August 2009
Monats Archive
Di 18 Aug 2009
Kaum ist sie da, schon ist sie wieder weg. Wirtschaftsminister Guttenberg hat sein Konzept für die Zeit nach der Wahl vorgestellt und musste dafür ordentlich Prügel einstecken. In der Tat war das Konzept eigentlich keins und schien eher von Lobbyverbänden entworfen zu sein – war es gar auch ein Fremdentwurf?
Was da in dem Guttenberg-Konzept auf den Tisch kam dürfte die Unternehmerverbände freuen. Weniger Sozialabgaben für Unternehmen und Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Er will die Leiharbeit noch weiter ausbauen und sogar fördern. Dabei müsste er doch mitbekommen haben, dass die Arbeitnehmer zweiter Klasse in der Wirtschaftskrise zuerst auf der Straße stehen und auch Kurzarbeitergeld für sie keine Perspektive ist.
Es bleibt zu vermuten, dass dieses Konzept wirklich von einem Lobbyisten erstellt wurde, denn plötzlich will es keiner in der CDU/CSU gewesen sein, der dieses Papier geschrieben und veröffentlicht hat. Guttenberg distanziert sich innerhalb von 24 Stunden öffentlich von seinem Konzept. Was soll uns das sagen?
Ist die CDU/CSU unterwandert? Haben Menschen im Hintergrund die Macht an sich gerissen? Oder wollte Guttenberg nur schnell sein Statement in Richtung der Unternehmen schicken und sich somit empfehlen? Es scheint wohl eher Letzteres zu sein. Guttenberg weiß, dass in dieses unsoziale Konzept von der Beliebtheitsskala wegsprengt, allerdings sind es die Thesen die er vertritt. Dies jedoch vor einer Wahl zu äußern kostet Stimmen, viele Stimmen. Guttenberg hat sich einen Freudschen Versprecher geleistet und zum ersten Mal hat sich die CDU/CSU offen dem Wahlkampf gestellt, allerdings ging der Schuß gleich nach hinten los.
Was haben also das Wort Gottes in Form der Bibel und das Konzept von Wirtschaftsminister Guttenberg gemeinsam? Nun, beide wurden von anderen geschrieben, beide wurden im Laufe der zeit überarbeitet und geändert und beide stellen die Glaubensfrage in Bezug auf den Inhalt.
Quelle: süddeutsche.de
Mo 17 Aug 2009
“Nobody is perfect!” Diese Tatsache ist allseits bekannt und trifft fast immer und auf fast alles zu. Wenn es jedoch um die Nachrichten und vor allem um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Königin “Die Tagesschau” geht, dann muss ein anderes Maß gelten. Zumindest scheinen dies die Kollegen der privaten Zeitschrift so zu sehen, oder ist es einfach nur Neid?
Die Zeitschriften ächzen unter immer dramatischeren Abo-Rückgängen. Die Leserschaft läuft den Tageszeitungen weg und die Zukunft malt ein düsteres Bild. In den Redaktionen der privaten Verlage herrscht schon seit langem ein Gespenst mit dem Namen “Arbeitsplatzabbau”. Nur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind Journalisten sicher und können aus dem Vollen schöpfen. Wer sich über Vitamin B in den öffentlich-rechtlichen Dienst gerettet hat macht drei Kreuzzeichen und legt erstmal die Beine hoch. Vielleicht ein wenig überspitzt, aber dennoch trifft es den Kern.
Wer die heutige Kritik an der Tagesschau liest, der muss diesen Sachverhalt immer vor Augen haben, denn objektiv ist die Protestwelle von Bild über Welt bis sonst wo nicht mehr zu erklären. Natürlich ist es zum Lachen, wenn in der beliebtesten deutschen Nachrichtensendung “Tagesschau” der deutsche Bundespräsident Horst Köhler als “Klaus Köhler” bezeichnet wird, doch was diese Namensverwechselung los getreten hat ist bisher ohne Beispiel.
Nach dem Motto “So, ich konnte dich noch nie leiden und jetzt gibt es aufs Maul!” holen sämtliche Freiberufler und Angestellten der Tageszeitungen den Baseballschläger aus der Tasche und schlagen dem “rich kid on the block” die Zähne aus.
Doch was steckt wirklich dahinter? Im Prinzip ist es die Wut und die Angst. Angst vor der eigenen Zukunft als Journalist. Wut über Ausbeutung im Beruf und ungerechte Bezahlung. Da hat sich viel aufgestaut in den letzten Jahren und die hochnäsigen und versnopten öffentlich-rechtlichen Staatsdiener arbeiten unter erstklassigen Bedingungen und machen sich oft über die Privaten lustig.
Im Prinzip ist die Klassenkeile gerechtfertigt. Sie tut gut. Macht Luft. Ändern wird sie jedoch nichts, außer dass der Intendant unverschämterweise noch mehr Geld für seinen erlauchten Club fordert.
Genugtuung haben die Privaten erst zuletzt durch das Gerichtsurteil erfahren, als es um die Tagesnachrichten im Web ging, hier haben die Staatlichen schonmal Einen auf den Deckel bekommen. Denn wenn den Privaten auch noch das zukunftsträchtige Internet werbetechnisch wegbricht, was bleibt dann noch?
Tagesschau.de gehört schon heute zu Webseiten mit dem größten traffic, ein kostspieliger Relaunch jagt den anderen und mit dem Steuerzahler im Rücken sitzt das Geld beim Intendanten locker.
Doch die privaten Tageszeitungen machen sich die Suche nach dem Schuldigen zu einfach. Zum einen ist es natürlich die Entwicklung der Technologie und des Internets die ihnen das Wasser abgräbt. Wer liest schon gerne die Nachrichten von gestern? Zum anderen sind viele Tageszeitungen einfach zu schlecht geworden und zu sehr mit Wirtschaft und Parteien verknüpft. Gezielte Kampagnen, die von privater Seite bezahlt werden sind massiv vorhanden und werden vom Leser schnell erkannt.
In meinem Bekanntenkreis haben unheimlich viele Leute die Tageszeitung abbestellt, weil sie qualitativ schlecht ist (Fehler wie Klaus Köhler sind hier an der Tagesordnung) und weil den Inhalten nicht mehr getraut wird. Wer bei der Überprüfung auf Fehler und Grammatik spart, der hat schlechte Karten. Wer sich zu sehr auf Werbeeinnahmen verlässt, der verliert an Glaubwürdigkeit und ist dem Untergang geweiht. Allerdings ein Teufelskreis bedingt durch den Abo-Rückgang und daraus folgende falsche Entscheidungen! Den Tageszeitungen steht ein Schrecken ohne Ende ins Haus – nur die Wahrheit wird überleben.
Quelle: welt.de, spiegel.de, bild.de
Do 13 Aug 2009
Das Geschacher um die Ministerposten geht schon los! Unglaublich aber wahr, die CDU/CSU und die FDP streiten schon lange vor der Wahl um die Ministerposten und sind sich ihres Sieges schon ziemlich sicher. Doch es kann alles noch ganz anders kommen.
Die rechten Parteien sind erstaunlich siegessicher, vergessen sind die Prognosen vor einigen Jahren, die der Union eine Traumquote bescheinigten und im Endeffekt total falsch waren. Wir es bei dieser Wahl genauso sein?
Die Union stellt sich nicht dem Wahlkampf, wieso sollte sie auch, denn die Umfrageergebnisse sprechen deutlich für sie. Mit Wahlkampf könnten sie vielleicht sogar noch ein paar Punkte verlieren. Allerdings müssen sie aus der Deckung kommen, denn wer bis zur Wahl abtaucht findet keine Beachtung.
Die Konzepte und Themen finden aktuell noch keine große Beachtung und die Versprechen halten sich in Grenzen, lediglich die SPD sucht die Offensive. Vielleicht wird der Wahl-o-mat im September das Blatt wenden, wenn die Standpunkte direkt vergleichbar sind.
Bis dahin sind allerdings schon einige Kommunalwahlen durchgeführt worden und werden mit Sicherheit auch einen Einfluss auf die Bundeswahlen haben.
Die Tatsache, dass die kleineren Parteien wie FDP, Grüne und besonders die Linke in der Wählergunst steigen, ist ein Indiz für die Kollektivabstrafung der großen Koalition. Obwohl die Wirtschaft aktuell wieder anzieht werden es die Volksparteien weiterhin schwer haben. Immer höhere Ausgaben, immer höhere Schulden und auch die offensichtliche Lobbyismus sorgen für Politikverdrossenheit. Viele Bürger fragen sich mittlerweile zurecht, ob sie da ihr Kreuzchen für einen Politiker machen oder für einen Interessensverband bzw. ein Unternehmen.
Die Tatsache, dass sich die FDP und CDU schon jetzt beispielsweise über den Posten des Wirtschaftsministers streiten, offenbart dass es hier nicht mehr um weise Politik geht, sondern um die Bedienung der Interessensverbände. Wer jetzt schon über die Aufteilung der Macht und die Besetzung von Posten spricht, der verkennt den Willen des Volkes und zeigt, dass er sich schon zu weit von der Gesellschaft entfernt hat.
Fast jeder 5. Deutsche würde “Horst Schlämmer” wählen, wenn er könnte. Was doch ziemlich die Politikverdrossenheit offenbart.
Wer den Umfragen glauben schenken mag … Das Forsa-Institut hat in der letzten Erhebung festgestellt, dass die Schwarz-Gelbe Koalition nur noch bei 49 Prozent der Stimmen liegt. Es ist also noch alles offen.
Quelle: welt.de
Mi 12 Aug 2009
Eine Bewerbung besteht immer aus verschiedenen Bewerbungsunterlagen. Die Art der Bewerbung entscheidet dabei auch über den Inhalt und Umfang der Bewerbungsunterlagen, im Prinzip ist jede Bewerbung ein Unikat.
Bewerbungsunterlagen unterscheiden sich nicht nur durch die unterschiedlichen Formen wie Online-Bewerbung, Bewerbungsformular oder Bewerbungsmappe, der Unterschied fängt schon bei der Wahl der Bewerbungsmappe an. Eine Papiermappe zum Aufklappen benötigt in der Regel kein Deckblatt, während bei der Kunststoffmappe fast immer ein Deckblatt sinnvoll ist, um nicht mit dem Lebenslauf ins Haus zu fallen.
Inhaltlich besteht die Bewerbungsunterlage immer aus einem Anschreiben oder Bewerbungsschreiben, welches bei der schriftlichen Bewerbungsmappe oben auf liegt. Natürlich ist der Lebenslauf ebenfalls ein wesentliches Element und bildet das Herzstück der Bewerbung, obwohl das Anschreiben im Entscheidungsprozess vielleicht sogar noch wichtiger ist. Wenn dem Lebenslauf kein Bewerbungsfoto beigefügt ist, dann sollte das Foto auf einem Deckblatt platziert werden. Bewerbungsunterlagen ohne Foto haben kaum Aussicht auf Erfolg. Desweiteren gehören die beglaubigten Zeugniskopien ebenfalls zu den Unterlagen.
Teilweise werden die Bewerbungsunterlagen jedoch noch ergänzt, beispielsweise durch das bereits erwähnte Deckblatt oder die sogenannte “Dritte Seite” der Bewerbung. Diese sind jedoch nicht Pflicht, können aber sinnvoll sein.
Inhaltlich empfiehlt sich für sämtliche Elemente der Bewerbungsunterlagen nicht auf kostenlose Vorlagen oder Muster zurückzugreifen und diese dann wörtlich zu übernehmen. Natürlich ist es sinnvoll für die Gestaltung einer Bewerbung für Ausbildung, Praktikum oder Job, gelungene Bewerbungsmappen zu Rate zu ziehen, damit Bewerber ohne Vorkenntnisse nicht ins kalte Wasser geschmießen werden. Formulierungen aus einer kostenlosen oder kostenpflichtigen Vorlage sind Entscheidern aus Personalabteilungen oftmals bekannt und werden negativ bewertet, wenn sie in der eigenen Bewerbung auftauchen.
Tipp zu Bewerbungsunterlagen: Niemals Vorlagen wörtlich übernehmen und Inhalte, besonders im Anschreiben, immer mit den eigenen Worten wiedergeben.
Di 11 Aug 2009
Die SPD kann einem fast schon Leid tun. Viele wollen die SPD schon aus Mitleid wählen. Eigentlich bin ich kein SPD-Wähler, aber was der Axel Springer-Verlag im Gewand der Bild-Zeitung für Stimmungsmache und Wahlkampf betreibt ist schon fast unverschämt. Chefredakteur Kai Diekmann täte gut daran nicht nur seine Frisur zu ändern, sondern seine Gesinnung nicht ganz so offensichtlich zur Schau zu tragen.
Die Bild-Zeitung war politisch schon immer sehr Rechts, daran hat sich bis heute nicht viel geändert, die Tatsache, dass sie aktiv Wahlkampfwerbung und Kampagnen gegen die SPD betreibt ist jedoch in dieser Form neu. Kaum ein Tag, an dem nicht ein neues SPD-Mitglied oder die Partei als Ganzes durch den Kakao gezogen wird. Selbst Mitglieder anderer Parteien sehen schon voller Mitleid auf die ausgepeitschte SPD.
Während die CDU geschlossen im Sommerurlaub chillt, muss die SPD das Sommerloch füllen und ist immer für einen Lacher gut. Mit Schlagzeilen wie “SPD nur noch bei 20 %” führt die BILD fast schon Krieg gegen die Volkspartei.
Nun fragen sich viele Wähler steckt da viel Geld dahinter? Hat die CDU ihre Schwarzgeldkassen geöffnet und die BILD mit reichlich Zuwendungen bedacht? Es ist kaum zu vermuten, dass diese Kampagne nicht bezahlt und gesteuert ist, die Frage ist nur, wer ist der Geldgeber?
Nun, Nutznießer dieser Kampagne ist erstaunlicherweise nicht die CDU, sondern die FDP. Bedeutet dieser Sachverhalt etwa, dass die FDP bei Axel Springer das Scheckbuch gezückt hat?
Erstaunlicherweise spielen in diesem Wahlkampf keine Sachfragen die Hauptrolle. Fast keine Partei vertritt einen Standpunkt der Hauptthema ist. Lediglich die SPD stürzt sich auf Programme und wird dafür belächelt. Fast scheint es, als fahre die Partei am Besten, die überhaupt nichts sagt und sich bis zur Wahl einfach wegduckt. Aber müsste der mündige Wähler dies nicht merken?
Fakt ist jedenfalls, dass die große Koalition einen schlechten Job gemacht hat. Kein Problem ist gelöst, vieles ist verschoben und vieles noch schlimmer als vorher. Das Schlimmste was den Deutschen passieren könnte wäre eine Fortführung der großen Koalition. Aber seien wir doch mal ehrlich … Guido Westerwelle als Außenminister? Gibt es etwas Schlimmeres für den deutschen Ruf in der Welt?
« Vorherige Seite — Nächste Seite »