Juni 2010


Die Ausgaben im Gesundheitssektor explodieren schon seit Jahren, Ärzte, Krankenhäuser und Pharmaindustrie haben die Versicherten voll im Griff und drücken jedes Jahr weitere Erhöhungen durch. Die Krankenkassen haben nun ein Horrorszenario heraufbeschworen, welches ein 11 Milliarden-Defizit für das Jahr 2011 aufzeigt. Dabei könnte alles so einfach sein …

Wer am lautesten stöhnt, bekommt das meiste Geld, so war es schon immer und meistens schafften es die niedergelassenen Ärzte besonders gut zu stöhnen. Sie verdienen mit Abstand am meisten und haben im Vergleich zu den Ausgaben von 1998 ca. 40% mehr an Zuwendungen von den Krankenkassen erhalten.

Grund dafür ist die große Lobby der Ärzte, die in ihren Wartezimmern ordentlich Stimmung gegen bestimmte politische Entscheidungen, Parteien oder Politiker machen. Die Patienten vertrauen ihrem Arzt und nehmen das meistens unkommentiert auf. Ich selbst habe erlebt, wie ein Orthopäde in seinem Wartezimmer selbstbemalte Plakate gegen die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt präsentierte, kurze Zeit später wurde die SPD mit einem Rekordminus abgewählt.

Die Ärzte haben Macht und sie nutzen die Macht schamlos aus, denn sie sind in der Regel privat versichert. Aus diesem Grund wird sich die CDU/FDP-Regierung auch nicht gegen die Ärzte stellen, schon lange nicht mit einem Arzt als Gesundheitsminister.

Es gibt jedoch eine Lösung für steigende Gesundheitskosten, doch die liegen nicht im Gesundheitssystem sondern in anderen Ministerin.

Wir haben erst kürzlich erlebt, wie die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel gekippt wurde – in der Folge bleibt es für Verbraucher weiter schwierig ungesunde Produkte zu erkennen. Wir sehen den Erfolg von Rauchverboten in vielen öffentlichen Bereichen – es werden zumindest weniger Zigaretten verkauft. Es gibt viele Bereiche, die dazu beitragen könnten, dass sich der Einzelne, gesünder ernährt, Sport treibt oder bundesweit mehr Menschen gesünder bleiben. Doch das Problem ist das Gleiche wie in der Medizin – es wird nur das Symptom bekämpft, nicht die Ursache.

Quelle: spiegel.de

chinesische-fahne

Nachdem Google vor einigen Monaten in Erwägung gezogen hat sich aus China zurückzuziehen, schlägt das Unternehmen mittlerweile ganz andere Töne an. Google will wohl die chinesische Lizenz behalten und es sich nicht mit den Machthabern verderben.

Vor einigen Monaten noch klang es fast wie ein Befreiungsschlag, als Google verlauten ließ, dass es seine chinesische Domain über Hongkong umleiten ließ. Einige vermuteten einen PR-Gag, andere glaubten, dass Google die chinesische Regierung bestrafen wolle für die chinesische Hacker-Attacke auf Googles heiligen Algorythmus. Doch davon ist jetzt keine Rede mehr.

Google möchte seine Lizenz in China nicht verlieren und zeigt, dass es wohl doch eher ein PR-Gag gewesen ist. Schließlich war das Image der Firma vor einigen Monaten auf dem Tiefpunkt, mittlerweile allerdings negativ überholt von Facebook und Apple.

Google brauchte einen Gegenpart, als in Deutschland und anderen Staaten die Street-View-Skandalwelle rollte, da kam die China-Ente gerade richtig.

Quelle: heise.de

Kennen Sie das SWIFT-Abkommen? Nein? Das sollten Sie aber, denn hier wird ermöglicht, dass die USA sämtliche Bewegungen auf Bankkonten kennen. Zuletzt hatte sich das EU-Parlament relativ bescheiden dagegen gewährt, doch letztlich haben die EU-Regierungen ihr Ja gegeben.

Was bedeutet eigentlich SWIFT? Nun, es ist ein Unternehmen, mit Sitz in Belgien. Soweit nichts Dramatisches, doch dieses Unternehmen sammelt sämtliche Bankdaten/-bewegungen von Deutschen und allen anderen Europäern. Das sind ca. 15 Millionen Datensätze täglich.

Wenn Sie ihre Handyrechnung bezahlen, oder eine Spende leisten, so wird dies im belgischen La Hulpe gesammelt. Im Prinzip nicht so tragisch, wenn die Daten nicht direkt weitergeleitet würden, an das amerikanische Finanzministerium, FBI und den CIA. Das bedeutet also quasi, innerhalb der EU gibt es kein Bankgeheimnis und die amerikanischen Behörden wissen seit dem 11.09.2001 genau Bescheid, über ihr Ersparnisse, ihre Zahlungsmoral, wem sie gerne Geld spenden oder wem sie finanziell unter die Arme helfen.

Die meisten Menschen wissen das nicht, doch wenn sie zum Beispiel ein Visum für die USA beantragen, kann ihnen vielleicht aufgrund einer Überweisung an die falsche Person, zum Beispiel bei einem ebay-Kauf, die Einreise verwehrt bleiben.

Jetzt muss nur noch das EU-Parlament zustimmen und der Datentransfer in Richtung USA rollt weiter.

Quelle: taz.de

Es ist schon bemerkenswert, das Jahr 2010. Noch nie in der deutschen Geschichte waren so viele Eckpfeiler der gesellschaftlichen Stabilität zerstört, angeknackst oder zum Abbruch freigegeben. Nie war das Land so orientierungslos wie heute, nie die Zukunft so ungewiss, doch es nicht nur ein deutsches Phänomen.

Eine stabile Gesellschaft braucht unerschütterliche Eckpfeiler, die das gesellschaftliche Konstrukt stützen. In der Vergangenheit war das meistens die Kirche, wenn zum Beispiel Wirtschaft und Politik verrückt spielten. Während des Kalten Krieges und der 68er Bewegung war es dann die konstant wachsende Wirtschaft, die der Gesellschaft eine gewisse Stabilität verlieh. Zur Zeit der Wende dann war es Helmut Kohl, der einfach immer wieder gewählt wurde, weil er für die politische Konstante stand, die sich nicht änderte.

Heute ist Alles in Bewegung und Alles in der Krise.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung ist gescheitert, bevor sie überhaupt angefangen hat. Die parlamentarische Demokratie verliert an Vertrauen. Der Klimawandel bedroht das Land und die ganze Welt. Die katholische Kirche hat ein Sex- und Imageproblem, die evangelische Kirche ein Alkoholproblem. Die Banken und Politiker haben das Land in den Abgrund gerissen. Der Euro wackelt. Die Reichen werden reicher, die Armen werden mehr. Die Börsen spielen verrückt und zeigen teilweise Kursausschläge von 1000 Punkten. Die Alten werden älter, die Babys und Familien immer weniger. Das Gesundheitssystem kollabiert, ebenso das Rentensystem  und und und …

Ohne Zweifel, es geht an die Substanz der Gesellschaft. In 100 Jahren wird man die Zeit nach der Jahrtausendwende als eine gesellschaftliche Revolution in Deutschland verstehen. Doch nicht nur hier, auch in vielen anderen Ländern passiert momentan Ähnliches.

Hieraus ergibt sich eine gesellschaftliche Verunsicherung, die sich zum Beispiel in Destruktion entladen kann, aber sie kann auch durchaus Positives bewirken. Natürlich ist Fortschritt und Veränderung wichtig, doch braucht der Mensch die Konstanten in seinem Leben. Die Familie hat daher in den letzten Jahren eine neue Bedeutung gewonnen.

Die Anzahl der Eheschließungen ist in den letzten Jahren wieder gestiegen, was die Sehnsucht der Menschen nach Konstanten deutlich macht. Auch die Anzahl der Geburten wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen, das ist zumindest meine Überzeugung, denn wenn alles rund herum zerbricht, bekommt die Familie einen ganz neuen Stellenwert.

Wir dürfen gespannt sein wo uns die allumfassende Krise hinführt, es bleibt nur zu hoffen, dass der Aufschlag auf dem Boden nicht zu hart wird.

fussball-spielerberater

Überall wo das große Geld lockt sind sie mit dabei und da besonders im Fußball hierzulande wahnsinnige Summen gezahlt werden, gibt es hier eine riesige Menge der Spielerberater. Doch den meisten geht es nur um den Eigennutz, die Spieler sind ihnen dabei egal, sie sind nur Ware.

Die meiste Kohle im deutschen Sportgeschehen hat wohl der Berater von Michael Schumacher an die Seite gescheffelt, aber Fußball ist jetzt nun einmal hierzulande sie Sportart, wo am das ganz große Geld fließt, die Formel 1 nur noch ein Schatten seiner selbst.

Michael Schumacher verdiente nicht schlecht und sein Manager ebenso. Obwohl Schumacher seinen Wohnsitz in die Schweiz wechselte, als das große Geld floß, haben ihm die Fans das nicht übel genommen. Damals galt Steuerflucht noch als Kavaliersdelikt, heute ist das anders und wird mit Schelte bestraft. Wenn verwundert da die Verfall der gesellschaftlichen Werte, wenn Menschen wie Michael Schumacher als Vorbild dienen.

Doch Michael Schumacher war gestern, heute ist Fußball das Big Business und Spielerberater tummeln sich in den Stadien der der großen und guten  A- und B-Jugendclubs, ja sogar in der C-Jugend werfen sie ihre Angelrute aus. So geschehen vor einigen Tagen beim U 17-Spiel Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen.

Knapp 250 von der FIFA “lizensierte” Spielerberater gibt es allein in Deutschland und mindestens genauso viele Spielerberater ohne Lizenz, die keinerlei Berechtigung haben, aber dennoch dick im Geschäft sind. Viele dieser Spielerberater tummelten sich bei der U 17-Begegnung, denn es gab Aussicht auf weitere dicke Geschäfte.

Unter den Talenten von morgen sind einige auf die Spielerberater ein ganz besonderes Auge geworfen haben. Für die Eltern und Spieler ist das oftmals wie ein Spießrutenlauf und talentierte Spieler werden solange belagert und belabbert, bis sie unterschreiben, teilweise sogar Generalvollmachten mit fatalen Folgen für die Spieler.

Im Prinzip ist das eine Art von Goldrausch der hier stattfindet, denn die Spielerberater hoffen auf den dicken Fisch, einen Spieler, der es bis in die großen Clubs schafft, wo sie dann prozentual mitverdienen, nicht nur bei den Transfersummen.

Hier geht es um Millionen und dafür biegen die Spielerberater schonmal das gültige Recht, denn egal wie, Hauptsache der Junge und seine Eltern unterschreiben. Telefonterror ist da noch die harmlose Variante, um die Eltern der Minderjährigen zu überzeugen, werden da schonmal komplette Strategien entwickelt, die mit sämtlichen psychologischen Tricks versehen sind.

In erster Linie zählen hier jedoch die Erfahrungswerte. Spielerberater haben individuell einen bestimmten Ruf, wer bereits einige dutzend Spieler in der 1. Bundesliga beraten hat, der ist bekannt und kann sich keine Abzocke leisten. Verantwortungsvolle Eltern machen sich hier erst mal in der ganzen Branche schlau, bevor sie irgendwas unterschreiben.

Doch das ist nicht immer so, teilweise werden Eltern und Jungen mit Luftschlössern geködert und wenn es dann nach der A-Jugend nichts wird mit der Bundesliga, fallen viele tief, denn nicht selten wird auf eine alternative Ausbildung in der Arbeitswelt keinen Wert gelegt.

Die Vereine und Trainer sind hier machtlos, sie können den Spielern nur ins Gewissen reden, sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen. Nicht selten werden den Trainern bei kleinen Clubs aber auch hübsche Sümmchen von einem Spielerberater geboten, wenn dieser bei Eltern und Spieler ein gutes Wort einlegt und es zu einem Vertragsabschluss kommt.

Den DFB interessiert hierbei lediglich der Mitverdienst und das die Talente irgendwann in der Liga oder zumindest der Nationamannschaft spielen.

Robert Emke und die Lehre aus dem Fußball-Leistungsdruck scheint bereits jetzt vergessen.

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