Dezember 2010


Sie sind die Stars am Ökonomiehimmel des neuen Jahrtausends und mehrheitlich diktatorisch. Die Rede ist von Staaten wie China, Russland oder den arabischen Ländern, eine Ausnahmen bildet lediglich Indien. Was hat das für unsere Zukunft und die Zukunft der Welt zu bedeuten? Jedenfalls nichts Gutes …

Wir können es nur von außen betrachten, was da auf den internationalen Märkten passiert, doch ändern können wir es nicht und mit unserem Kaufverhalten auch nicht beeinflussen. Es ist nach dem Ende des Kalten Krieges wie eine Nebeldecke über die Welt gekommen, während bei uns der Neo-Liberalismus viel Gutes vernichtet hat und den Staat aushebelte, schwangen sich Staaten wie Russland und China zu neuen wirtschaftlichen Supermächten auf. Wie kann das sein?

Nun, diese Entwicklung ist gewollt gewesen. Der Westen hat genau dieses Szenario im Sinn gehabt, als er mit den Diktaturen seine wirtschaftlichen Beziehungen schloß und in China 100 Millionen Wander-Arbeitssklaven für sich arbeiten ließ. Ziel war es diese Staaten wirtschaftlich zu stabilisieren und eigenen Absatzmärkte zu generieren, dabei war es vordergründig egal, ob dort Sklaven arbeiteten oder nicht. Schließlich hat mit der Leiharbeit die moderne Sklaverei auch ihren Einzug bei uns gefunden.

Dabei haben die westlichen Staaten ihr Verhalten öffentlich damit verkauft, dass in diesen Ländern durch den wirtschaftlichen Fortschritt und Konsum auch automatisch der freiheitliche Gedanke dort eintreffen wird. Allerdings ist weder in China, noch in Russland in den letzten 15-20 Jahren irgendein politisches freiheitliches Instrument entstanden, eher das Gegenteil ist der Fall. Die Menschenrechte werden mit allen modernen und technischen Mitteln und letztendlich mit Gewalt in diesen Ländern effektiver bekämpft als je zuvor.

Die Chance Russlands und Chinas auf Demokratie wäre vielleicht größer gewesen, wenn wir unsere Märkte nicht für die Diktaturen geöffnet hätten. Vielleicht hätten beide Länder dann jetzt schon wesentlich mehr Demokratie als jetzt.

Das große Experiment ist gescheitert, oder war vielleicht von Anfang an nur der Profit das eigentliche Ziel?

Die Beispiele von China und Russland könnten bald schon zum demokratischen Supergau werden. In Deutschland und vielen anderen demokratischen Ländern wächst der Unmut gegen die eigenen politischen Klassen, welche demokratisch legitimiert, doch nur tun, was Wirtschaftslobbyisten wollen. Kommt es soweit, dass wir uns dann selbst an diktatorischen Ländern wie China und Russland orientieren?

Eigentlich haben wir bereits mehr mit diesen Ländern gemeinsam als uns vielleicht bewusst ist. Wir haben ebenfalls Regierungen, die sich nur selbst bereichern und das Volk verdummen wollen. Während in den Diktaturen jeder weiß, dass er als einfacher Bürger nichts zu sagen hat, wird uns noch Demokratie vorgegaukelt.

Wir haben jedoch einen wesentlichen Vorteil, wir dürfen unser Missfallen öffentlich kundtun, wovon die Menschen auch nicht zuletzt wegen der schleichenden Diktatorisierung immer mehr Gebrauch machen. Stuttgart 21 oder Gorleben mögen politisch vielleicht nichts bewegen können, doch sie setzen gesellschaftlich ein Signal der Freiheit und das kann durchaus Hoffnung geben.

2011 wird vielleicht mehr Veränderung bringen als wir jetzt noch erahnen können, vielleicht wird es ein Kampfjahr für Demokratie und Menschenrechte. Wir dürfen auf 2011 gespannt sein.

In diesem Sinne einen guten Rutsch ins neue Jahr 2011!

Der Fortschritt ist wichtig für die Welt und für jede Gesellschaft, diese Erkenntnis ist nicht neu und schon ewig alt. Befürworter ziehen meistens die Heilung bisher unheilbarer Krankheiten dafür ins Feld oder aber den Wohlstand und das wirtschaftliche Wachstum. Beides ist richtig, beides wichtig.

Doch gehen diese Menschen meistens von ihrer eigenen Gesellschaft aus und schauen nicht über den Tellerrand ihres Lnades oder Kontinents. Was beispielsweise für die deutsche Gesellschaft gut ist, kann in einer anderen Gesellschaft zu einer Katastrophe führen.

Gutes Beispiel dafür ist das Internet. Es kann in einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft eine Erleichterung sein und die Gesellschaft weiter bringen, doch in einem totalitären System kann es auch nur ein weiteres Medium der Manipulation und Zensur sein, welches noch intimere Daten sammelt als es vorher möglich war.

Oder nehmen wir das Beispiel Pakistan, ein Land, welches in weiten Teilen noch ähnlich dem europäischen Mittelalter lebt. Dieses Land besitzt Atombomben und High-Tech. Für mich ein beängstigender Zustand, welcher dem Sachverhalt geschuldet ist, dass rückständige Gesellschaften sich Technologie einfach erkaufen oder stehlen können.

Man stelle sich vor, die katholische Inquisition hätte die heutigen technischen Möglichkeiten für ihr schändliches Treiben gehabt … oder besser nicht vorstellen.

Jede Gesellschaft muss sich erst aus sich selbst heraus entwickeln können. Die Praxis der Industriestaaten ihre Technologie und Produkte zu verkaufen, ohne den Ländern auch in gesellschaftlichen Fragen ins 21. Jhd. zu helfen ist das Grundproblem fast aller Konflikte auf diesem Planeten. Nur ein globaler Mentalitätswandel kann dieses Problem überhaupt lösen, doch der ist leider nirgendwo in Sicht.

Deutschland gilt seit einiger Zeit als die Wirtschaftslokomotive in Europa und darüber hinaus, doch bei den Arbeitnehmern kommt quasi nichts davon an, außer zusätzlicher Leistungsdruck. Die ILO (Internationale Arbeitsorganisation) hat ihren Global Wage Report 2010 vorgelegt und Politik sowie der Wirtschaft in Deutschland ein bescheidenes Zeugnis ausgestellt. Seit 2000 ist das Real-Einkommen der deutschen Arbeitnehmer um 4,5% gesunken.

“Arbeit muss sich wieder lohnen” – das war der Wahlspruch der FDP zur Bundestagswahl. Passiert ist seitdem fast gar nichts. Arbeit lohnt sich in Deutschland nach wie vor nicht, viele Arbeitnehmer bekommen höhere Hartz4-Sätze als ihr Arbeitslohn hergibt. Doch was macht die Bundesregierung? Sie erhöht den Druck nach unten und kürzt fast sämtliche Zulagen und streicht radikal Arbeitsmarktprogramme. Sie dämmt die Zeitarbeit nicht weiter ein, welche an Sklaverei erinnert und immer größere Ausmaße annimmt.

Stattdessen nimmt sie sich dem Ruf der Wirtschaft nach billigen Fachkräften an um damit die Löhne im Land weiter niedrig zu halten bzw. noch weiter zu senken. Wie kann es sein, dass die Unternehmen branchenübergreifend für dieses Jahr riesige Gewinne erzielen, aber bei den Arbeitnehmern wieder einmal nichts ankommt?

Quelle: zeit.de

Eigentlich war es schon vorher klar, oder hat wirklich jemand damit gerechnet, dass Silvio Berlusconi sein Amt ab gibt? Berlusconi holt (kauft) sich die Stimmen von zwei politischen Gegnerinnen und stürzt damit nicht nur die italienische Regierung in eine größere Krise als zuvor, sondern schlägt damit gleich dem Feminismus mit der Macho-Keule ins Gesicht und die westliche Welt schaut zu und kann doch nur die Augen verdrehen.

Man möchte den Italienern so gerne helfen sich aus der Diktatur von Silvio Berlusconi zu befreien, doch wir können nur zusehen und uns wundern. Irgendwann werden auch die käuflichen italienischen Politiker erkennen, dass sie ihrem Land heute einen Bärendienst erwiesen haben. Italien wird eines Tages aufwachen, wie Deutschland nach 16 Jahren Helmut Kohl, und sich fragen “Was ist eigentlich passiert?”

Was Italien heute erlebt hat ist ein Skandal, doch auch wir haben einen ähnlichen Skandal erlebt, als die Koch-Regierung das Bündnis von Andrea Ypsilanti zwischen SPD und Linken in Hessen verhinderte. Genauso wie man damals nicht beweisen konnte, dass hier alles wie geschmiert lief, genauso kann man es heute nicht in Italien. Doch kann man auch der FIFA nicht beweisen, dass sie von Katar gekauft wurde, trotzdem vermutet es jeder.

“Das Geschmäckle” bei vielen aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen könnte zum Wort des Jahres 2010 werden. Schon lange haben wir nicht mehr soviel Korruption erlebt wie in diesen Tagen, vor allem auch deshalb, weil sie in den vergangenen Jahren nicht öffentlich wurde.

Italien ist auch in Deutschland.

Den FC Bayern mag niemand, schon immer war er ein Bonzenverein, der sich wenn nötig den Sieg erkaufte. Anders war das beim FC Barcelona, kaum ein anderer Verein auf der Welt genoß einen so guten Ruf. Nicht nur spielerisch, sondern auch die Philosophie des Vereins überzeugte Fans auf der ganzen Welt und ließ Katalonien zu einem Begriff werden.
Damit ist es nun vorbei … Barcelona vollzieht ein Meisterstück der Selbstmontage.

Ausgerechnet den ganz offensichtlich gekauften WM-Ausrichter Katar packt der FC Barcelona zukünftig auf seine Trikots, für satte 165 Millionen EUR. Damit hat der Verein sein Ideal verkauft und jede Menge Fans verloren, vor allem international.

Schade, der sprichwörtliche Leuchtturm ist eingestürzt …

Und wie geht es jetzt weiter? Die korrupte FIFA wird weitermachen wie bisher, die Mitglieder haben nichts zu befürchten, ihr Ruf ist eh schon ruiniert, Katar wird eine der pompösesten WMs ausrichten und riesige Fußball-Tempel bauen. Doch Unrecht von einem undemokratischen und dikatorischen Regime wird diese WM in Nirvana stürzen und die FIFA gleich mit. Der FC Barcelona wird sich von diesem Schock nie wieder erholen, ein Mythos ist gefallen, die Jungfrau hat ihre Unschuld verloren. Der Verein wird zukünftig nur einer unter vielen sein.

Vielleicht erleben wir auch gerade den Anfang vom Ende des Fußballs, wer weiß …

Quelle: zeit.de

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