April 2009


Es ist nicht mehr zu übersehen, allabendlich bieten sich die Politiker schon jetzt, einige Monate vor den Wahlen einen unausstehlichen Wahlkampf. Das Problem aller Parteien ist allerdings, sie überzeugen nicht mehr und treiben immer mehr Wähler in die Fänge der Rechten.

Zuerst war es schwarz-gelb, dann kam rot-grün und jetzt schwarz-rot – sie alle haben eines gemeinsam. Sie alle lebten auf Pump und haben keine gute Arbeit abgeliefert. Sie alle sind dafür verantwortlich, dass der Stellenwert der parlamentarischen Demokratie in Deutschland immer niedriger wird, sie alle haben die soziale Marktwirtschaft aufgekündigt, sie alle haben gelogen und getäuscht.

Anstatt blühende Landschaften zu schaffen hinterlassen sie verbrannte Erde. Die deutsche Politk hat ein Authentizitätsproblem und einen ungeheuren Vertrauensverlust. Die direkte Folge offenbart sich in dem Zulauf der radikalen Parteien und einer nie dargewesenen Politikverdrossenheit, die an monarchistische Zeiten erinnert.

Quer durch alle Parteien fehlt es an Ehrlichkeit, Weisheit und vor allem an Selbstreflexion. Das eigene Handeln selbstkritisch zu hinterfragen ist für einen Politiker anscheinend nicht möglich. Vielleicht hängt dieser Sachverhalt auch mit dem steigenden Anteil von Rechtsanwälten in der Politik zusammen, diesem Berufszweig fehlt perse aus arbeitstechnischen Gründen ein moralisches Gewissen und ein Hinterfragen des eigenen Handels, denn hier zählt nur das Gesetz.

Ich sehe braun für die nächste Bundeswahl und für die Kommunalwahlen, auch weil der Termin im Herbst liegt, wo mit hohen Arbeitslosenzahlen zu rechnen ist.

Das Problem scheint unlösbar zumal Selbsterkenntnis nicht von außen eingeleitet werden kann. Die Parteien müssten sich quasi selbst reformieren – sehr schwierig. Seien wir doch mal ehrlich, welcher Politiker hat je offen einen Fehler eingestanden? Da fällt mir nur Joschka Fischer ein.

Immer mehr Rentner verlieren ihre Nebenjobs, die sie zur Aufbesserung der Altersbezüge dringend benötigen. Die Wirtschaftskrise macht sich auch hier deutlich bemerkbar, was sich durch die jüngste Rentensteigerung nicht voll kompensieren lässt.

Als Silversurfer wird nicht nur eine Comic-Figur bezeichnet, sondern auch die ältere Generation der Senioren, die sich vermehrt im Netz tummelt. Wie der Begriff allerdings entstanden lässt sich nur vermuten. Vielleicht hat es mit der grauen Haarpracht zutun, die sich bei den meisten Senioren ab einem bestimmten Alter einstellt.

Jedenfalls dürften sich die Rentner vor Kurzem noch ordentlich gefreut haben, als die Bundesregierung eine Anhebung der Renten um 2,41 % im Westen und 3,38 % im Osten beschlossen hat. Die größte Erhöhung seit den 90er Jahren, denn der Aufschwung der letzten Jahre ist nicht nur am einfachen Arbeitnehmer vorbeigegangen, sondern auch an den Rentnern.

Quelle: Welt

Der neue Ehrenmord an Gülsüm ist ein neuer Mauerstein zwischen der Gesellschaft und den türkischen Migranten, vor allem den Männlichen. Kranke türkische Männer offenbaren eine kranke Parallelgesellschaft in der Mädchen funktionieren müssen oder getötet werden.

Vor gut einem Monat wurde Gülsüm grausam getötet durch ihren eigenen Vater und Bruder. Warum passierte diese Tat? Weil sie so leben wollte wie wir alle. Sie wollte mit ihren 20 Jahren selbst bestimmen wo sie hingeht, mit wem sie lebt und was sie macht.

Dieser Ehrenmord reiht sich in die lange Kette der Ehrenmorde in Deutschland und sorgt schon fast gar nicht mehr für Aufruhr. Fast scheint es eine alltägliche News zu sein, wie die Meldung von Bombenanschlägen in Afghanistan.

Jedenfalls sind solche Taten nicht förderlich für eine Integration und spielen eher den Rechten in die Hände, die den Krieg der Kulturen heraufbeschwören. Das schlimme an diesen Taten ist, dass es keine Ausnahmen sind und wirklich ein System aufzeigen.

Wenn ein Mädchen getötet oder misshandelt wird, weil es zu “deutsch” ist, und das hundertfach passiert, dann dürfen wir nicht mehr wegschauen und so tun, als ginge uns das nichts an. Es scheint noch immer Leute zu geben, vor Allem auch unter den sogenannten Linken, die solche Themen nicht aufgreifen und lieber wegschauen mit der Begründung, das geht uns nichts an.

Wo ist die Politik, wo der Staat, wo die Zivilcourage der Türken?

Die Statistik über eine zunehmende rechte Gesinnung bei Jugendlichen hat vielleicht hier ihre Ursache. Sei es in der Schule, im Verein, auf der Straße, im Schwimmbad oder sonst wo – die Türken grenzen sich immer weiter ab. Deutsche Jugendliche erleben vielfach eine Ablehnung von jungen türkischen Jugendlichen, weil sie in der Familie gesagt bekommen, dass der Umgang nicht erwünscht ist, oder das alle deutschen Frauen regelrecht Schlampen sind, weil sie einen Rock tragen.

Warum nur die Türken und nicht die hundert anderen Nationalitäten die anscheinend kein Problem haben?

Das Problem liegt in der Masse der Türken. Sie bilden mittlerweile einen geschlossenen Kreis, der alle Bereiche der Gesellschaft einschließt. Es gibt einen türkischen Arzt, einen türkischen Laden, türkische Teestuben, türkische Zeitungen, türkische Vereine (wie am 25.03.09 berichtet) usw. , eine Auseinandersetzung mit der deutschen Gesellschaft erfolgt noch nichtmal im Fernsehen, weil hier der türkische Sender über Satellit geschaut wird.

Wir kennen das Problem selbst aus Agentinien, wo deutsche Kolonien abgeschottet gelebt haben und noch Zustände herrschen wie vor 100 Jahren.

Gibt es eine Lösung? Die Lösung kann jedenfalls nicht in Gesetzen gefunden werden, sie muss mental stattfinden und genau das passiert gerade nicht. Die Politik, auch die Grünen, sind dafür verantwortlich und tragen zur Eskalation bei.

Quelle: Welt

Die Schlagzeile des gestrigen Tages wurde als Aprilscherz abgetan ist fast unter gegangen – mittlerweile sind bei der Abwrackbehörde BAFA mehr als 900.000 Anträge (Quelle: FAZ) und Reservierungen auf die Abwrackprämie eingegangen. Deutschland wrackt ab was das Zeug hält.

Den Autohändlern rennen die Leute die Bude ein, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Autoverkäufer mit schulpflichtigen Kindern haben schlechte Karten auf Familienurlaub in den Osterferien, aber es dient ja dem wirtschaftlichen Wohle der Gesellschaft. Sollte man zumindest meinen.

Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Die Stärkung der Autoindustrie hat gravierende Folgen für die kleinen Werkstätten, die sich in den letzten Jahren zahlreich gegründet haben. Die Autos werden nicht mehr repariert, sondern verschrottet, somit bricht den Werkstätten der Kundenstamm weg.

Aber auch die Zulieferindustrie der Automobilbranche merkt nichts von dem neuen Boom der Autoverkäufe. Egal ob Hella AG oder Bentler AG, hier ist Kurzarbeit und Personalabbau angesagt. Die Ankündigung von Daimler zu Personalabbau und Gehaltskürzungen kommt nicht unerwartet, denn der Stern leuchtet nicht mehr so stark. Ausgerechnet die gutbetuchte Klientel und die Firmenkunden bleiben aus, denn die haben sich auf dem Finanzmarkt verzockt oder warten erstmal ab was da noch so kommt.

Es gibt aber trotzdem noch ein kleines Wunder in dieser Wirtschaftkrise und das scheint sich in den letzten Wochen immer deutlicher abzuzeichnen. Die Binnenkonjunktur läuft gut, obwohl die Abwrackprämie viel Geld in die Autobranche zieht, scheint es dem Einzelhandel nicht schlechter zu gehen. Egal ob Möbel, Klamotten oder sonst was, die Leute kaufen erstaunlicherweise ein. Selbst der Verband des Einzelhandels steht mit offenem Mund da angesichts der guten Verkaufzahlen.

Wie ist das zu erklären?

Nun, entweder der Bundesbürger sieht sich in der patriotischen Pflicht die Fahne hochzuhalten und versucht seinen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten, oder es ist im nicht bewusst, dass die harten Zeiten erst noch kommen. Eine dritte Möglichkeit liegt natürlich in der Einstellung: “Wenn wir schon untergehen, dann will ich mir wenigstens vorher noch was geleistet haben!”, und aus diesem Grund wird das Sparbuch geplündert.

Aber es sind nur Vermutungen. Wer mag schon die wahren Gründe kennen, vielleicht sind sie es auch alle zusammen? Eines sollte allerdings dabei passieren – bitte den Verstand einschalten!

Unsere Bildungsministerin Annette Schavan hat bereits am 18. März verkündet, dass der Bologna-Prozess gut voran kommt. Aber ist nicht die Gleichmachung, Internationalisierung und der damit verbundene Konkurrenzkampf die Ursache für die aktuelle Wirtschaftskrise?

Diese These vertritt auch Gesine Schwan, die Kandidatin für das Deutsche Präsidentenamt und sie steht damit nicht allein. Denn der Bologna-Prozess ist der radikalste Umbau des deutschen Bildungssystems steht für eine Ausrichtung der Hochschule auf die Bedürfnisse der Wirtschaft.

Mehr denn je stellt sich jetzt aber die Frage, ob die Ausrichtung der Bildungseliten auf den wirtschaftlichen Erfolg nicht die falsche Strategie ist? Der Abbau der Kultur- und Geisteswissenschaften und anderer Studiengänge wie auch “Volkswirtschaftlehre”, die als brotlose Künste angeprangert werden, hat zur Folge, dass Kompetenz und gesellschaftlicher Gemeinschaftssinn verloren geht.

Das Studium im Bachelor- und Masterstudiengängen ist starr und fest an Module gebunden und lässt wenig Raum für Kreativität und individuelle Entwicklung. Warum dann diese Änderung? Wem nutzt der Bologna-Prozess eigentlich?

In erster Linie nutzt der Bologna-Prozess zur Gleichmachung der Bildung innerhalb der EU nur den Unternehmen. Sie können vermeintliche internationale Standards festlegen und somit den Bewerber aus Spanien direkt mit dem deutschen Bewerber vergleichen. Hier geht es also um eine Ausweitung der Konkurrenzsituation auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Angeblich macht sich der deutsche Akamdiker somit auch für internationale Unternehmen interessanter, Beweise dazu fehlen allerdings.

Als Zusatznutzen dieses Reform-Prozesses wünscht sich die Regierung ein schnelleres und gezielteres Studium der Deutschen, vor Allem der deutschen Akademikerinnen. Ein schnellerer Einstieg in den Job soll auch dazu führen, dass nach einem Berufseinstieg mehr Kinder geboren werden. Aber offiziell gibt dies kein Politiker zu.

Bleibt noch die Frage, ob dadurch eigentlich auch die Forschung, Entwicklung und Bildung besser wird. Die Antwort ist zu verneinen, denn das Problem der deutschen Hochschulen sind nicht die Studiengänge oder die Studenten, sondern unmotivierte und unqualifizierte Professoren, die sich auf einem Beamtenstatus auszuhen, Ausnahmen bestätigen hier die Regel.

Aber der Bologna-Prozess ist immerhin ein Experiment, wenn auch auf volkswirtschaftlicher Ebene. Ein Zurück gibt es nicht mehr, dafür ist es zu spät, jetzt heißt Augen zu und durch. Wir dürfen gespannt sein was die Bildungsrevolution bringen wird.

Quelle: BMBF

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