Juni 2009
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Mi 10 Jun 2009
Die Insolvenz von Arcandor ist definitiv der richtige Weg. Herr Steinmeier und die SPD haben sich mit ihren teuren Rettungsversuchen disqualifiziert und Angela Merkel offenbart einen Schlingerkurs ungekannten Ausmaßes der seines Gleichen sucht.
Wenn sich Frau Merkel gestern hinstellt und sagt, dies ist der richtige und vernüftige Weg, dann klingt das fast wie Schizophrenie. Warum hat sie das nicht auch bei Opel gesagt? Hier herrschte die gleiche Ausgangslage. Es fallen tausende Jobs weg und ebenso in der Zulieferbranche, beispielsweise wie bei der Post mit DHL. Die Wähler haben bei der Europawahl beide Parteien für die teure Rettung des Unternehmens Opel abgestraft, trotzdem werden die Machthabenden nicht schlauer.
Hoffentlich ist die teure Geldverschwendung an Unternehmen jetzt vorbei, allerdings scheint Herr Steinmeier unbelehrbar angesichts der letzten Äußerungen zum Thema. SPD und CDU haben mit der Opel-Rettung auf den Holzmann-Faktor zur Wahl gewettet und bitter verloren, zurecht.
Die Arbeitsplätze bei Opel werden radikal reduziert werden. Der Steuerzahler trägt fast die gesamte Verantwortung für die neue Unternehmensführung der Investoren. Wenn in 1-2 Jahren das Unternehmen in die Insolvenz gehen muss, wird keiner mehr über die Rettung sprechen, genau wie bei der Holzmann AG. Die Jobs wären dann weg und der Steuerzahler trägt die hohen Kosten der Arbeitslosigkeit und der Rettung. Wir werden sehen …
Wir werden sehen, dass für den Konzern Arcandor und deren Mitarbeiter die Insolvenz die beste Option sein wird. Die Abwicklung wird nicht lange dauern, den die profitablen Konzernteile werden schnell einen Käufer und Investor finden. Karstadt und Quelle sind das Hauptproblem des Konzerns und verantwortlich für die Insolvenz. Herr Middelhoff gehört eigentlich an den Pranger für eine Unternehmenspolitik, die aus vielen Karstadt-Filialen einen 1-Euro-Laden gemacht hat. Hat er wirklich geglaubt, dass man mit Ramsch viel Geld verdienen wird?
Nach seinem Rauswurf bei Bertelsmann und seiner Disqualifikation bei Arcandor, wird er bestimmt einen neuen Posten in der verschworenen Elite der deutschen Vorstandsetagen erhalten und das nächste Unternehmen ruinieren. Die deutschen Vorstände tragen nach wie vor keine Haftung und beweisen zunehmende Inkompetenz. Schumpetersche Unternehmer finden sich unter ihnen nicht und eine Änderung ist hier ebenfalls nicht in Sicht.
Karstadt war zuletzt ein Sammelsurium verschiedener Filialkonzepte. Die Rosinen will sich jetzt der Quasi-Monopolist Metro einverleiben, hoffentlich bleiben sie ihm verwehrt. Gut aufgestellte Filialen wie in Bielefeld werfen nach wie vor Gewinn ab und sind gut besucht. Andere Filialen, wie die in Paderborn, sind zu Ramsch-Filialen umstrukturiert worden, die nicht funktionieren konnten – diese will natürlich keiner übernehmen, höchstens die Immobilien selbst.
Wir erleben momentan in der Tat eine Zeitenwende. Die Digitalisierung greift immer schneller, die Konsumstrukturen ändern sich schlagartig, die Finanzmärkte können innerhalb kurzer Zeit überhitzen, der Klimawandel verändert die Welt und so weiter. Wir erleben gerade die größte gesellschaftliche Revolution der Geschichte! Wir können sie nur nicht sehen, weil wir mitten drin stecken.
Arcandor, Opel und wer da noch kommen mag, sind keine Opfer der Wirtschaftskrise. Sie sind das Ergebnis dieser Revolution und Veränderungen. Die Revolution birgt für die Menschen enorme Chancen aber auch ungeahnte Risiken. Die Welt schreit nach einem neuen System welches antiquierte Formen wie Kapitalismus, Kommunismus und Faschismus ablöst und den Menschen wieder eine Perspektive bietet.
Der Weg bis dahin wird noch Jahre dauern und das eine oder andere Unternehmen wird auf der Strecke bleiben. Das ist die vernünftige Spielregel der Marktwirtschaft, die vermutlich auch zukünftig noch durch den ein oder andere staatlichen Eingriff, wie bei Opel ausgehebelt wird.
Di 9 Jun 2009
Yann-Arthus Bertrand ist eine begnadeter Fotograf, das er auch Filme macht war mir neu. Nichts desto trotz ist sein Film “Home” eine gewaltiges Bilderfeuerwerk und beeindruckt durch unglaubliche Luftaufnahmen von Landstrichen, Menschen und Naturschauspielen. ECHT SEHENSWERT!
Laut Herrn Bertrand leben wir in einer entscheidenden Zeit, an einem Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit. Der Film skizziert eine einmalige wundervolle Welt in der wir Menschen zuhause sind und mahnt uns gleichzeitig vor den gravierenden Folgen des Klimawandels.
Er berichtet von Wissenschaftlern, die vermutlich berechtigt davon ausgehen, dass wir die Menschheit nur noch eine sehr kurze Zeitspanne haben, um eine katastrophale Entwicklung durch den Klimawandel zu verhindern (er spricht von 10 Jahren).
Der Film jedenfalls ist für den Transport dieser Botschaft das ideale Mittel, obwohl er in Englisch vertont ist und keinen deutschen Untertitel aufweist, ist der Kommentar sehr gut verständlich. Die überzeugende Botschaft liefern jedoch die atemberaubenden Bilder des Films, die vermutlich in jedem Menschen den Wunsch wecken diese Bilder live mit eigenen Augen zu sehen. In diesem Zusammenhang ist der Film wohl eher kontraproduktiv und tourismusfördernd.
Durch den viralen Effekt der kostenlosen Veröffentlichung bei Youtube erreicht der Film ein Millionen-Publikum. Auch wenn die Liste der Sponsoren des Films zu Beginn ein wenig befremdlich scheint, so überzeugt doch der Inhalt.
Zum Film “Home” von Yann-Arthus Bertrand
Mo 8 Jun 2009
Obwohl die CDU wesentlich mehr Stimmen verloren hat, wird die SPD als Hauptverlierer der Europawahl abgewatscht. Tatsache ist, dass die deutsche Regierung mit dieser Wahl zurecht abgestraft wurde. Allerdings ist die Plattformdenkbar ungeeignet und die Deutschen zeigen ungeahnten Masochismus.
Die nationale Regierungsarbeit hat immer den größten Einfluss auf die Europawahl, das ist schon fast Tradition, aber auch nicht sonderlich wunderlich, weil die Arbeit der Parteien in Europa in den Nationalstaaten nicht ankommt oder vermittelt wird.
Es zeigt sich, dass Europas größtes Problem Europa selbst ist, die Politik in Brüssel und Straßburg kommt nicht beim Bürger an. Was machen die da eigentlich den ganzen Tag? Diese Frage stellt sich vielen. Von deb Entscheidungen und Beschlüssen wird in Deutschland nicht viel bekannt. Europa ist zu undurchschaubar und zu weit weg für die Bürger.
Aufgrund des Ergebnisses und des enormen Gewinns der FDP stellt sich die Frage, ob viele Deutsche nicht doch wirklich unter einem Masochismus oder einer beschränkten Wahrnehmung leiden. Wie sonst ist der enorme Zugewinn der FDP zu erklären? In einem Punkt hat die SPD-Wahlwerbung nämlich Recht, Finanzhaie wählen FDP! Die FDP steht für all das, was gerade international als Folge über die Wirtschaft hereinbricht – ein freier Kapitalmarkt und Finanzmarkt, der die Welt in den Abgrund stürzt und verantwortlich ist für die größte Wirtschaftskatastrophe seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Sorry, aber für FDP-Wähler habe ich kein Verständis.
Sa 6 Jun 2009
Braun, brauner Holland – das könnte die neue Steigerung nach der gestrigen Europawahl bei unserem nordwestlichen Nachabrn sein. Was ist mit den Holländern los? Vor einigen Jahren noch als weltoffenstes Land bewundert scheint es sich in einen braunen Sumpf zu verwandeln.
Ist es der beginnende Klimawandel? Sind es die Terroranschläge in England, Spanien oder den USA? Was macht den Holländern soviel Angst, dass sie von der Farbe Orange auf Braun wechseln?
Sicherlich ist die Realität in Holland angekommen, arabische, kurdische und türkische Jugendbanden tyrannisieren das Land, ok aber das ist bei uns ähnlich und liegt an der Abschottung dieser Kulturen in unserer Gesellschaft.
Vermutlich gibt es verschieden Faktoren, die hier zutage treten. Zum einen waren die Niederländer vermutlich nie das tolerante offene Volk für das wir sie gehalten haben (das sind die Schweden übrigens auch nicht, liegt vermutlich an Ikea), zum anderen unterschätzen wir glaube ich, die Tatsache, dass in den Niederlanden politische Morde an Menschen verübt werden, die gegen den Islam sind. Die Holländer rücken zusammen und sehen ihre Freiheit durch den Islam bedroht.
Das die Niederländer allerdings mit 16 Prozent der Stimmen eine anti-demokratische Partei wählen erinnert eher an die gutgläubigen Menschen zu Zeiten der Weimarer Republik. Wählen die Holländer den Faschismus aus Fremdenfeindlichkeit oder Angst? Oder vielleicht aus Ratlosigkeit und Wut über die Wirtschaftskrise?
Jedenfalls haben unsere Nachbarn ihren Sympathiebonus, der aufgrund von diversen Fußballspielen schon angeknackst war, leichtfertig verspielt. Es bleibt zu befürchten, dass es in verschiedenen europäischen Staaten eine ähnliche Reaktion geben wird. Vielleicht erleben wir eine Wiedergeburt der primitiven abgeschotteten Nationalstaaten, wenn es hart auf hart kommt, dann kämpft jeder wieder für sich selbst. Die Tatsache, dass sehr viele Staaten nur in der EU sind, weil sie mehr Geld bekommen als sie zahlen ist nicht zu leugnen, jetzt wo keiner mehr etwas zu verschenken hat scheinen sich diese Länder aus der Gemeinschaft verabschieden zu wollen.
Fr 5 Jun 2009

Mutig, tapfer, weitsichtig und verantwortungsbewusst, das sind die Eigenschaften, die ich Sabine Czerny zuschreiben kann. Die Lehrerin an einer bayerischen Grundschule hat versucht für ein gerechtes Schulsystem zu stehen und wurde vom System bestraft.
Am vergangenen Dienstag wurde Frau Czerny für ihr Verhalten zum Wohle Gesellschaft und der Schulkinder für die sie die Verantwortung trägt mit dem renommierten Karl-Steinbauer-Zeichen ausgezeichnet – ein berechtigter Schlag ins Gesicht der Schulbehörde in Bayern.
Was aber hat Frau Czerny getan? Nun, eigentlich das, was wir von jedem guten Lehrer erwarten, eine bestmögliche Ausbildung und Motivation für unsere Kinder. Allerdings sorgt der Notendurchschnitt einer Klasse dafür, dass es Verlierer geben muss. Eine Klasse nur mit guten Schülern gibt es nicht, sagt die Landesregierung in Bayern und anderen Bundesländern unter anderem NRW auch. Frau Czerna sah das anders, sie wollte Noten möglichst sparsam vergeben und jeden Schüler gerecht nach seinen Leistungen benoten. Das Normalste auf der Welt sollte man denken, jedoch nicht in unserem Schulsystem!
Frau Czerny wurde strafversetzt weil sie das Beste aus ihren Schülern rausholte. Sie erteilte 9 von 10 ihrer Grundschülern in der vierten Klasse eine Empfehlung für Gymnasium und Realschule. Ein Skandal in unserem Schulsystem! Hätten sie das gewusst?
Unser Schulsystem ist darauf ausgelegt, dass nur eine bestimmte Anzahl der Grundschüler einer vierten Klasse die Empfehlung für einen Besuch des Gymnasiums oder der Realschule bekommen. Wer auserwählt ist entscheidet der Lehrer und das oftmals rein nach der sozialen Herkunft oder Sympathie.
Angenommen ihr Kind ist mit vielen schlechteren Schülern in einer Klasse, so bekommt er eine Empfehlung zum Gymnasium. Ziehen Sie jedoch um in einen anderen Stadtteil und ihr Kind kommt in eine andere Klasse mit vielen guten Schülern, so bekommt ihr Kind keine Empfehlung mehr. Vorher eine 1 und nachher eine 3 als Note – bei gleicher Leistung! Das ist Alltag in Deutschland!
Hier zählt nicht das wirkliche Können der Schüler sondern allein der Notendurchschnitt! Frau Czerny wollte diese Ungerechtigkeit nicht hinnehmen und wurde von den Behörden bestraft. In unserem Schulsystem liegt die Ursache für tausende gesellschaftlicher Folgeprobleme begründet und die Behörden schauen weg. Ursächlich hierfür scheint ein adäquiertes Schulsystem und elitäres Denken einer gymnasialen Lobby, die endlich weggefegt gehört.
Quelle: Spiegel Online
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