November 2010


Es ist schon belustigend, wenn ausgerechnet die führenden Manager von DAX-Aktienkonzernen die Gesellschaft und ihre Kollegen auffordern mehr Solidarität zu zeigen. Fragt sich nur welche Solidarität sie da meinen? Schließlich sind sie für die Egoismuskultur hauptverantwortlich.

Fast scheint es so, als habe man dem Wolf den Schafspelz weggenommen und alle zeigen mit dem Finger auf ihn. Jetzt versucht er sich einen neuen Schafspelz zu besorgen, damit er wieder “unsichtbar” handeln kann. Doch der Wolf hat das Problem nicht erkannt – er ist und bleibt ein Wolf!

Die deutschen Manager und die Unternehmen haben ein Problem, sie werden von der Gesellschaft nur noch als Arbeitgeber und skupellose Abzocker gesehen, die ihre Interessen über alles andere stellen. Doch genau das sind sie ja auch. Die Gesellschaft erkennt endlich das wahre Gesicht dieser Kaste und wenn sich selbst schon öffentlich-rechtliche Medien über Unternehmer, Manager und Lobbyismus lustig machen, dann fürchten sie um ihren Ruf.

Wenn vor 10-15 Jahren ein Manager in der Öffentlichkeit auftrat, dann konnte er sich der Bewunderung sicher sein, heute werden Manager und Unternehmen nicht mehr respektiert und anerkannt. Verbale Beschimpfungen auf der Straße gehören zum Alltag. Vorbei sind die guten alten Zeiten, in denen man noch privat ins Restaurant gehen konnte und andere Gäste ehrfurchtsvoll staunten. Viele CEOs wünschen sich diese alten Zeiten zurück.

Die Ackermänner und Zumwinkels haben die Gesellschaft gegen sich aufgelehnt, mit massenhaftem Stellenabbau, Gehaltskürzungen, unsozialer Firmenpolitik und eigenen Provisionssteigerungen. Aber das geht nur solange gut, bis es alle so machen. Der Skupellose in einer altruistischen Gesellschaft wird automatisch zum Mächtigsten, weil der die Solidarität und das Vertrauen der “Gutmenschen” schamlos zum eigenen Vorteil ausnutzt. Genau das machen viele deutsche Konzerne und Unternehmen. Gibt es jedoch zuviele Egomanen kippt das System und die Gesellschaft verabschiedet sich aus der Solidarität – genau wie es aktuell der Fall ist.

“Wir müssen uns mehr am Gemeinwohl orientieren und weniger Eigeninteressen verfolgen, wir brauchen überhaupt mehr Solidarität in unserer Gesellschaft”, sagte Jürgen Hambrecht, Vorstandschef von BASF. Damit liegt er vollkommen im Recht. Doch meinen es die Manager wirklich Ernst mit ihrer neuen Philosophie?

Die kommenden Monate werden es zeigen und wenn sie schon berechtigte Lohnsteigerungen für Beschäftigte als Beleg dafür heranziehen, dann haben wir nicht viel zu erwarten, denn die sind schon seit Jahren überfällig. Lassen wir uns überraschen, ob es nur eine neue Seifenblase ist, oder ob wirklich ein Umdenken dort oben stattfindet. Ich habe da so meine Zweifel.

Quelle: ftd.de

werbekostenerstattung-amazon-deutschland

(Werbekostenstaffelung von Amazon in Deutschland)

Amazon hat jüngst die Werbekostenerstattungen in Deutschland deutlich gekürzt und damit etlichen Werbepartnern deutlich vor den Kopf geschlagen. Die neuen Provisionstaffelungen lassen die Einnahmen der Partner deutlich schrumpfen, doch in anderen Ländern ist Amazon wesentlich großzügiger und scheint mit unterschiedlichem Maßen zu messen.

Während in Deutschland die Werbekostenerstattung der Partner ständig neu gekürzt wird, gibt es in anderen Ländern, wie zum Beipspiel Italien, deutliche höhere Provisionszahlungen. Warum das so ist weiß niemand, doch kann man vermuten, dass Amazon mittlerweile in Deutschland eine Monopolstellung hat und sich diese 2-Klassenpolitik leisten kann. Die Frage ist nur – wie lange noch?

Ihre Partner sind jedoch nicht sehr zufrieden mit der Partnerschaft und schauen sich händeringend nach Alternativen um. Weil BOL sich jahrelang als unfähig erwies, hat Amazon den Sprung zum Marktführer in Deutschland überhaupt erst geschafft. Doch andere, wie Thalia.de oder Buecher.de  machen momentan im Segment der Bücher viel Boden gut und bei Mode gräbt gerade Zalando den Amazonen das Wasser deutlich ab.

Die letzten Jahre galten die Iren als der “keltische Tiger”, welcher große Konzerne anzog wie Fliegen das Licht. Allein aufgrund der Tatsache, dass es dort keine Unternehmenssteuer gibt und sich die Konzerne quasi dort austoben konnten, ohne etwas dafür zu bezahlen.

Nun, wenn nach der Party das Licht angeht muss immer einer die Rechnung bezahlen. Die Iren sind nun pleite und quasi bankrott. Genau wie die Griechen sollen jetzt die anderen Länder der EU dafür bezahlen, dass die Konzerne sich jahrelang in Irland auf Kosten der Allgemeinheit bereicherten. Wie lange kann das gut gehen?

Deutschlands Banken haben einen Eigennutzen an der Rettung der Iren, sie haben die Verschwendung jahrelang finanziert und sind somit weitgehend mit dafür verantwortlich, dass die Iren die plündernden Konzerne ins billige Irland ließen. Doch solange die Kohle kam und die Iren reicher wurden interessierte es sie auch nicht, dass die Unternehmen nichts zurückgaben, schließlich gab es wenigstens Arbeitsplätze, so dass hunderttausende Gastarbeiter aus Polen und anderswo ins Land kamen.

Die Kapitalverstrickungen internationaler Banken, auch der deutschen Banken, sind beängstigend. Weil die Banken fehlerhaft und grobfahrlässig die Party auf Pump finanzierten müssen die EU-Bürger nun sparen und das Dilemma ausbaden. Kürzungen in ALLEN öffentlichen Bereichen und Leistungen sind die direkte Folge der unmoralischen globalisierten Geldströme, der Wachstumsfinanzierung auf Pump, des Neo-Liberalismus und der bewussten politischen Entscheidungen für mehr Staatsschulden. Wenn dieser Sachverhalt nicht auf eine Systemkrise hinweist, dann wohl keiner.

Die Tatsache, dass sich nichts bewegt und keiner die Systemfrage stellt, liegt an der Tatsache, dass die Entscheidungsträger direkt oder indirekt in materieller Form von der aktuellen Situation profitieren.

Quelle: ftd.de

Was letzten Mittwoch im Bundeskabinett zur Fortführung beschlossen wurde, ist die größte Rentenkürzung in der Geschichte der Bundesrepublik und zeigt doch nur, dass parteiübergreifend Politik unfähig ist Probleme zu lösen, lediglich Symptome werden bekämpft, fast so wie in der Schulmedizin.

CDU/SPD haben es beschlossen und CDU/FDP werden den Kurs weiter fortführen. Der schwarze Peter dafür wurde damals der SPD zugeschoben und es war einer der Gründe für ihren tiefen Fall, bei der letzten Bundestagswahl. Doch keine Partei, auch nicht die Grünen, erkennen die Ursache des Problems, zumindest unternehmen sie nichts zur Problemlösung.

Fast alle aktuellen Probleme unserer Gesellschaft lassen sich auf einen Fakt zurückführen - kaum jemand bekommt mehr Kinder. Das marode Gesundheitssystem, die Pflegeversicherung, der angebliche Fachkräftemangel, alles aufgrund des Geburtenrückgangs. Doch warum ist das so? Die Lösung dieser Frage könnte alle Probleme wegfegen, doch die Politik zeigt sich hier inkompetent.

Die einzige Antwort der Politik ist hier das Betreuungssystem weiter auszubauen, doch passiert ist in den letzten Jahren wenig. Lediglich Eltergeld wird bezahlt, wurde aber auch schon wieder gekürzt. Kindergeld wurde erhöht, unterlegt jedoch komplett der Einkommenssteuer. Kinder gelten heute als Armutsrisiko und sind in der Tat eher zu einem Statussymbol geworden.

Für das eigentliche Problem braucht man aber gar nicht lange zu suchen, es reicht, wenn man einfach mal mit den jungen Frauen redet. Fast jede möchte ihre berufliche Karriere nicht dem Kinderwunsch opfern, somit steht Arbeitswelt gegen Familiengründung. Das Problem ist nicht neu und sicherlich ist der Krippenplatz ab dem 1. Lebensjahr ein möglicher Ansatz, doch die Problematik liegt in den Unternehmen.

Noch immer stellen Unternehmen die Frauen schlechter und lassen kaum die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu. Die steigende Zahl von Zeitverträgen ist hierfür besonders verantwortlich, niemand plant eine Familiengründung ohne Zukunftsperspektive, für diese Erkenntnis muss man kein Prophet sein.

Sehr viele Unternehmen sind scheinheilig, auf der einen Seite lassen sie sich aus dem Arbeitsministerium tolle Zertifikate über Beruf&Familie ausstellen, doch intern ist ihnen die Familiengründung ein Dorn im Auge. Gesellschaftliche Verantwortung geht in den Unternehmen oftmals gegen Null, es sei denn, sie erkennen hierbei einen gewinnbringenden Vorteil.

Die Politik hat es bis heute versäumt, die Unternehmen in die Pflicht zu nehmen. Das liegt nicht nur am neuen aufgezwungenen Neo-Liberalismus, sondern auch an der Macht und Lobbyarbeit der Industrieverbände.

Bisher war die politische Devise immer “Geht es der Wirtschaft gut, geht es auch der Volkswirtschaft gut”, doch das stimmt nicht mehr, denn seit Jahren geht es der deutschen Wirtschaft blendend, doch die Volkswirtschaft steht vor dem bankrott. Der Bundestag muss sich das Versagen vorwerfen lassen, es ist berechtigt.

Quelle: focus.de

Bisphenol_A

Die EU genießt in vielen Fragen kein Vertrauen der Bürger und gilt vielfach als verschwenderisch und lobbyanfällig. Einen Beweis, dass dies kein Vorurteil ist, stellt der Blick in das EU-Amt für Verbraucherschutz dar, kurz EFSA genannt.

In der EFSA werden Leute von der Industrie bezahlt, obwohl sie über die Unabhängigkeit der Organisation wachen sollen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland hat der EFSA mittlerweile sogar offiziell die Unabhängigkeit abgesprochen. Auch Länder wie Frankreich, Dänemark, Österreich und Schweden boykottieren mittlerweile die versteckten Industrielobbyisten im EU-Schafspelz.

So hat besonders eine Entscheidung des EFSA das Fass zum Überlaufen gebracht – die Freigabe für Bisphenol A durch niedrige Grenzwerte. Sogar das Umweltbundesamt warnt seit 2001 vor den Auswirkungen von Bisphenol A auf den menschlichen Organismus und will die EU-Vorgaben nochmals überdenken.

Quelle: mdr.de

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