Mai 2009


Viele Menschen mit einer körperlichen oder einer geistigen Behinderung stehen vor einer schwierigen Aufgabe, wenn sie einen Job suchen oder eine Bewerbung für ein Stellenangebot formulieren wollen.

Behinderte Akademiker mit einem Hochschulabschluss waren hier im Vorteil, für sie gab es die ZAV in Bonn. Diese Zentralstelle für Arbeitsvermittlung versucht Fachkräfte und Führungskräfte in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Seit dem 01.01.2007 vollzieht sie dies jedoch in sehr abgespeckter Form und kann den notwendigen Dienst quasi nicht mehr leisten. Die erste Anlaufstation ist somit immer die örtliche Arbeitsagentur.

Aber viel interessanter ist die Frage nach der Bewerbung für Behinderte auf Stellenangebote und Jobs. Sind Bewerber verpflichtet ihre Behinderung in der Bewerbung anzugeben? Ja sie sind es, wenn die Behinderungen deutlich sichtbar sind und vielleicht sogar einen räumliche Veränderung des Arbeitsplatzes im Sinne einer Barrierefreiheit erfordern. Nicht verpflichtend ist die Angabe zum Beispiel bei einer Herzerkrankung.

In der Regel ist aber ein offensiver Umgang mit der Behinderung innerhalb der Bewerbung ratsam. Eine Behinderung muss nicht immer negativ ausgelegt werden. Viele Arbeitgeber wissen zudem, dass sie für den Einsatz von Behinderten als Arbeitskräfte auch staatliche Zuschüsse bekommen. Zwischen den Zeilen sollte dies deshalb im Bewerbungschreiben zu lesen sein. Bei der Vergabe von Jobs spielt in Unternehmen der Lohnkostenfaktor oftmals die größte Rolle, ein entscheidender Vorteil gegenüber nichtbehinderten Mitbewerbern.

Das wichtigste bei der Bewerbung mit Behinderung auf einen Job ist aber eindeutig die Formulierung der Behinderung im Anschreiben. Eine Behinderung ist nunmal eine Behinderung und für eine Person, in diesem Fall der potenzielle Arbeitgeber, nicht direkt einzuschätzen. Der Arbeitgeber kennt die Behinderung des Bewerbers nicht und kann sich nur auf der Grundlage der Erläuterungen im Bewerbungsschreiben ein Bild machen.

Die Erläuterungen zur Behinderung im Anschreiben sollten daher wohl bedacht sein. Wer Formulierungen wählt wie, “Trotz meiner 100 % Schwerbehinderung möchte ich sehr gerne ihrem Unternehmen als Arbeitskraft zur Verfügung stehen”, wird wenig Erfolg haben. Behinderte sollten immer ins Detail gehen und in jedem Fall positiv formulieren. Bei leichten Behinderungen ist dies dann fast kein Problem.

Für Rollstuhlfahrer ist dies sicher nicht die ideale Lösung, allerdings gelten Rollis auch als schwer zu vermitteln. Meistens scheitert es schon an der Barrierefreiheit im Unternehmen, weil vor allem kleine Unternehmen kein Geld für Umbauten aufwenden können und in der Regel selbst nur Mietsgebäude bezogen haben. Rollstuhlfahrer sind daher fast immer auf eine Vermittlung durch die Bundesagentur für Arbeit angewiesen.

Quelle: Wirtschaftswoche

Laut des heute veröffentlichten Berichtes des Verfassungschutzes droht Deutschland eine Gefahr von Rechts. Sowohl die Islamisten, wie auch die Nazis wollen mit rechtem Gedankengut und Gewalt unsere Gesellschaft und parlamentarische Demokratie zum Einsturz bringen.

Alles nicht Neues! Versuchen die schon seit Jahren! Das denken die meisten, aber die aktuelle Krise in der Wirtschaft und die kommende Arbeitslosigkeit in den nächsten Jahren wird hier einen fruchtbaren Boden bereiten, der das ganze noch schlimmer werden lässt.

Die Rechten kann man identifizieren und greifen, die Islamisten arbeiten eher konspirativ und versuchen die Gesellschaft durch gezielte Beeinflussung in Brennpunkten mit hohem Migrantenanteil zu destabilisieren. Die Gefahr ist bei beiden nicht zu unterschätzen, wobei die Nazis eher zu offenen Demonstrationen und Gewalt neigen, die Islamisten eher einen stillen schleichenden Prozess vorantreiben.

Zwar konnte der Verfassungsschutz bis jetzt den islamischen Terror in Deutschland unterbinden, aber auch durch die zunehmende gezielte Ansteuerung und Aquirierung in Deutschland wächst hier die Gefahr durch Terroranschläge. Wie wird Deutschland reagieren wenn es soweit ist?

Vielleicht hängen beide Phänomene aber auch miteinander zusammen. Es soll ja schon erste gemeinsame Veranstaltungen von Nazis und Islamisten gegeben haben. Vielleicht bekommen die Nazis ja Zulauf, weil sich die Regierung aus Angst nicht dem Migrantionsproblem annimmt und vielleicht bekommen die Islamisten einen Zulauf, weil die Nazis eine Bedrohung für Migranten darstellen? Eine Spirale die sich immer weiter in den Abgrund dreht.

Quelle: tagesschau.de

Das ZDF lässt sich mit den GEZ-Gebühren von Zeit zu Zeit auch mal richtig gute Sachen einfallen. Dazu gehört unbedingt das ZDFparlameter! Die Website ist für den diesjährigen Grimme-Online-Award nominiert und das zurecht.

Politik wird immer mehr zur schmutzigen Schau der Lobby-Verbände. Um diesem Trend entgegen zuwirken ist das ZDFparlameter vielleicht ein wirklich gelungenes Mittel. Auf der Website erhält der User einen tiefen Einblick in die Abstimmungen des Bundestages und macht die parlamentarische Demokratie durchsichtiger und erlebbar.
Jeder Beschluss der 612 Abgeordneten ist im Detail nachvollziehbar. Das Parlameter bietet dem mündigen Bürger einen genauen Blick über das Abstimmungsverhalten jedes einzelnen Abgeordneten. Wer hat bei welchem Gesetz welche Stimme abgegeben, oder wer war bei der Abstimmung überhaupt anwesend? Welcher Abgeordneter hat welche Nebeneinkünfte und wer weigert sich seine Lobby-Einnahmen preiszugeben?

Das ZDFparlameter macht richtig Spaß und man findet sich richtig schnell durch die jeweiligen Funktionen. Ein Beispiel: Am 13.05.2009 hat der Bundestag über den Antrag “Anbaustopp von gentechnisch verändertem Mais” abgestimmt. Das Ergebnis war: 391 Stimmen für den Gen-Mais und 78 Stimmen gegen den Gen-Mais. Wussten Sie das?

Bei dieser Abstimmung haben FDP, CDU und SPD für Gen-Mais gestimmt und Grüne + Linke dagegen. Der einzige der in der SPD die Fahne der Vernuft hochgehalten hat, war der Abgeordnete Frank Hofmann. Das ist doch interessant oder? In der größten Fraktion, der CDU, gab es nicht eine Stimme gegen Gen-Mais.

Was jetzt noch fehlt zu einer wirklich gerechten parlamentarischen Demokratie ist die Verpflichtung der Abgeordneten zur Veröffentlichung ihrer Nebentätigkeiten. Wäre doch mal interessant zu erfahren wieviel von den Ja-Sagern bei dieser Abstimmung wirklich bei Monsanto, BASF und Co. auf der Gehaltsliste stehen.

Zum ZDFparlameter …

Die Welt weiß es, die Deutschen wissen und die Regierung schröpft trotzdem weiter. Was die gerade veröffentlichte Studie der OECD da ans internationale Tageslicht gebracht hat ist nicht neu. Wir wissen schon lange, dass es in Deutschland ein ungerechtes Steuersystem gibt. Dennoch verkündet Angela Merkel gestern die Tatenlosigkeit.

Die deutschen Arbeitnehmer zahlen nach Belgien nicht nur die höchsten Steuern in ganz Europa, die Steuerlast ist hierzulande auch noch besonders ungerecht verteilt. Ungerechtes Schulsystem, ungerechte Steuerlasten – die internationale Gemeinde muss mittlerweile den Einduck haben, dass in Deutschland eine Bananenrepublik existiert.

Die Tradition dieser Ungerrechtigkeiten herrscht schon seit Jahrzehnten. Schwarz-Gelb hat die Steuergesetze vorangetrieben und beschlossen, Rot-Grün hat sie mit einer ruhigen Hand einfach weitergeführt. Daher ist nach der Bundestagswahl 2009 auch keine Gerechtigkeit in Deutschland zu erwarten. Wieder einmal treiben die etablierten Parteien durch ungerechte Politik den rechten und linken Flügeln die Wähler zu. Zwar äußert sich die Opposition von Gelb und Grün positiv für Änderungen der aktuellen Steuergesetze, aber auch hier handelt es sich nur um Wahlkampfgeschwafel um Stimmen zu ködern.

Die CDU hat bereits verkündet, dass ihr die OECD-Studie am Allerwertesten vorbeigeht, sie sehen keinen Handlungsbedarf obwohl die Reichen relativ gering besteuert werden und die mittleren und niedrigen Einkommen besonders hoch. Was die CDU nicht versteht ist die Tatsache, dass ihr mit dem seit Jahren  wegbrechenden Mittelstand auch eine große Wählergruppe wegfällt, die dieses ungerechte Steuersystem in die Unterschicht treibt.

Quelle: Zeit-Online

Die deutschen Banken bereichern sich aktuell auf Kosten der Steuerzahler. Der Staat gibt den Banken günstiges Geld zur Kreditvergabe, die Banken jedoch geben diese günstigen Konditionen nicht an den Verbraucher weiter. Ähnlich wie auf dem Kraftstoffmarkt, auf dem Energiemarkt und anderen Märkten, zeigt sich, dass der Wettbewerb nicht mehr funktioniert. Stellt sich die Systemfrage wie in den 30er Jahren?

Die Marktwirtschaft baut auf den Feilern des Wettbewerbs, ohne Wettbewerb und freie Märkte funktioniert das System nicht und ähnelt einer monopolistischen Ausbeutung. Immer mehr Branchen zeigen sich wettbewerbsresistent, das System wird aber erst kollabieren, wenn der Punkt erreicht ist, an dem eine kritische Masse von mündigen Bürgern entsteht, die nicht mehr bereit ist diesen Monopolismus zu bedienen. Doch wann ist dieser Punkt erreicht?

Die deutschen Banken leihen sich von der EZB momentan günstiges Geld für 1% Verzinsung, weil die EZB seit letztem Herbst die Zinsen rapide gesenkt hat. Die Banken verleihen das Geld an Unternehmen und Kunden jedoch auf dem gleichen Niveau wie vor der Krise und machen somit ein dickes Geschäft. Der Kunde hat keine andere Wahl, an den Banken führt kein Weg vorbei, er darf sich das Geld nicht selbst von der EZB leihen. Die Frage ist nur, warum eigentlich nicht? Welche Funktion haben die Banken, wenn sie kein Geld mehr verleihen oder dies überteuert tun.

Im Prinzip ist eine Bank wie ein Einzelhandelsgeschäft, sie erhält vom Unternehmen (in diesem Fall EZB) die Ware und verkauft diese an den Kunden mit einem ordentlichen Aufschlag weiter. Nun stelle man sich mal vor, die Einzelhändler kaufen sehr billig Äpfel ein, weil es im Sommer plötzlich eine Jahrhunderternte gegeben hat. Einvernehmlich lassen die Einzelhändler die Verkaufspreise für Äpfel jedoch gleich, weil sie genau wissen, dass der Kunde nirgendwo anders Äpfel kaufen kann. Damit haben quasi nichts Illegales getan, jedoch ist es moralisch verwerflich und spricht gegen das System der Marktwirtschaft.

Hier ist dann der Gesetzgeber gefragt! Die Politik ist verpflichtet, diesen Monopolismus zu brechen und das System des Wettbewerbs wieder zu ermöglichen. Allerdings genau das ist der Knackpunkt! Die Politik ist unfähig dazu, wie sie es bereits seit Jahren bei den monopolistischen Energiekonzernen beweist. Stellt sich die Systemfrage?

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