April 2009


Wer die Bewerbungsfristen für den besten Job der Welt in Australien verpasst hat oder im Bewerbungsverfahren ausgeschieden ist, der kann jetzt wieder Hoffnung schöpfen und sich auf den zweitbesten Job der Welt in Taiwan bewerben. Der Vorteil bei dem Job in Taiwan: Man reist nicht allein!

Australien hat es vorgemacht, Taiwan zieht nach und versucht PR-mäßig auch noch was zu reißen. Der Gewinner des besten Jobs der Welt in Australien wird am 6. Mai aus den verbliebenen 15 Finalisten ermittelt. Zu vermuten ist, dass es ein Australier wird, weil dies Down Under schon der Nationalismus gebietet. Unter den Finalisten ist auch die Deutsche Mirjam Novak, vermutlich aber eher als Quoten-Deutsche, denn die zig tausende deutsche Jugendliche strömen seit einigen Jahren mit Vorliebe nach Australien, um dort dem work & travel-Programm zu dienen.

Das Ziel der touristischen Werbekampagne ist jedenfalls deutlich übertroffen worden. Mit geringsten Kosten hat der australische Tourismusverband einen Erfolg erzielt, der sonst hunderte Millionen Dollar verschlungen hätte. Zu verdanken ist dies vor allem dem viralen Marketing auf das immer mehr Firmen setzen.

Nun haben sich die Taiwaner gesagt, was die Australier können, dass schaffen wir schonmal lange. Taiwan lässt verkünden, dass am 01.07. eine Internetseite für den besten taiwanesischen Job der Welt freigeschaltet wird. Bewerben kann sich jeder, solange er kein Chinese ist, denn von denen erwartet man verständlicherweise aufgrund der Vergangenheit nichts Gutes.

Die Bewerbung kann auch zu zweit erfolgen, weil der Job auf 2 Personen aufgeteilt ist. 50 Teams a 2 Personen gelangen in die nächste Bewerbungsrunde und starten einen 4 Tage-Trip durch Taiwan. Hierfür gibt es schon ein wenig Taschengeld über 640 Euro.

Das best-blogende Zweier-Team in diesen 4 Tagen erhält dann den Auftrag für 22.600 Euro einen ganzen Monat lang durch Taiwan zureisen. Es ist also eine etwas abgewandeltere Form des australischen Angebots, wo man für 6 Monate fast 70.000 Euro abstauben konnte, aber dennoch attraktiv. Es ist halt der zweitbeste Job der Welt …

Den Taiwanern dürfte bewusst sein, dass ihnen hier nicht die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wird wie den Australiern, aber sie sagen sich vermutlich “lieber sind wir 2. als 36.”,  denn die Wahrscheinlichkeit, dass andere Länder noch nachziehen ist groß. Bleibt die Frage, was kommt als nächstes? 2 Monate Packeis-Wandern am Pol für 30.000 Euro? 1 Monat in der Karibik sonnen für 10.000 Euro? Man darf gespannt – Nordkorea und der Sudan sind vermutlich aus dem Rennen …

Quelle: Spiegel-Online

Die Deutsche Bank vermeldet ein blendendes 1. Quartal 2009! Da ist er wieder, der Strahlemann der Nation nur das typische Victory-Zeichen traut er sich noch nicht. Dass die Deutsche Bank nur Gewinn gemacht hat, weil sich die klammen Staaten dieser Welt bei ihr Geld leihen, diese Tatsache tritt in den Hintergrund.

Es ist unglaublich was sich da gestern im Blitzlichtgewitter der Pressekonferenz der Deutschen Bank abspielt. Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank steht lachend im Rampenlicht und verkündet seine 25 % Dividende-Parolen. Wäre er ein Schüler und man selbst die Lehrperson, so möchte man laut schreiben: “6 Ackermann, setzen! Du hast nichts gelernt!” Gott sei Dank ist die Prügelstrafe abgeschafft.

Josef Ackermann präsentiert sich als Retter des Kapitalismus und verkündet das Ende der Krise, zurück zu alten Höhen und neuen Blasen. Es ist einfach unglaublich und macht deutlich, warum dieser Mann so sehr in Deutschland gehasst wird. Gleichzeitig offenbart dieses Verhalten auch, dass die Banker wirklich gar nichts gelernt haben und am liebsten direkt so weiter machen wollen wie bisher.

Es macht mich wirklich wütend und ärgert mich ungemein, dass kurz zuvor unser Finanzminister Peer Steinbrück für 2009 eine neue “Rekordverschuldung von deutlich über 50 Milliarden Euro” verkündet hat. Eine Rekordverschuldung die wir als Steuerzahler bezahlen müssen und der Grund ist, warum die Deutsche Bank einen Gewinn macht. Der Steuerzahler muss sich bei Herrn Ackermann quasi Geld leihen, weil dieser ihn mit Bürgschaften und Garantien rettet! Ein perverses und durchweg böses System, welches jede Existenzberechtigung verspielt hat.

Der Gewinn der Deutschen Bank und die Lorbeeren, die sich Josef Ackermann an seine Brust heftet, resultieren aus der Notwendigkeit des Staates neue Schulden für Anleihen bei Banken zu machen, die somit quasi die Inkompentenz und Skrupellosigkeit der Banken noch belohnt. Das alles auf Kosten des Steuerzahlers, denn im Prinzip haben wir den Gewinn von Ackermann ermöglicht.

Und der Demütigung noch nicht genug, wird Josef Ackermann hierfür gefeiert und erhält sogar eine Vertragsverlängerung bis 2013!!! Wenn solche Tatsachen und Verhaltensweisen nicht für Krawalle und Aufruhr sorgen, dann weiß ich auch nicht.

Quelle: Taz

Was viele schon immer ahnten ist jetzt empirisch bewiesen worden. Ca. 35 Prozent der Jobsuchenden die nicht länger als 1 Jahr ohne Arbeit waren, finden einen Job durch persönliche Beziehungen, von der Arbeitsagentur werden hingegen nur ca. 15 Prozent der Arbeitssuchenden vermittelt.

Die Arbeitsgeberorganisation “Initiative Neue Marktwirtschaft” hat das Wirtschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin mit der Durchführung dieser Untersuchung beauftragt. Der Zeitraum der Untersuchung lag zwischen den Jahren 2002 und 2007, wobei für jedes Jahr die Werte einzeln ermittelt wurden.

Die Mittelwerte 35 % für eine Vermittlung durch Freunde und Bekannte und 15 % für die Arbeitsagentur überraschen nicht wirklich, sie zeigen eigentlich nur das Bild einer praktizierten Vitamin B-Gesellschaft. Der Erfolg von Netzwerken wie Xing ist auf diese Tatsache zurückzuführen.

Was diese Studie ebenfalls offenbart ist die schwierige Situation der Langzeitarbeitslosen, die oftmals von Fallmanagern der ARGE betreut werden. Viele Aussichten auf einen Einstieg ins Berufsleben gibt es nicht. Oftmals fehlt hier auch der Wille eine Tätigkeit anzunehmen, zumal die Einkünfte aus Arbeitslosengeld II nicht selten höher ausfallen, als der Verdienst in einem Job.

Diese Problematik der billigen Arbeitskräfte wird sich im Laufe dieses Jahres noch extrem verstärken – mehr Menschen werden neue Arbeit suchen und die Gehälter dementsprechend sinken.

Interessant an dieser Studie unter 3100 Probanden ist auch der Anteil der Vermittlungen durch Online-Jobbörsen, der immerhin bei 6 % lag. Meine Vermutung wäre eine wesentlich höhere Zahl gewesen. Deutlich zeigt sich aber, das die Online-Jöbbörse in der überwiegenden Mehrheit von jungen und hochqualifizierten Arbeitssuchenden genutzt wird.

Fazit: Die richtigen Leute zu kennen ist das A und O in der heutigen Berufswelt, genau wie vor 100 Jahren. Der Grad der Vernetzung hat sich nur dank des Internets geändert, Freunde und Bekannte finden sich jetzt nicht nur im Dorf, sondern bundesweit auf Online-Netzwerkplattformen.

Quelle: Spiegel-Online

Die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen möchte gerne das Elterngeld auch für Teilzeit-Eltern anbieten. Ein Kompromiss zwischen Arbeitgeber und Arbeitsnehmer, aber der richtige Weg.

Welche Familie kann heute schon von dem Gehalt eines Elternteils gut leben? Wohl nur die Spitzenverdiener. Wer keine Kinder hat, der kann sich nur sehr schwer vorstellen welche Kosten diese nach sich ziehen. Nicht nur die komplette jährliche Neueinkleidung kostet ein kleines Vermögen. Schule, Essen, Freizeit, Wohnung und viele andere Faktoren machen in der Summe die enorme Belastung aus.

Die meisten berufstätigen Menschen können sich heute keine Kinder leisten. Kinder erfordern heute eine gute Planung und einen finanziellen Spielraum, andernfalls kann das extrem eintreffen, wie es gestern mit der Aussetzung der 3 Kinder in Italien passiert ist.

Die Änderung beim Elterngeld ist ein richtiger Schritt, der werdenden Eltern den Mut zur Elternzeit geben soll. Das Geld wird nun sogar länger und bis zu 28 Monate gezahlt, dafür gibt es aber auch nur die Hälfte. Bisher war die Teilzeit-Regelung komplett ausgenommen, zukünftig ist sie aber möglich. Eigentlich müssten die Unternehmen von sich aus ebenfalls eine gehbaren Weg für die Arbeitnehmer einschlagen, aber die meisten Unternehmer stehlen sich aus dieser gesellschaftlichen Verantwortung und. Ihnen sind Arbeitskräfte am liebsten, die gar keine Familie haben und auf einen 9-to-5-job pfeifen. Karrieregeile Arbeitssklaven die für die Firma leben sind die Überflieger von heute und sorgen in den Unternehmen für eine Anti-Familien-Philosophie. Daran wird auch die neue Teilzeit-Regelung nichts ändern, leider!

Quelle: FAZ.net

Die letzten Untersuchungen und Statistiken zeichnen ein deutliches Bild. Jungen werden in unserem Bildungssystem deutlich benachteiligt und kaum jemanden interessiert es. Nicht mehr die Mädchen sind diskriminiert, sondern die männlichen Heranwachsenden.

Heute ist der Girls Day 2009, dieser Tag soll die Schülerinnen im Alter von 10 bis 15 Jahren an die technischen Berufe heranführen. In Laboratorien und Werkstätten der verschiedenen Branchen wird den Mädchen ein Einblick in die diese Berufswelt ermöglicht. Ziel ist es, den Anteil an Frauen in diesen Berufen zu erhöhen.

Was auf den ersten Blick als Baustein der Gleichberechtigung erscheint, entlarvt sich jedoch hinter den Kulissen als unsinnige Aktion, ein ganz anderes Ziel verfolgt.

Sicherlich wird diese Aktion den Anteil der Mädchen in diesen Bereichen erhöhen, aber warum soll das so dringend geschehen? In Wahrheit fehlen der deutschen Wirtschaft die Facharbeitskräfte die sie so dringend braucht. Qualifizierte Arbeitnehmer in technischen Berufen sind mittlerweile rar und werden es auch zukünftig sein. Allerdings ist das eine Folge schlechter Bildungspolitik und einer noch schlechteren Familienpolitik in Zusammenhang mit den Unternehmensphilosophien.

Hier geht es ganz einfach um das Geld der Unternehmen und der Steuereinnahmen für den Staat. Der Girls Day soll ganz banal der deutschen Wirtschaft die Facharbeiter sichern, das Argument der Gleichberechtigung ist nur vorgeschoben. Unser Schulsystem produziert immer mehr männliche Versager auf dem Arbeitsmarkt. Der Girls Day ist mittlerweile der manifestierte Tag der Diskriminierung von männlichen Schülern.

Den Schülern fehlen die männlichen Bezugspersonen in der Schule, es gibt kaum noch männliche Lehrer, was sich bei den männlichen Kindern von alleinerziehenden Frauen oft problematisch offenbart. Schulen benachteiligen Jungen massiv.

In Deutschland muss ein Umdenken stattfinden. Gezielte Einstellung von Männern im Bildungssystem, notfalls mit einer Quote, das wäre der erste Schritt. Aber vor allem in den Unternehmen muss umgedacht werden. Gezielte Aus- und Weiterbildung mit einer langfristigen Ausrichtung ist unumgänglich. Jugendwahn und maximale Arbeitsauslastungen führen zu Verlust von KnowHow und vermehrten BurnOut-Syndromen.

Gesine Schwan hat in ihrem Statement erstaunlicherweise den Finger genau in diese Wunde gelegt, als sie gesagt hat, dass die aktuelle Krise sich auch auf die Kultur und die Gesellschaft bezieht. Erkenntnis scheint also vorhanden zu sein, allein der Wille zur Umsetzung ist noch nicht ausgereift.

Alle Infos zum Girls Day hier

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