April 2011
Monats Archive
Di 19 Apr 2011
Was zu erwarten war, hat sich auch bestätigt. Der zunehmende Stress im Arbeitsalltag lässt die Anzahl der Burn-Out-Erkrankten deutlich zulegen. Die Anzahl der Fehltage durch Burn-Out hat sich seit 1999 um ca. 80% erhöht.
Unverantwortliche und inkompetente Personalführung und Unternehmenspolitik ist eine wichtige Ursache für die steigenden Zahlen der Burn-Out-Patienten. Die bewusste Entschleunigung ist als aktive Gegenbewegung zu einer immer schnelleren und stressigeren Arbeitswelt zu sehen. Immer mehr Frauen, vor allem mit Doppelbelastung als Alleinerziehende, erkranken am Burn-Out-Syndrom. Eine Tatsache die schon seit Jahren bekannt ist und für die unsere Politiker und Unternehmensverbände die Verantwortung tragen. Sie schaffen die Grundlage für ein System, welches Arbeitnehmer krank macht.
In 2010 waren 100.000 Arbeitnehmer aufgrund des Burn-Outs krank geschrieben, somit sind dieser Krankheit 1,8 Millionen Fehltage zuzuordnen. Das schlimme an dieser Krankheit ist, dass diese Menschen für ihr Leben lang ausgebrannt sein werden, die Folgen für den Körper und den Geist sind irreparabel.
Was können die Arbeitnehmer tun? Von der Politik allein gelassen und von den Unternehmern verheizt bleibt einem nur auf Freunde, Verwandte und besonders selbst auf den eigenen Körper zu hören. Den meisten Menschen fällt das jedoch schwer, denn wer im Hamsterrad des Dauerstress seine Runden dreht, der kann meistens sein eigenes Leben nicht mehr reflektieren, genau hier liegt das Problem.
Erst wenn sich der Körper meldet, durch Krankheit die sich nicht mehr so leicht mit einer Pille wegschlucken lässt, kommen viele Menschen zur Vernunft, doch bei weitem nicht alle. Der Burn-Out trifft meistens besonders ehrgeizige Menschen, die sich nicht eingestehen können, dass sie gerade einen fatalen Fehler begehen. Doch andere kommen einfach aus Gewohnheit nicht aus dem Hamsterrad des beruflichen Alltags heraus.
Wer sich wundert, dass er meistens immer im Urlaub krank wird, ist vielleicht schon ein Kandidat, denn besonders in Entspannungsphasen macht der Körper auf seine Probleme aufmerksam, weil dann die Stresshormonpegel sinken.
Wer merkt, dass ihm der Burn-Out droht, sollte entweder mit seinem Arbeitgeber darüber sprechen und gemeinsam nach einer Lösung suchen, oder bei einem uneinsichtigen Chef (leider sehr häufig) die letzte Konsequenz ziehen und den Job wechseln. Ein Jobwechsel sollte dann so schnell wie möglich und in Absprache mit der Krankenkasse und dem Arzt vollzogen werden.
Jobs kann man Tausende haben, Gesundheit gibt es nur einmal.
Quelle: zeit.de
Mo 18 Apr 2011
Die Pharmalobby gehört in Deutschland zu den mächtigsten Lobbygruppen überhaupt. Sie verfügt über Milliarden EUR und kann sich kaufen wen sie will – dachte sie zumindest bis jetzt. Doch es gibt Hoffnung mit der Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte, kurz Mezis genannt.
Den Sumpf der Apotheker-Bestechung wird wohl so schnell keiner trocken legen und auch bei den Ärzten führt der Kampf von Arzt zu Arzt. Allein die Tatsache, dass es eine solche Organisation wie die Mezis überhaupt gibt, spricht Bände. Es gibt sie noch, die Ärzte mit Gewissen, die sich abseits der Gier an den hippokratischen Eid gebunden fühlen. Sie versuchen eine Ehrenrettung für ihren Berufsstand, doch der Kampf ist hart und erscheint oftmals wie ein Ritt gegen Windmühlen.
Unter dem Motto: Mein Essen zahl ich selbst – verweigern sich die Ärzte schon in den Anfängen den Bestechungsversuchen der Pharmaindustrie. Doch hier ist noch lange nicht Schluss, denn die Mezis hinterfragen auch kritisch welchen Einfluss die Pharmaindustrie auf Arzneimittelstudien nimmt, oder wie sie zum Beispiel Fachbuch-Verlage komplett unterwandert haben.
Die Mezis offenbaren, dass hier etwas nicht stimmt und legen den Finger in die Wunde. Konzerne wie Böhringer Ingelheim, GlaxoSmithKline, Roche, Bayer oder andere, gehören zu den größten Unternehmen der Welt. Sie haben ein Imperium erschaffen und es unter sich aufgeteilt. Sie schicken ihre Außendienstler in Massen zu den Ärzten und Apothekern, doch dort sind diese längst nicht mehr so willkommen, wie vor 20 Jahren. Das Geschäft um die Marktanteile ist rau geworden, ging es damals noch um das Produkt, so ist es heute nur noch der Absatz der zählt.
Pharmareferent ist schon zu einem Unwort geworden. Bringt der eine Vertreter nicht die intern vorgegebene Marge, so ist er seinen Job sofort wieder los, der Absatzdruck auf die Außendienstler durch die Konzerne ist enorm.
Das System des Gesundheitswesens fährt gerade komplett vor die Wand, nicht zuletzt auch wegen eines inkompetenten Gesundheitsministers, der eine Beitragserhöhung als Gesundheitsreform verkauft. Doch Mezis gibt Hoffnung und verdient Unterstützung, denn ein anderes und wesentlich besseres Gesundheitssystem ist möglich.
Quelle. mezis.de
Fr 15 Apr 2011
Erstellt von d.diggler unter
Gesellschaft1 Kommentar
… im Falle des ermordeten italienischen Schriftstellers im Gaza-Streifen, dürften das die Salafisten sein. Wer die Hamas der Palästinenser schon für hirnverbrannte Faschisten hält, der findet in den Salafisten die ultimative Steigerung. Frei nach dem Motto: Schlimmer geht es immer.
Doch genau aus diesem Grund sind die Salafisten auch nur eine mehr als extreme Randerscheinung und werden es auch bleiben. Fanatiker gibt es immer, das zeigt auch die Tatsache, dass es in Deutschland mit all seinem Wohlstand trotzdem noch einige Salafisten gibt.
Bisher werden diese faschistischen Menschen allerdings nicht Ernst genommen, das ist auch der Grund, warum sich die Antifa-Bewegung nicht zu ihren Kundgebungen gesellt. Doch was ist der Unterschied zwischen dem Salafisten aus dem Ruhrgebiet und dem Rechtsradikalen aus Vorpommern? Keiner!
Quelle: spiegel.de
Di 12 Apr 2011
Jetzt ist es amtlich, lange hat es gedauert, aber selbst die Japaner können nicht mehr drum herum die Wahrheit zu verkünden. Fukushima ist zum Super-Gau erklärt worden, genau wie Tschernobyl. Doch in den anderen Atom-Staaten versuchen die Mächtigen schnell zum business as usual überzugehen, sie wollen eine Aufklärungsdebatte mit anschließender Massenbewegung gegen Atomkraft wie in Deutschland verhindern.
Den meisten Menschen in Frankreich, Polen, Italien, Spanien, England oder anderen Staaten ist radioaktive Strahlung nicht egal, sie können sie nur nicht begreifen. Wie soll man auch etwas begreifen, was man gar nicht sieht. Das spielt besonders bei konservativen Menschen eine Rolle, denn eigentlich müssten sie viel mehr Angst haben, schließlich ist wissenschaftlich belegt, dass das Angst-Zentrum im Gehirn bei Konservativen deutlicher ausgeprägt ist.
Doch gerade bei unseren Nachbarstaaten wird deutlich, wie sehr die öffentliche mediale Aufklärung zum gesellschaftlichen Bildungsgrad beiträgt. Deutschland hat schon eine lange und weitreichende Tradition der Aufklärung, die nicht nur auf Martin Luther beruht. Schaut man über die Landesgrenzen ist es mit Aufklärung jedoch nicht weit her, weil diese wirtschaftlich und politisch nicht gewollt ist. Wenn Medien bewusst nicht über die Auswirkungen und Konsequenzen von radioaktiven Störfällen hinweisen, deren Todesfälle und Langzeitwirkungen verschweigen, sondern sich stattdessen plakativ über ängstliche Deutsche lustig machen, dann hat das schon den Grad der bewussten Volksverdummung erreicht.
Wir können stolz sein, dass wir hier noch selbstständig denken können und eine mediale Gleichschaltung nicht erfolgt.
Mo 11 Apr 2011
Letztes Jahr habe ich lautstark nach ihm gerufen, dieses Jahr kommt er erstmalig – der Boy’s Day. Als Gegenstück zum Girl’s Day hat der Boy’s Day im Prinzip die gleiche Intention. Doch geht es beim Girl’s Day eher darum die Mädels für die technischen Berufe und Männerdomänen zu begeistern, bei den Jungs soll dann eher das Soziale, Familiäre oder der Gesundheitsbereich im Vordergrund stehen.
Fakt ist, der Boy’s Day war mehr als überfällig, schließlich sind schon seit Jahren nicht mehr die Mädels die Problemfälle in Schule und Arbeitsmarkt, sondern eher die Jungs. Doch allein schon der Geschlechtergerechtigkeit wegen, hätte man damals nicht den Fehler machen dürfen nur die Mädels zu fördern.
Schwamm drüber, auch kurzsichtige Gender-Politik wird irgendwann kurzzeitig wieder weitsichtig, zumindest wenn die Probleme so nah kommen, dass man sie nicht mehr übersehen kann. Am 14. April 2011 wird nun der Boy’s Day starten, zusammen mit dem Girl’s Day, also sozusagen ein Girl’s and Boy’s Day 2011 (ich hasse diese Anglizismen).
Moment, sie meinen der Name passt dann ja eigentlich gar nicht mehr? Richtig! Eigentlich macht es ja mal überhaupt keinen Sinn einen Tag Girl’s and Boy’s Day zu nennen. Warum hat man das Kind also nicht einfach umbenannt in zum Beispiel “Perspektiv-Tag” oder vielleicht für die Freunde der Anglizismen “Career-Day”, oder so?
Nun, ich vermute es ist nur noch eine Frage der Zeit, vielleicht will man die ursprüngliche Intention transferieren, macht ja auch Sinn, zumindest kurzfristig. Was jedoch keinen Sinn macht ist ein Transfer der Inhalte. Sollten Mädchen wirklich zur ESA-Arbeitsplatzbesichtigung gehen dürfen, während die Jungs sich den Arbeitsplatz als Grundschullehrer oder Altenpfleger anschauen müssen. So führt die Initiative komplett am Ziel vorbei.
Wir sollten endlich grundsätzlich feststellen, dass es Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein gibt und dass es etwas anderes ist einen pubertierenden Jungen oder ein Mädchen vor sich zu haben.
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