des Unternehmens Opel abgestraft, trotzdem werden die Machthabenden nicht schlauer.

Hoffentlich ist die teure Geldverschwendung an Unternehmen jetzt vorbei, allerdings scheint Herr Steinmeier unbelehrbar angesichts der letzten Äußerungen zum Thema. SPD und CDU haben mit der Opel-Rettung auf den Holzmann-Faktor zur Wahl gewettet und bitter verloren, zurecht.

Die Arbeitsplätze bei Opel werden radikal reduziert werden. Der Steuerzahler trägt fast die gesamte Verantwortung für die neue Unternehmensführung der Investoren. Wenn in 1-2 Jahren das Unternehmen in die Insolvenz gehen muss, wird keiner mehr über die Rettung sprechen, genau wie bei der Holzmann AG. Die Jobs wären dann weg und der Steuerzahler trägt die hohen Kosten der Arbeitslosigkeit und der Rettung. Wir werden sehen …

Wir werden sehen, dass für den Konzern Arcandor und deren Mitarbeiter die Insolvenz die beste Option sein wird. Die Abwicklung wird nicht lange dauern, den die profitablen Konzernteile werden schnell einen Käufer und Investor finden. Karstadt und Quelle sind das Hauptproblem des Konzerns und verantwortlich für die Insolvenz. Herr Middelhoff gehört eigentlich an den Pranger für eine Unternehmenspolitik, die aus vielen Karstadt-Filialen einen 1-Euro-Laden gemacht hat. Hat er wirklich geglaubt, dass man mit Ramsch viel Geld verdienen wird?

Nach seinem Rauswurf bei Bertelsmann und seiner Disqualifikation bei Arcandor, wird er bestimmt einen neuen Posten in der verschworenen Elite der deutschen Vorstandsetagen erhalten und das nächste Unternehmen ruinieren. Die deutschen Vorstände tragen nach wie vor keine Haftung und beweisen zunehmende Inkompetenz. Schumpetersche Unternehmer finden sich unter ihnen nicht und eine Änderung ist hier ebenfalls nicht in Sicht.

Karstadt war zuletzt ein Sammelsurium verschiedener Filialkonzepte. Die Rosinen will sich jetzt der Quasi-Monopolist Metro einverleiben, hoffentlich bleiben sie ihm verwehrt. Gut aufgestellte Filialen wie in Bielefeld werfen nach wie vor Gewinn ab und sind gut besucht. Andere Filialen, wie die in Paderborn, sind zu Ramsch-Filialen umstrukturiert worden, die nicht funktionieren konnten – diese will natürlich keiner übernehmen, höchstens die Immobilien selbst.

Wir erleben momentan in der Tat eine Zeitenwende. Die Digitalisierung greift immer schneller, die Konsumstrukturen ändern sich schlagartig, die Finanzmärkte können innerhalb kurzer Zeit überhitzen, der Klimawandel verändert die Welt und so weiter. Wir erleben gerade die größte gesellschaftliche Revolution der Geschichte! Wir können sie nur nicht sehen, weil wir mitten drin stecken.

Arcandor, Opel und wer da noch kommen mag, sind keine Opfer der Wirtschaftskrise. Sie sind das Ergebnis dieser Revolution und Veränderungen. Die Revolution birgt für die Menschen enorme Chancen aber auch ungeahnte Risiken. Die Welt schreit nach einem neuen System welches antiquierte Formen wie Kapitalismus, Kommunismus und Faschismus ablöst und den Menschen wieder eine Perspektive bietet.

Der Weg bis dahin wird noch Jahre dauern und das eine oder andere Unternehmen wird auf der Strecke bleiben. Das ist die vernünftige Spielregel der Marktwirtschaft, die vermutlich auch zukünftig noch durch den ein oder andere staatlichen Eingriff, wie bei Opel ausgehebelt wird.

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Eine Antwort auf Arcandor geht den richtigen Weg

  1. Svenja sagt:

    Ich würde mir auch wirklich wünschen, die Spielregeln der freien Marktwirtschaft würden nicht ständig ein ums andere Mal ausgehebelt, aber ich glaube, da werden wir uns doch noch des öfteren drauf gefasst machen müssen. Natürlich ist es absolut tragisch, wenn auf einen Schlag mit einem Konzern wie Arcandor so viele Arbeitsplätze direkt und bei den abhängigen Unternehmen wegfallen, aber die werden auch bei den erfolgreicheren Mitbewerbern Schritt für Schritt wieder entstehen, das ist ja das Gute. Wenn einer vom Markt verschwindet, öffnen sich Lücken, die entweder durch schon vorhandene Konkurrenz aufgefüllt werden oder Neueinsteigern Plätze schaffen.

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