September 2010


Es ist schockierend, wenn man die Bilder der friedlichen Demonstranten beim Stuttgart21-Protest sieht, die anschließend von hunderten Polizisten gnadenlos niedergeknüppelt werden. Für die Eskalation ist der Innenminister in Baden-Württemberg verantwortlich, er sollte schnell seinen Hut nehmen, bevor er das ganze Land ins Chaos stürzt.

Quelle: Tagesschau.de

Aktuell kann man fast auf keinen Fernsehsender zappen, der nicht eine Talkshow oder Dokumentaion zum Thema Wiedervereinigung sendet. 20 Jahre ist es her, dass der Osten die blühenden Landschaften von Helmut Kohl sehen wollte. Doch die blühende Landschaft wurde schon kurz nach der Wende durch die Treuhand abgmäht und verkauft mit schwerwiegenden Folgen für den heutigen Arbeitsmarkt.

Die Dokumentation “Beutezug Ost” erinnert vom Titel her an das Dritte Reich und den Russlandfeldzug, doch bezieht sie sich ausschließlich die Zeit nach der Wiedervereinigung. Überforderte Treuhand-Manager und inkompetente Politiker sorgten für den Ramschverkauf der DDR, anstatt der erwarteten 250 Mrd. EUR Plus, steht am Ende der Treuhand ein Minus von 650 Mrd. EUR. Allein diese Tatsache suggeriert schon, dass dort fast Alles falsch gelaufen ist.

Doch das Schlimmste ist, die Folgen zeigen bis heute ihre Wirkung, besonders auf dem Arbeitsmarkt, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die ostdeutschen Bundesländer erleben einen Brain-Drain, oder eher einen Youth-Drain, welcher die Folge des Handelns von Treuhand und Politik darstellt. Durch den Verkauf von DDR-Inventar und Unternehmen an westdeutsche bzw. ausländische Unternehmen, sind in Ostdeutschland keine souveränen Unternehmen entstanden, sondern lediglich Niederlassungen. Das macht sich bis heute bemerkbar und ist mitverantwortlich für die Abwanderung ganzer Generationen in die westdeutschen Bundesländer.

Während die Zukunftschancen in Ostdeutschland überschaubar sind, mit Ausnahme von Berlin und Brandenburg, bietet der Arbeitsplatz in Westdeutschland, doch Einiges mehr. Wer kann, verlässt die chancenlosen Bundesländer, die noch immer mit dem Solidaritätsbeitrag am Leben erhalten werden.

Solange sich dies nicht ändert, haben diese Bundesländer keine Chance auf eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung mit Zukunft. Wer über ostdeutsche Nazis lästert, der muss auch wissen wo die Ursache liegt und wer dafür die Verantwortung trägt.

Quelle: taz.de

Frau von der Leyen hat es schon mehrfach in ihren Statements erwähnt, wenn sie von den “Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts” spricht. Genau das ist die wahre Triebfeder für die aktuelle Hartz4-Reform, nichts anderes. Hier geht es aktuell nicht darum mehr Geld an Bedürftige auszuschütten, welches eh nicht vorhanden ist.

Im Prinzip hat die Bundesregierung einfach nur alle Hartz4-Würfel wieder in den Knobelbecher getan und einfach neu ausgewürfelt bis ein wenig mehr dabei heraus kam. Ein simples Rechenspiel.

Denn auch der Bundesregierung ist bewusst, dass man nicht mehr Geld in das Sozialsystem pumpen darf. Warum? Nun, letztendlich führt diese Weg zu einem Mindestlohn und das wollen CDU und FDP um jeden Preis vermeiden, vor allem die FDP will hier ihre Klientel schützen.

Doch der Mindestlohn ist quasi unausweichlich, spätestens nach dem Regierungswechsel, der vermutlich nicht mehr lange auf sich warten lassen wird, muss ein Mindestlohn kommen. Auch die Löhne der Fachkräfte müssen dramatisch steigen, erst dann kann auch das Sozialsystem mit Geld bedacht werden.

Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass besonders die alleinerziehenden Mütter mit ihren Kindern unter dem Hartz4-Druck leiden. Dem Bundesverfassungsgericht ging es ja hauptsächlich auch nur um das Wohl der Kinder.

Im neuen Hartz4-Ansatz der Bundesregierung hat sich hier jedoch quasi nichts geändert. Außer Pfennigfuchserei ist am Ende nicht viel passiert.

Quelle: spiegel.de

Ein CEO ist ein mächtiger Mensch. Meistens ist er männlich, hat keinen Altruismus und stellt sich als Individuum in den Vordergrund. Gepaart mit einem “Ich-kann-alles-Syndrom” sind diese selbstdarstellerischen Alpha-Tierchen in der Lage unpopuläre Entscheidungen zu treffen, dabei müssen sie noch nicht einmal wissen worum es eigentlich geht.

Die FTD schreibt, dass Testosteron die Triebfeder der Manager ist. Gleichwohl gibt es kein Manager-Gen, wie vielleicht ein Thilo Sarrazin behaupten könnte, das sagt Christian Elger, Professor für Neurologie an der Uni Bonn. Dennoch bescheinigt er gewisse Charakterzüge und Verhaltensweisen die an den Genen festgemacht werden können, zum Beispiel Spielsucht oder Sozialverhalten.

Das solche Verhaltensweisen nicht immer zum Wohle einer Firma oder eines Konzerns eingesetzt werden, zeigen viele Beispiele, unter anderem auch der Niedergang von Arcandor, Mannesmann, usw. Denn diesen Alpha-Tierchen ist es eigentlich egal wie es um das Unternehmen steht, sie richten sich nur nach dem persönlichen Interesse. Ist das Wohl des Unternehmens auch das des CEOs und mit Geldanreizen verknüpft, dann wird schon alles gut gehen. So die Philosophie in den Vorstandsetagen, doch dort oben traut keiner dem anderen, denn sie sind alle gleichen Typs – Alpha-Tierchen.

Eine sich selbst befruchtende Herrschaftsriege. Die ab und zu mit externen Alpha-Tierchen angereichert wird, meistens immer dann, wenn es um massiven Personalabbau geht oder eine Neuorientierung ansteht, weil der Umsatz stockt oder rückläufig ist. Da spielt es dann auch keine Rolle, ob der Neue überhaupt eine Ahnung von der Branche hat, wichtig ist nur das Entscheidungsverhalten.

Daher gibt es auch das Phänomen, dass die meisten CEOs nicht lange bei einem Unternehmen bleiben, sondern schnell wechseln, wenn die Aussicht auf den persönlichen Vorteil vorhanden ist. Was letztlich auch mit die Ursache ist, warum es vielen Konzernen nicht gut geht, denn ihnen fehlt die nachhaltige Unternehmenspolitik. Aus diesem Grund haben familiengeführte Unternehmen fast immer die Nase vorn. Siemens versucht hier neue Wege zu gehen, das Unternehmen hat schwere Jahre hinter sich, Misswirtschaft, Korruption, fehlende Innovation, zu starre Strukturen, usw. Mit dem Pakt für die Mitarbeiter durch eine Jobgarantie, setzt das Unternehmen auch auf die Mitarbeiter und versucht diese mit ins Boot zu holen. Aber was nützt es, wenn das Management in zweiter Reihe weiterhin schlecht ist?

Deutschland hat ein massives Managementproblem und das schon seit Jahren. Das ist kein Geheimnis, sondern langläufig bekannt. Massive Zahlungen und Gehälter an das Management trotz massiver Fehlentscheidungen, haben eine ganze Riege von Alpha-Tierchen in Verruf gebracht und das zurecht, wie nicht nur die Bankenkrise beweist.

Es findet jedoch kein Umdenken statt, vielmehr wird die persönliche Gier sogar forciert und bereits auf andere Mitarbeiterebenen heruntergebrochen.

Quelle: ftd.de

gueterzug

Immer mehr Güterzüge donnern durch das Land, teilweise mit Lautstärken, die an Körperverletzung grenzen, wenn man zufällig daneben steht. Mit Geschwindigkeiten von 100 km/h preschen die Züge durch die Wohngebiete der Städte und Dörfer an der Strecke.

Meistens kommen sie in der Nacht, wenn die Personenzüge den Weg frei gemacht haben und die Menschen schlafen wollen. So zwischen 21 Uhr und 4 Uhr morgens ist die Zeit der Güterzüge.

Gerade jetzt bei dem aktuellen Wirtschaftsaufschwung ist ihre Zahl wieder deutlich gestiegen. Immer mehr Bundesbürger wollen sich mit den immer lauter werdenden Zügen nicht abfinden. Das hat auch die Bundesregierung gemerkt, doch die Bundesbahn gehört ja schließlich ihr selbst und genau da liegt das Problem.

So hat die Bundesregierung jetzt zwar Anreize geschaffen, zum Beispiel die Bremsen leiser zu machen, doch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Maßnahmen zur Lärmbegrenzung sind viel zu kurz gedacht und werden in den nächsten Jahren fast keine Lärmminderung bewirken, zumal es keine Verpflichtungen gibt.

Quelle: greenpeace

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