Der ägyptische Diktator Mubarak will sich offenbar an seinem Volk rächen oder es solange quälen, bis es sich das Regime zurückwünscht. Die Tatsache, dass er die Öffnung der Gefängnistüren befohlen hat ist ein Beleg für ein perfides Kalkül.
Mubarak hat mehr als 9000 Schwerstkriminelle aus den Gefängnissen befreien lassen. Einfach Tore aufschließen und wegschauen. Doch so einfach ist es gar nicht, er hat auch seinen Polizisten befohlen zu plündern, es sind nicht die Armen, die Kaufhäuser stürmen und brandschatzen, es sind die ägyptischen Polizisten. Der Diktator nutzt die Polizei um das Land ins Chaos zu stürzen, eine unmenschliche Strategie der Machterhaltung. Bleibt nur zu hoffen, dass die Ägypter diesen Plan durchschauen.
In den USA ist endlich ein Kongressbericht veröffentlicht worden, welcher die Hintergründe zur Entstehung der Finanzkrise durchleuchtet und Verantwortungen benennt. Der von den Republikanern kritisierte Bericht wird vermutlich zu mehreren Gerichtsverfahren führen, doch das Grundproblem wird er nicht lösen – den Lobbyismus.
Alan Greenspan wird die Hauptverantwortung an den tragischen Entwicklungen gegeben, in seiner Funktion als Notenbankchef von 1987 bis 2006 hat er Weichen gestellt, die unweigerlich in die Krise führten. Natürlich spielt bei der privaten Notenbank in den USA auch der politische Wille eine gewichtige Rolle. Was unter Bush senior begann, wurde unter Clinton fortgesetzt und endete bei Bush junior im Chaos. Die Bush-Familie hat Amerika in Kriege gestürzt und das Land in den Staatsbankrott, denn die USA sind de facto pleite und werden nur noch künstlich am Leben gehalten.
Der Bericht sagt aber auch, warum die Greenspan und Politiker so gehandelt haben, auf Druck der übermächtigen Bankenlobby. Mit 2,7 Milliarden EUR hat die Lobby der Banken in den USA allein zwischen 1999 und 2008 für eine politische Gefügigkeit gesorgt, die letztendlich in dieser riesigen Krise endete.
Die Tatsache, dass dem Lobbyismus in den USA im letzten Jahr fast jegliche finanziellen Schranken genommen wurden, lässt auf noch größere Krisen deuten, sollte sich das Land irgendwann wieder erholen.
So ist es also inkompetenten Entscheidern wie Greenspan, naiven Politikern a la Familie Bush und besonders den gierigen Banken zu verdanken, dass es soweit kommen konnte. Dieses Dreieck des finanziellen Ruins hebelte gute Kontrollmechanismen aus, um ungestört dem Untergang entgegen zu gehen.
Fazit: Die wirklich Verantwortlichen sind fein raus. Alan Greenspan arbeitete in 2007 für kurze 3 Monate für die Deutsche Bank und hat dieser vermutlich mit hilfreichen Tipps, das schlimmste in der Krise erspart. Er wird für seine falschen Entscheidungen vermutlich nicht zur Rechenschaft gezogen werden und scheffelt weiterhin Millionen. Die politisch Verantwortlichen Bush senior und junior, sowie Clinton haben bis jetzt in der öffentlichen Meinung eine noch gute Reputation, die Suppe auslöffeln muss Barack Obama. Die Banken machen wieder Milliarden-Gewinne und schütten Boni aus, als wäre nichts gewesen, für ihre Gier und falsche Firmenpolitik zahlt der Steuerzahler.
Kaum ein anderes Land hat Reformen momentan so sehr nötig, wie die USA. Der Raubtier-Kapitalismus ist am Ende und hat sich in eine Sackgasse gefahren. Die Amerikaner denken erstmals wieder über eine Umverteilung und Vermögensbesteuerung nach. Doch in den nächsten Jahren wird sich hier nichts tun.
Der Grund für den amerikanischen Stillstand ist ganz einfach, die Demokraten stellen den Präsidenten, die Republikaner die Mehrheit im us-Kongress. Das Land zieht nicht am gleichen Strang und leitet demnach nicht die notwendigen Maßnahmen ein.Neue Wahlen wird es erst 2012 geben, bis dahin herrscht Stillstand.
Hier offenbart sich ein Fehler im parlamentarischen System, welcher zu einer Verschärfung der Krise beiträgt, anstatt sich auf das Wohl des Landes zu konzentrieren haben die US-Politiker nur noch eigene Interessen im Blick. Das war mal anders, doch die Gier hat auch diesen Patriotismus davon gefegt. Schade, USA!
Auch die weltweite Vorbildfunktion in Sachen parlamentarischer Demokratie neigt sich in den USA dem Ende zu.
Seitdem Georg Schramm durch die Lande tourt und nicht mehr im Fernsehen aktiv ist, muss man sich mit Dschungelcamps und anderem TV-Trash im vorbeizappen auseinander setzen. Georg Schramm alias Lothar Dombrowski wird wirklich schmerzlich vermisst, hier einer seiner letzten Fernsehauftritte:
Die Bundesagentur für Arbeit ist vor der Wirtschaftslobby eingeknickt. Mit einer nachweislich in weiten Teilen unlogischen Studie “Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland” wird ein krasser Versuch offenbar dieses Land zu destabilisieren. Mit einer 10-Punkte-Liste des Grauens will sie die deutschen Beschäftigten in ein neues Zeitalter der Sklaverei führen und gleichzeitig deren Lohn drücken.
Erst gestern äußerte sich der Chef Frank-Jürgen Weise zum zukünftigen Arbeitsmarkt in Deutschland in einem Spiegel-Interview. Dort malte er ein düsteres Bild für die deutschen Arbeitnehmer. Weniger Jobs, in Deutschland und weniger Lohn für mehr Arbeit. Es ist zudem ein krasser Gegensatz zu den Äußerungen der aktuellen Bundesregierung, die uns das blaue vom Himmel lügt. Quelle: Spiegel.de
Im krassen Gegensatz zu seinen gestrigen Äußerungen steht die Vorstellung des 10-Punkte-Plan des Grauens, mit welchem die Bundesagentur für Arbeit auf den “angeblichen Fachkräftemangel” eingeht. Die Studie “Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland” (mit PDF-Download) ist eine Kampfansage an die deutschen Arbeitnehmer und wird diese in ein neues Zeitalter der wirtschaftlichen Ausbeutung führen, wenn er wirklich umgesetzt wird. Geschickt werden krasse unnütze Einschnitte mit sinnvollen Maßnahmen, zum Beispiel bei der Bildung und Weiterbildung, verstrickt.
Gestern noch ging Weise von einer Stagnation, ja sogar vom Wegfall von Jobs in der Zukunft aus, heute gauckelt er uns ein nicht nachvollziehbarer Bericht das Fehlen von Arbeitskräften vor.
Gehen wir doch mal ins Detail …
Nehmen wir zum Beispiel mal den Punkt 6 der Studie, dort wir dauf die qualifizierte Zuwanderung eingegangen und die aktuelle Abwanderung mit der Zuwanderung verglichen. In einer anschaulichen Grafik ist zu erkennen, dass seit 2008 erstmals mehr Menschen wegziehen als zuziehen. Besonders dramatisch ist, dass es hauptsächlich junge und qualifizierte Menschen in andere Länder zieht. Dort angegeben ist auch der Grund für diese Abwanderungstendenz: die schlechte deutsche Berufs- und Einkommensentwicklung.
Ergo, die Menschen ziehen aus Deutschland weg, weil sie im Ausland bessere Arbeitsverhältnisse vorfinden und vor allem ein höheres Einkommen erzielen können. Doch darauf geht die Bundesagentur bei ihren folgenden Lösungsansätzen gar nicht erst ein, hier werden lediglich Verbesserungen bei der Zuwanderungsregelung angemahnt und eine gesellschaftliche Willkommenskultur gefordert. Doch was soll das dann bringen?
Wie kann es sein, dass die Menschen nachweislich nicht zu uns kommen, ja sogar wegziehen, weil sie keine guten Arbeitsverhältnisse vorfinden und viel zu wenig verdienen und die Bundesagentur sieht in der Änderung der Zuwanderungsregelungen die Lösung? Das ist nicht nur extrem unlogisch, sondern auch inkompetent, denn die Bundesagentur müsste eigentlich deutlich höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen fordern, anstatt so einen Blödsinn zu schreiben.
Erst kurz zuvor richtet sich dann noch Herr Weise im Interview an das Land und prophezeit sinkende Löhne und Mehrarbeit.
Im Umkehrschluss bedeutet dies ja, dass die Bundesagentur davon ausgeht, dass die Abwanderung in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen wird, doch das steht nicht in diesem Bericht zum zukünftigen Arbeitsmarkt. Im Prinzip lässt das nur einen Schluss zu, diese schöne Studie ist eigentlich nur ein Propagandawerk der Industrie.
Weitere irrwitzige Forderungen wie zum Beispiel die Forderung mehr Frauen in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder die Anzahl der jetzt schon dramatischen Überstunden deutlich zu erhöhen, verschweigen völlig, dass es im Umkehrschluss auch zu weniger Geburten und somit zu einer Verstärkung des Effekts kommen wird.
Sorry, aber wenn das die Zukunft des deutschen Arbeitsmarktes sein soll, dann ist unser Land besser dran, wenn der Plan gleich im Mülleimer verschwindet.