Abwrackprämie und Aufschwung – bitte wieder Verstand einschalten!

Die Schlagzeile des gestrigen Tages wurde als Aprilscherz abgetan ist fast unter gegangen – mittlerweile sind bei der Abwrackbehörde BAFA mehr als 900.000 Anträge (Quelle: FAZ) und Reservierungen auf die Abwrackprämie eingegangen. Deutschland wrackt ab was das Zeug hält.

Den Autohändlern rennen die Leute die Bude ein, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Autoverkäufer mit schulpflichtigen Kindern haben schlechte Karten auf Familienurlaub in den Osterferien, aber es dient ja dem wirtschaftlichen Wohle der Gesellschaft. Sollte man zumindest meinen.

Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Die Stärkung der Autoindustrie hat gravierende Folgen für die kleinen Werkstätten, die sich in den letzten Jahren zahlreich gegründet haben. Die Autos werden nicht mehr repariert, sondern verschrottet, somit bricht den Werkstätten der Kundenstamm weg.

Aber auch die Zulieferindustrie der Automobilbranche merkt nichts von dem neuen Boom der Autoverkäufe. Egal ob Hella AG oder Bentler AG, hier ist Kurzarbeit und Personalabbau angesagt. Die Ankündigung von Daimler zu Personalabbau und Gehaltskürzungen kommt nicht unerwartet, denn der Stern leuchtet nicht mehr so stark. Ausgerechnet die gutbetuchte Klientel und die Firmenkunden bleiben aus, denn die haben sich auf dem Finanzmarkt verzockt oder warten erstmal ab was da noch so kommt.

Es gibt aber trotzdem noch ein kleines Wunder in dieser Wirtschaftkrise und das scheint sich in den letzten Wochen immer deutlicher abzuzeichnen. Die Binnenkonjunktur läuft gut, obwohl die Abwrackprämie viel Geld in die Autobranche zieht, scheint es dem Einzelhandel nicht schlechter zu gehen. Egal ob Möbel, Klamotten oder sonst was, die Leute kaufen erstaunlicherweise ein. Selbst der Verband des Einzelhandels steht mit offenem Mund da angesichts der guten Verkaufzahlen.

Wie ist das zu erklären?

Nun, entweder der Bundesbürger sieht sich in der patriotischen Pflicht die Fahne hochzuhalten und versucht seinen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten, oder es ist im nicht bewusst, dass die harten Zeiten erst noch kommen. Eine dritte Möglichkeit liegt natürlich in der Einstellung: „Wenn wir schon untergehen, dann will ich mir wenigstens vorher noch was geleistet haben!“, und aus diesem Grund wird das Sparbuch geplündert.

Aber es sind nur Vermutungen. Wer mag schon die wahren Gründe kennen, vielleicht sind sie es auch alle zusammen? Eines sollte allerdings dabei passieren – bitte den Verstand einschalten!

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