Hier will ich nicht über die Opfer der Love-Parade sprechen, das ist tragisch genug, sondern ganz einfach über das allgegenwärtige Risiko, welches heutzutage billigend in Kauf genommen wird, nicht nur bei Groß-Veranstaltungen.
Zugverkehr, Bankenkrise, Lebensmittelproduktion, Ölförderung, Handynutzung, medizinische Versorgung, Arbeitsrecht und Arbeitsplatz, Datenspeicherung und Datenkontrolle – die Liste lässt sich noch endlos weiterführen und alle Bereiche haben eines gemeinsam. DER MENSCH STEHT NICHT MEHR IM FORDERGRUND – sonder der Profit!
Die Love-Parade ist nur ein Beispiel, bei dem es schief gegangen ist. Der große Zusammenhang mit allen anderen gesellschaftlichen Bereichen wird den meisten Menschen gar nicht bewusst.
Kritische Menschen werden heute nicht gern gesehen, besonders in der Industrie und den einzelnen Unternehmen. Sie werden als Bedenkenträger verschrien und wenn es sich um eigene Mitarbeiter handelt sogar degradiert bzw. abgestraft.
Bedenkenträger sind nicht erwünscht, denn sie schmälern den Profit. Zumindest gilt das solange, bis dann doch etwas passiert, meistens ist der Schaden dann größer als der eigentliche Profit durch Schönreden. Doch den größten gesellschaftlichen Schaden tragen nicht die Schönredner und Gewinnmaximierer, sondern meistens der betroffene Bürger.
Das hängt zum einen mit dem mittlerweile fehlenden Altruismus zusammen, aber auch mit der fehlenden juristischen Konsequenz aus diesem Verhalten. Wenn die Bahn nur jedem Klimadefekt-Opfer einen Minimalbetrag zahlen muss, warum sollte sie dann ihre Taktik ändern? Wenn die Banken weiterhin gigantische Profite machen und nicht die Folgen von Fehlern tragen, warum sollten sie das System ändern?
Hochschulen galten in Deutschland als reformbedürftig, daher hat man mit dem Bologna-Prozess das deutsche Studium komplett gewandelt und produziert aktuell hauptsächlich Fachidioten, die nie gelernt haben interdisziplinär zu denken, sondern direkt, schnell und erfolgorientiert zu studieren.
Deutschland braucht Eliteunis, schallte es durch die Republik und prompt wurden künstlich geschaffene Eliteinseln für den deutschen Adel und Geldadel ins Leben gerufen. Den genauso wie mit dem Gymnasium, wollen sich die elitären Bürger dieses Landes von den anderen absetzen.
Das dieses Elitedenken überhaupt einen volkswirtschaftlichen Nutzen hat, ist weder erwiesen noch hat es sich bisher im Ergebnis offenbart. Zumindest grenzt man sich jedoch jetzt wieder ab und zementiert die Undurchlässigkeit.
Den Universitäten ist ihr volkswirtschaftliches Ergebnis übrigens egal, sie denken eher betriebswirtschaftlich und in der kleinen Hochschulwelt. Wenn der Name ihrer Uni international bekannt ist und die Fördergelder auf Landesebene fließen, dann sind die Hochschulrektoren glücklich. Da ist es doch egal, ob die Studenten nachher im Ausland arbeiten und die ca. 60.000 EUR/pro Student der Steuerzahler berappen muss, obwohl er eigentlich von der Ausbildung nichts hat.
Es gibt de facto keine Regelung, die deutsche Hochschulabsolventen dazu verpflichtet die Studiengebühren zurückzuzahlen, wenn sie ins Ausland gehen. Nehmen wir zum Beispiel den ausgebildeten Mediziner, der unsere Uni verlässt und anschließend in Norwegen als Arzt arbeitet. Das Meizinstudium ist der teuerste deutsche Studiengang und kostet den Steuerzahler pro Absolvent ca. 140.000 EUR! Eine wahnsinnige Summe!
Dadurch, dass dieser Mediziner noch nicht einmal das Bewusstsein dafür hat, dem Steuerzahler seine Ausbildung zu verdanken, sieht er die Zukunft egoistisch und geht nach Norwegen, um dort die gutbetuchten Menschen zu behandeln. Wäre er nach Afrika gegangen, so könnte man dies volkswirtschaftlich wenigstens noch als Entwicklungshilfe verbuchen.
Jedenfalls bleibt der deutsche Staat auf den 140.000 EUR Kosten für diesen gutausgebildeten Mediziner sitzen. Dieser lebt mit seiner Familie in Norwegen und denkt überhaupt nicht daran zurückzukommen. Wieso auch? Er verdient Unsummen und ihm geht es gut.
Mittlerweile gehen tausende von Medizinern ins Ausland und der volkswirtschaftliche Schaden für die Bundesrepublik geht in die Milliarden Euro.
Nicht erst durch den Erfolg von Dick Brave (alias Sascha) hat in Deutschland ein Revival zum Rockabilly-Sound der 50er und 60er Jahre eingesetzt. Sogar alte deutsche Stars wie Peter Kraus wollen auf den rollenden Zug aufspringen, doch die jungen, neuen, energiegeladenen Rockabillys lassen ihnen da keine Chance, zurecht.
Die klassiche Tolle als Frisur wird vermutlich auch weiterhin nur von hartgesottenen Rockabilly-Fans getragen werden, doch der Beat ist richtig im Kommen. Nicht nur die alten Klassiker werden gecovert, besonders die neuen Pop-Songs werden mit ehrlichem Beat und noch ehrlicherem Gesang unterlegt und sorgen besonders auf öffentlichen Veranstaltungen für gute Laune.
Vielleicht ist dieser Trend der Wegbereiter einer neuen Musikrichtung, oder eines Revivals mit wirklich neuen Bands und besonders mit eigenen neuen Musikstücken, ähnlich dem Ska. Musik bleibt halt doch immer wieder spannend …
Die Love-Parade war bereits seit einigen Jahren nicht mehr das was sie den Menschen seit ihrer ersten Fahrt durch Berlin bedeutete. Sie war eine Demonstration für die Liebe, wenn auch weitgehend drogenindiziert durch NDMA, welches zusammen mit der Love-Parade seine Blüte erlebte. Doch die Menschen haben sich seitdem geändert und ebenso der Geist der Veranstaltung.
Eine Demonstration für Liebe und Frieden in der Welt – was für eine Vision! Doch Mitte und Ende der 90er Jahre schien diese Mission fast wirklich möglich. Nach dem Fall der Mauer sollte die Welt revolutioniert werden, mit Beats per Minute sollte die Welt den gleichen Herzschlag erleben. Wenn auch nicht auf Erden, so doch “somewhere over the rainbow”.
Seit Samstagabend ist diese Vision endgültig beerdigt. Bisher 19 Tote symbolisieren das Ende und offenbaren gleichzeitig, dass die Love-Parade eigentlich eher eine touristische Attraktion darstellte, die Menschen aus allen Teilen der Welt in ihren Bann zog.
Vermutlich können wir noch froh sein, dass die Temperaturen am Samstag erträglich waren, vielleicht wäre das Chaos und die Anzahl der Opfer bei 35 Grad Celsius höher gewesen. Die Suche nach den Schuldigen hat bereits ein paar Stunden nach der Tragödie begonnen und mit Sicherheit wird es auch Verantwortliche geben, die ihre Posten räumen müssen und sogar verurteilt werden.
Die Entscheidung für ein ungeeignetes Gelände wurde noch überschattet von der Fehlentscheidung den Zugang zum Gelände wegen der Überfüllung zu verschließen und nicht den Zugang zum Tunnel.
Die Augenzeugenberichte und Videos zeigen, dass es anscheinend zum Aufgang zur schmalen Treppe auf der linken Seite am Beginn der Rampe gekommen ist. Dort traf eine große Anzahl von Menschen die gehen wollten auf eine große Anzahl von Menschen die rein wollten. An dem Nadelöhr der 1m breiten Treppe wurde so dicht gedrängt, dass dort die Stelle ist, wo fast alle Personen starben. Von einer Panik im eigentlichen Sinne ist eher wenig zu sehen.
Die Musik wird weiterleben und gefeiert werden, doch Massenveranstaltungen in Deutschland werden zukünftig unter einem ganz anderen Licht beobachtet werden. Die Konsequenzen aus diesem Fall werden das Massen-Veranstaltungskonzept in Deutschland nachhaltig verändern.
Die Idee der Love-Parade ist gescheitert, letztlich ging es nur noch um das Geld.
Dubai ist fast pleite, im letzten Jahr noch hochgelobt und mit einem Mega-Promi-Feuerwerk noch die Palmeninsel eingeweiht, weiß der der Staatskonzern Dubai World nicht mehr, wie er seine Schuldenlast von über 100 Milliarden noch bezahlen soll.
Das Leben auf Pump war auch in Dubai sehr begehrt, doch wie im Rest der Welt folgt hier ebenso die Katerstimmung, genau wie in Island, Griechenland, Spanien oder anderswo.
Immer größer, immer schöner und immer teurer musste es sein, doch mittlerweile ist Dubai pleite und im Jetset out. Die Bauchlandung ist hart und verlangt nach Schuldenerlass, der vermutlich auch gewährt wird. Die Banken haben eher nichts zu befürchten, die Bauträger und Auftragnehmer von Palmeninsel, Metro, etc. werden jedoch vermutlich auf ihren Forderungen sitzen bleiben.