September 2009
Monats Archive
Do 3 Sep 2009
Religiöse Gruppen haben das Web 2.0 schon längst für sich entdeckt, nicht nur die Islamisten sind hier aktiv, auch extreme christliche und jüdische Organisationen gehen hier auf Seelenfang. Der Channel bei Youtube oder die Gruppe bei SchuelerVZ gerade auf die leicht zu beeinflussenden Jugendlichen haben es die Missionierer abgesehen.
Anne M. ist 15 Jahre alt und netzwerkt fleißig in Online-Communitys, heute wird sie bei SchuelerVZ in eine Gruppe eingeladen mit dem Titel “Zurück zur Wahrheit”. Neugierig klickt sie auf die Einladung und gelangt in eine Gruppe deren Selbstbeschreibung bei ihr sehr starke Erinnerungen an fundamentale Islamisten weckt. Entrüstet lehnt Anne M. die Einladung ab und meldet die Gruppe bei SchuelerVZ mit der Bitte um Löschung der Gruppe. Keine Löschung, keine Antwort.
Diese Szene spielt sich tagtäglich in den großen Online-Communitys ab, lediglich die kleinen Communitys wie beispielsweise die Reise-Community von RUF Jugendreisen sind noch überschaubar und uninteressant für die Seelenfänger. In den anderen sozialen Netzwerken, von der VZ-Gruppe, über Facebook bis hin zu Youtube ist eine Armee von Missionaren dabei die Jugendlichen zu ködern. Auf der Straße würde keiner mit den Missionaren reden, aber hier im Internet erreichen sie genau ihre Zielgruppe in gigantischer Reichweite.
Bislang sind vor allem die islamistischen Hescher besonders unangenehm aufgefallen, doch andere Glaubensrichtungen holen beängstigend schnell auf. Diese Missionierer nutzen die steigende Jugendarbeitslosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit der Heranwachsenden aus und die großen sozialen Netzwerke schauen hilflos zu.
Der Gesetzgeber scheint hier ebenfalls machtlos, zumal die aktive Missionierung in Deutschland leider nicht verboten ist. Zu sehr hängt die CDU hier noch an ihren kirchlichen Wurzeln. Die Exekutive ist personell unterbesetzt und kann gerademal die kleinen Ausläufer der Kinderpornographie im Internet ermitteln, was dort wirklich abläuft bleibt auch Ihnen verborgen.
Mi 2 Sep 2009
Erstellt von d.diggler unter
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Die Wirtschaftskrise erreicht den Arbeitsmarkt! Nicht erst die letzten Arbeitslosenzahlen zeigen die steigende Arbeitslosigkeit, auch das Auslaufen des Kurzarbeitergeldesin den kommenden Wochen malt ein düsteres Bild. Bereits jetzt sind die örtlichen ARGEn und Arbeitsämter komplett überlastet und müssen zudem noch mit einer System- und Softwareumstellung kämpfen.
Sonst hieß es immer, wenn du einen Job im öffentlichen Dienst hast, dann bist du auf der sicheren Seite. Dieser Sachverhalt existiert schon lange nicht mehr, außer vielleicht bei den Altgedienten. Die neuen Mitarbeiter der ARGEn werden regelrecht verheizt, schlimmer geht es selbst in den meisten Unternehmen nicht zu. Viele neue Mitarbeiter gehen gerade jetzt lieber wieder vor den Tisch der Arbeitsvermittlung als dahinter.
Hierfür sind zwei Aspekte verantwortlich:
Zum einen hat die Arbeitsagentur vor einiger Zeit ein neues System eingeführt, welches für jeden Mitarbeiter eine Herausforderung darstellt und fast den dreifachen Arbeitsaufwand pro Kunden bedeutet. Zudem will die Arbeitsagentur, dass jeder Kunde mindestens 1 Mal im Monat bei der ARGE oder Arbeitsagentur vorstellig wird. Ziel dieser Maßnahme ist den Druck auf viele Faulenzer und Sozialbetrüger zu erhöhen, die es bekanntlich in großer Anzahl gibt. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass viele Hartz 4-Empfänger nebenbei als Schwarzarbeiter in der Gastronomie, als Autohändler oder Putzkraft tätig sind undeigentlich gar nicht raus wollen aus der Hartz 4-Leistung.
Allerdings kommt hier aktuell der angekündigte zweite Aspekt zu tragen. Die Wirtschaftskrise erreicht den Arbeitsmarkt und wird nach dem Auslaufen des Kurzarbeitergeldes (nach der Bundestagswahl) den deutschen Mittelstand in die Pleite treiben. Die Arbeitsagentur rechnet intern bereits mit einem Desaster und apokalyptischen Arbeitslosenzahlen. Dieser Trend hat bereits eingesetzt, wie auch die aktuellen Arbeitmarktzahlen zeigen. Vor allem die zu erwartende Jugendarbeitslosigkeit in Regionen wie Ostwestfalen aber auch Ballungsgebieten wird dramatisch ausfallen. Die ARGEn und Arbeitsagenturen können nur verwalten, denn es gibt keine Stellen zu besetzen.
Di 1 Sep 2009
Heute vor 70 Jahren begann der Überfall auf Polen und damit der offizielle Beginn des zweiten Weltkriegs. Viele Menschen erinnern sich noch persönlich an diese Tage und haben den Schrecken selbst miterlebt. Aus diesem Grund ist der Gedenktag an dieser Stelle legitim, auch wenn es Stimmen dagegen gibt.
Wir feiern aktuell 2000 Jahre Varus-Schlacht im Teutoburger Wald, wo der gute alte Arminius den Römern gezeigt hat was die alten Germanen so alles drauf hattem. Natürlich ist dies eine Feier wert. Was es sicherlich nicht geben wird, ist das Silvio Berlusconi einen Gedenktag zum Einmarsch römischer Truppen in Germanien abhalten wird. Das ist auch gut so. Ebenso wird es keinen Gedenktag für den Einmarsch Napoleons in Westfalen geben.
Aber warum wird solcher Tage nicht gedacht und wer denkt überhaupt an wen? Nun, hier stehen zwei Gründe im Vordergrund, zum einen hat es im Prinzip immer mit der Schuldfrage zu tun wer an wen denken darf und zum anderen mit der Zeit die seitdem vergangen ist. Wenn keiner mehr lebt, der Augenzeuge des Geschehens war, wird oftmals auch nicht mehr gedacht. So einfach ist das.
Allerdings kommt beim zweiten Weltkrieg und den Nazis noch ein weiterer Faktor hinzu. Kein Krieg war je gewaltiger, kein Krieg war je zuvor medialer und kein Krieg war je zuvor so gut dokumentiert wie dieser. Genau das macht zum Beispiel den Unterschied zwischen den Völkermord der Deutschen an den Juden und an den Türken an den Armeniern aus. Die Deutschen haben einfach jeden einzelnen Toten genau dokumentiert und verwaltet. Bei den Armeniern gibt es nur die Überlebenden die irgendwann sterben.
Das geschriebene Wort hat mehr Macht als man glaubt, den es ist unvergänglich. Das gilt nicht nur für Literatur und Prosa, sondern für alles. Selbst die Schundbücher von Dieter Bohlen und Co. wird es in 200 Jahren noch geben, allerdings wird diese glücklicherweise niemand mehr lesen
Das Gedenken hat seit dem zweiten Weltkrieg eine mediale Form angenommen, die durch das Internet und die Digitalisierung noch ins unermessliche gestiegen ist. Alleine Google erinnert und gedenkt fast jedem Tag einem anderen Menschen einem anderen Ereignis oder einfach nur sich selbst.
Allerdings hat diese neue Form des Gedenkens auch einen entscheidenden Nachteil – Gedenken wird inflationär und der Stellenwert des einzelnen Ereignisses ist zwar weltweit präsenter, allerdings dafür auch oberflächlicher. Gebe es das Internet heute nicht, dann wäre Angela Merkel vermutlich an die polnische Grenze geflogen und hätte zusammen mit den Polen an den Beginn des zweiten Weltkriegs gedacht.
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