Februar 2010
Monats Archive
Mo 15 Feb 2010
Bei der ganzen Diskussion um die Sozialsicherung geht es eigentlich gar nicht um Hartz 4 und die Höhe des Einkommes für das Nichtstun. Die Debatte greift um das grundlegende Problem herum und ist wieder mal nur eine Symptom-Bekämpfung, wie wir es aus der Medizin kennen.
Das Problem liegt in den zu geringen Löhnen durch Arbeitsplatzverlagerung in Billiglohnländer. Seit Jahren sinken die Reallöhne sogar, obwohl das immer unter den Tisch gekehrt wird. Ursache des Problems sind die Globalisierung, die Unternehmen und auch Politik.
Wenn die Löhne eine gerechtere Höhe hätten, dann gebe es auch keine Diskussionen um die Höhe der Alg 2-Bezüge und Kinderarbeit wie sie Westerwelle indirekt fordert.
Das Geld, welches in den letzten Jahrzehnten durch Lohndumping in Deutschland eingespart wurde, ist in der Finanzkrise durch Zockerei verbrannt worden. Was hat die Globalisierung den Menschen gebracht, außer Stellenabbau und Lohndumping?
Die einzigen, die von der Entwicklung der letzten Jahrzehnte profitiert haben sind die Unternehmen, besonders die Deutschen. Doch viele Unternehmen haben bis dato nichts zurückgegeben, besonders die Konzerne, sondern eher das Gegenteil, sie haben Steuergelder bekommen, damit sie die Jobs hier halten, siehe Opel.
Jetzt gibt es nichts mehr zu verteilen und die FDP haut gleich auf diejenigen, die mal überhaupt nichts dafür können, um von dem eigenen Versagen abzulenken.
Fr 12 Feb 2010
Jeden morgen führt mich mein Weg an der örtlichen Arbeitsagentur vorbei und seit zwei Wochen stehen dort jeden Morgen mehr Menschen und warten auf den Einlass um 8:00 Uhr. Ein Zeichen für eine deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit im Februar 2010.
Wir dürfen gespannt sein auf die Verkündung der Arbeitslosenzahlen Anfang März. Nicht nur die meterlangen Schlangen vor den Arbeitsagenturen, auch die Konjunkturdaten deuten in die gleiche Richtung. Das schwierige Jahr 2010, welches uns bereits von Angela Merkel prophezeit wurde, scheint bereits jetzt den Arbeitsmarkt zu erreichen, obwohl das Kurzarbeitergeld noch gar nicht ausgelaufen ist. Kein gutes Zeichen!
Do 11 Feb 2010
Und haut gleich auf die Kleinsten und Schwächsten der Gesellschaft. Kein Wunder, denn die würden ihn bestimmt nicht wählen. Mit seiner Absage an höhere Bezüge für Hartz 4-Kinder hat Guido Westerwelle mal wieder sein wahres Gesicht offenbart und ehrlich gesagt schäme ich mich mittlerweile für den Native Speaker und Außenminister.
Angesichts rasant fallender Zustimmung in der Bevölkerung hat unseren Außenminister die Panik erfasst. Er will Boden bei seinen Wählern wieder gut machen und greift in einem Welt-Interview indirekt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts an. Einziger richtiger Aspekt in seiner Debatte ist das Einschleimen bei der Mittelschicht, diese ist in der Tat seit langem die benachteiligste Gruppe des Landes.
Doch mit seinem Interview setzt er an den falschen Hebeln an und erkennt überhaupt nicht die Ursache des Problems. Stattdessen hält er eine Predigt für die Leistungsgesellschaft mit Ellenbogen und gegen Sozialismus – wer Leistung bringt, darf sie auch einfordern. Ein Witz, angesichts der Tatsache, dass wir hier über Kinder sprechen. Vielleicht möchte Herr Westerwelle ja die Kinderarbeit a la Indien in Deutschland einführen?
Unser Außenminister sieht noch nicht einmal die Undurchlässigkeit in unseren gesellschaftlichen Schichten. Ihm ist gar nicht bewusst, dass sämtliche Studien mittlerweile belegen, dass viele Kinder in ihrer Zukunft noch nicht einmal die Chance haben die geforderte Leistung zu bringen.
Vielleicht liegt es aber auch an der Tatsache, dass unser Außenminister überhaupt nicht kinderaffin ist und vermutlich auch niemals eigene Kinder haben wird.
Sorry Guido, aber wenn man von einigen Dingen keine Ahnung hat, dann sollte man besser den Mund halten – auch im Wahlkampf! Dafür gibt es eine glatte 6 – Setzen!
Do 11 Feb 2010

Ein Arbeitsverhältnis ist eine Symbiose von Arbeitgeber und Arbeitnehmer und ist für beide ein gutes Geschäft, wenn die Harmonie im Arbeitsverhältnis passt. Doch warum hat lediglich der Arbeitgeber die Pflicht einen Arbeitnehmer zu bewerten?
In der heutigen Zeit sind die Kräfteverhältnisse zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern deutlich verschoben, längst hat der Arbeitgeber das Recht auf seine Seite gezogen und sieht den einzelnen Beschäftigten oftmals nur noch als Human Kapital. Niemand außerhalb des Beamtenapparates und öffentlichen Dienstes kann sich seines Arbeitsplatzes sicher sein, die Macht der Gewerkschaften ist deutlich geschrumpft.
In dieser Zeit muss die Gesellschaft die Arbeitnehmer in Schutz nehmen und darf sie nicht wie Steuervieh behandeln, auch wenn viele Politiker so denken. Es muss auch für den Arbeitnehmer eine Möglichkeit geben, seinen Arbeitgeber zu bewerten, wenn er aus dem Unternehmen scheidet. Führungsqualitäten, Mitarbeiterförderung und -motivation, Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder ganz einfach work-life-balance, bieten entscheidende Anhaltspunkte für einen potenziellen Nachfolger in einem Job.
Wer heute eine Stelle wechselt, beispielweise aus familiären Gründen, der muss sich ganz allein auf die Aussagen der Personalreferenten im Unternehmen verlassen und hat nur wenig Entscheidungshilfen für eine begründete Zusage. Nicht selten entpuppt sich der berufliche Neuanfang als Horrorfilm, aus dem es natürlich dank der Probezeit einen Ausweg gibt, aber dennoch ist damit erstmal die Arbeitslosigkeit erreicht, denn wer findet heute schon innerhalb weniger Tage einen Job?
Selbst für die Unternehmen wäre es sinnvoll, schließlich müssen sie nach einem Fehlstart oftmals teure Bewerbungsverfahren wiederholen. An der Bewertung der Arbeitgeber also von beiden Seiten kein kein Weg vorbei, die Frage ist nur jetzt oder später?! Bewertungsportale fehlen bis jetzt.
Mi 10 Feb 2010

Seit einigen Jahren erfreuen sich Splatter-Filme einer wachsenden Beliebtheit unter den DVD-Konsumenten. Die Videotheken sind voll davon, teilweise stellen sie sogar den überwiegenden Teil der Filmauswahl. Doch was war zuerst, die Nachfrage oder das Angebot?
Es ist wohl mittlerweile unbestritten, dass gewaltverherrlichende Filme einen negativen Einfluss auf einen vorwiegend männlichen Teil der Gesellschaft haben. Nicht selten werden mittlerweile sogar Szenen nachgespielt und anschließend stolz bei Youtube präsentiert. Verletzte und Tote können natürlich nicht ausgeschlossen werden.
Die Tatsache, dass unter anderem Filmemacher wie Quentin Tarantino den Splatter-Anteil in ihren Filmen salonfähig gemacht haben ist nicht positiv zu betrachten. Seine Filme wie “Four Rooms” oder From Dusk till down” haben Kultstatus, seine neueren Filme wie “Kill Bill” oder “Inglourious Basterds” sind eher der Abteilung “nett gemeint, aber Griff ins Klo” zuzuordnen. Gerade “Inglourious Basterds” wurde in Deutschland gelobt bis zum Abwinken, vermutlich jedoch nur, weil die beteiligten deutschen Schauspieler stolz waren endlich mal was mit der Hollywood-Posse zu filmen. Lediglich Herr Waltz hat in diesem Film gutes Schauspielertalent bewiesen.
Die “Henne-EI”-Frage, was war zuerst, die Nachfrage oder das Angebot an Splatter-Trash-Filmen lässt sich nicht so einfach beantworten. Quentin Tarantino hat mit Sicherheit den Boden bereitet für mehr unzensierte Gewalt in Filmen, dennoch hat es auch etwas mit Mode zu tun, aber auch mit gesellschaftlicher Entwicklung. Vielleicht gebe es ja noch mehr Gewalt in der Gesellschaft, wenn sie nicht in Splatter-Filmen kanalisiert wäre?
Keine Generation zuvor war so audiovisuell geprägt wie die aktuelle junge Generation, keine Generation zuvor war so gewaltbereit, aber auch keine Generation zuvor war so perspektivlos wie die Jetzige.
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