März 2009
Monats Archive
Fr 20 Mrz 2009
Weißt du was ein “Digital Native” ist? Nun, ich wusste es nicht, als ich das Wort zum ersten Mal gehört habe. “Digitaler Eingeborener”? Damit konnte ich nichts anfangen und meine erste Überlegung ging in Richtung “Nerd” (noch so ein tolles Wort!).
Daher möchte ich kurz darlegen was ein “Digital Native” ist, um zu verhindern, dass es dir genauso geht wie mir. Mit diesem Begriff sind all die Menschen gemeint, die ungefähr Anfang der 80er Jahre geboren wurden, also heute im Prinzip nicht älter als 29 Jahre sein dürften – und das ist auch schon alles! Du kannst also ganz leicht herausfinden, ob du dazu gehörst oder nicht.
Es steckt aber noch ein mehr Intention dahinter, wenn man dabei die gesellschaftliche Entwicklung zu Rate zieht. Der Begriff “Digital Native” benennt im Prinzip alle kommenden Generationen die bereits im digitalen Zeitalter geboren sind und die nicht so wie ich, zu Beginn der Jahrtausendwende bereits im Erwachsenenalter mit offenem Mund vor dem Bildschirm saßen, weil sie Boris Beckers-Lieblingssatz: “Ich bin drin!” ausprechen wollten.
Aber warum ist es überhaupt notwendig, eine solche Gruppe zu definieren? Vermutlich ist der Begriff aus einer soziodemographischen Studie hervorgegangen, genaues weiß man nicht. Verwendung findet er heute aber anscheinend vor allem auf dem Arbeitsmarkt und ist im Personalmarkt sogar ein Einstellungskriterium.
Nicht zuletzt ist die Idee, die sich hinter der Klassifizierung verbirgt, eine extreme Fortführung und Erweiterung des Jugendwahns auf dem Arbeitsmarkt der letzten Jahre und hängt direkt mit der Betrachtung der Arbeitnehmer als “Human Capital” zusammen. Im erweiterten Sinne also auch mit der Bewertung von Unternehmen, der Spekulation an den Börsen und dem Untergang der Weltwirtschaft zum aktuellen Zeitpunkt.
Das dieser Begriff in der aktuellen Zeit jedoch immer häufiger auftritt, zeigt zum einen, dass in den Personalabteilungen der Unternehmen noch immer die “alte” Denke vom Mensch als Kapital vorherrscht. Vielleicht ist es auch ein wenig zuviel erwartet, aber Personalabteilungen sollten mittlerweile gelernt haben langfristig zu planen. Die globale Weltwirtschaft hat die Folgen von kurzfristiger Monetarisierung und Planung in der Finanzwelt gerade erst schmerzhaft erfahren, den einzelnen Unternehmen und ihren Personalabteilungen steht dieser schmerzhafte Absturz noch bevor, auch wenn er vielleicht noch 10 Jahre auf sich warten lässt.
Quelle: Heise Online
Do 19 Mrz 2009
Geschichte scheint sich tatsächlich zu wiederholen. Das amerikanische Federal Reserve System (FED), ähnlich der deutschen Bundesbank, hat bekannt gegeben, dass in der kommenden Zeit weit mehr als 1.000.000.000.000 “neue” Dollar gedruckt werden.
Dieser Schritt überrascht nicht weiter, denn die Amerikaner sind pleite und müssen zusehen, wie sie sich selbst am Schopfe aus dem Sumpf ziehen.
Was das allerdings bedeutet ist den meisten Menschen natürlich nicht bewusst. Die Amerikaner vollziehen im Prinzip das Gleiche wie damals die Deutschen in der Weimarer Republik aufgrund der enormen Verschuldung durch Reparationszahlungen. Sie drucken einfach soviele Dollar, bis die Schulden bezahlt sind.
Eigentlich eine ganz einfache Lösung, das Problem liegt nur darin, dass der Dollar damit in den USA und international enorm an Wert verlieren wird. Jeder von uns hat im Geschichtsunterricht gelernt, dass es Zeiten in Deutschland gab, in denen 1 Brot ungefähr 1.000.000.000 Reichsmark gekostet hat, einige haben das sogar noch selbst miterlebt.
Soweit wird es vermutlich in den USA nicht kommen, aber vielleicht entsteht ganz am Ende, nach der Zeit der Gelddruckerei, eine neue amerikanische Währung. Die Frage ist aber heute, wie werden sich China und die anderen Länder verhalten, die enorme Devisenreserven in Dollar angehäuft haben?
Jedenfalls werden diejenigen, die ihr Gehalt in Dollar beziehen, zum Beispiel die Google-Adsense-Nutzer wie ich, nicht mehr gerne auf ihre Auszahlungen schauen.
Quelle: Spiegel-Online
Mi 18 Mrz 2009
Erstellt von d.diggler unter
Allgemein1 Kommentar

Ehrlich gesagt wird mir Peer Steinbrück immer sympathischer. Das jemand mal offen gegen die Schweizer Arroganz vorgeht und versucht den Anreiz zur Steuerhinterziehung in Deutschland durch den Nachbarn Schweiz zu attackieren, rechne ich ihm hoch an. Der Mann hat nicht nur Ahnung von der Materie, sondern findet auch immer öfter wahre Worte.
Das den Schweizern nicht gefällt was sie da hören ist klar, immerhin geht es ja um ihr bundessteuerliches Hehlergeld und somit um ihren organisierten Reichtum. Natürlich sind die Äußerungen von Peer Steinbrück relativ undiplomatisch, aber immerhin treffen sie den Nerv der blank liegt.
Jahrelang haben sich die Schweizer über die Deutschen lustig gemacht als es volkswirtschaftlich bergab ging, noch immer spielen sie auf die zugewanderten ostdeutschen Gastarbeiter und tausende reiche Steuerflüchtlinge an und drohen sogar offen mit Fremdenfeindlichkeit. Aber aktuell dürfen die Deutschen mal einen Moment der Genugtuung erleben. Meine Empfindungen zu dieser Situation sind so, als ob man einen Betrüger, der Millionen ergaunert hat, auf frischer Tat erwischt und in Untersuchungshaft nimmt. Das Gefühl könnte man auch mit einem Sieg von Gut über Böse beschreiben, um einen Vergleich von George W. Bush zu bemühen.
Natürlich sind jetzt auch in der Schweiz die fetten Jahre vorbei, wobei ich nicht genau weiß, ob sich da in mir Schadenfreude oder Genugtuung offenbart, aber die Schweizer müssen sich auf ihre Werte und Fähigkeiten zurückbesinnen, damit fahren sie bestimmt besser und mit dem Nachbarn klappt es dann auch.
Jedenfalls hat Peer Steinbrück meinen Respekt für seine offenen Worte, auch wenn der deutsche Botschafter in der Schweiz und meine ausgewanderten Landsleute in den Alpen aktuell einen schweren Stand haben. Weiter so Peer!
Quelle: Spiegel-Online
Di 17 Mrz 2009
Die Diskussionen in den Talk-Shows fallen munter über das Thema Amoklauf und Prävention her, aber die Diskussionen gehen am Kern vorbei. Prävention ist nicht das Verbot von Ego-Shootern, sondern beginnt bereits beim Mutterschutz.
In der europäischen Union sind die Zeiten für den sogenannten Mutterschutz, also die ersten Wochen nach der Geburt des neuen EU-Bürgers, sehr unterschiedlich geregelt. Sie reichen von 50 Tagen in Schweden bis zu 45 Wochen in Bulgarien. Deutschland liegt mit 14 Wochen an der Spitze hinter Schweden und Malta.
Die ersten Wochen im neuen Leben eines Babys sind prägend für das Ur-Vertrauen des Kindes und bieten den Eltern die berechtigte Gelegenheit, sich mit der neuen Situation vertraut zu machen. Defizite in dieser ersten Lebensphase können langfristige Folgen auf die Charakterbildung oder die Beziehung zu anderen Personen haben. Kann ich anderen Menschen mein Vertrauen geben, oder nicht?
Genau hier kann sich beispeilsweise entscheiden, ob das Kind ein Potenzial zum Amokläufer entwickelt oder ob es die neue “Mutter Theresa” wird. Daher bedeutet mehr Mutterschutzzeit auch in den meisten Fällen mehr Zeit für das Kind und somit auch mehr Zuwendung. Der europäische Ansatz zu einer Verlängerung, der über die bestehenden 14 Wochen in Deutschland hinausgeht ist vermutlich der wichtigste Schritt in die Prävention von Amokläufen.
Warum will aber unsere Familienministerin Frau von der Leyen dann diese Verlängerung verhindern? Die Antwort ist ganz einfach…
Eine Verlängerung der Mutterschutzzeit bedeutet höhere Kosten für die Arbeitgeber und das ist mit der CDU und den Arbeitgeberverband nicht zu machen. Natürlich wird zukünftig keiner der CDU-Politiker/Arbeitgebervertreter für weitere Amokläufe die Verantwortung übernehmen, lieber schiebt man es dann auf die Symptome wie Computerspiele, Waffenbesitz, etc.
Frau von der Leyen und Co. versuchen sogar die ganz miese Nummer und führen die Gefahr der Gleichstellung von Mann und Frau im Job als Argument ins Feld, was ehrlich gesagt schon eine Dreistigkeit ist, die ihres Gleichen sucht.
Die Kosten für Arbeitgeber durch den Mutterschutz sind für die Frauen kein Nachteil, sondern auch Männer haben das Recht auf diesen Zeitraum, weshalb es eigentlich “Elternschutzzeit” heißen müsste. Diese habe ich übrigens damals genommen, wobei meine Lebensgefährtin kurz nach der Geburt wieder ins Berufsleben eingestiegen ist.
Hier geht es also nur um Geld auf Kosten einer besseren Erziehung. Winnenden ist nur ein weiterer Stein in den Folgen einer falschen Familienpolitik. Kurzsichtigkeit, Geiz und bewusst in Kauf zu nehmen, das Menschen auf der Strecke bleiben, scheint auch nicht durch Weltwirtschaftskrisen und Amokläufe aus den Köpfen von Politkern und Unternehmern zu gehen. Schade!
Quelle: Spiegel Online
Mo 16 Mrz 2009
Der deutsche Wirtschaftsminister Guttenberg fliegt heute in die USA, um dort mit General Motors und der US-Regierung, die ja mittlerweile fast GM besitzt, über die deutsche Tochter Opel zu verhandeln. Allein die Tatsache, dass der Wirtschaftsminister in die USA fliegt und die großen Manager nicht nach Deutschland kommen, zeigt wer hier das Sagen hat.
General Motors hat jahrelang das Traditionsunternehmen Opel ausgebeutet und an den Rande des Ruins betrieben. Jetzt wollen sie sich die Manager ihren Misserfolg auch noch versilbern lassen und der deutsche Steuerzahler muss die Zeche übernehmen die Herr Guttenberg im Auftrag von Frau Merkel aushandelt.
Die Frage ist wirklich, ob es nicht sinnvoll wäre das Unternehmen Opel in eine kontrollierte Insolvenz zu begleiten, so wie es schon tausende große Unternehmen vollzogen haben. Einmal den Reset-Button drücken und neu starten, ohne die amerikanische Inkompetenz.
Die Jobs werden bei Opel so oder so gestrichen, es handelt sich also um einen Tod auf Raten. Natürlich ist es leicht von meinem Standpunkt aus die Insolvenz zu fordern, ich fahre zudem auch keinen Opel (obwohl ich mal einen Kadett Kombi hatte mit dem ich sehr zufrieden war).
Traditionen finden viele Menschen zudem gut und ein Auto ist bei Männern (aber auch einigen Frauen) ein sehr emotionales Produkt. Wenn es zum Beispiel darum ging das Dr. Oetker insolvent wäre und wir dadurch die “tollen” Pizzen und Kuchen nicht mehr essen könnten, dann wäre es den Leuten vermutlich vollkommen egal, die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt wären aber vermutlich dieselben.
Fänden in 2009 keine Wahlen statt, so wäre Opel schon seit Anfang des Jahres in der Insolvenz. Frau Merkel macht den Schröder (Rettung der P. Holzmann AG) und versucht sich die Stimmen der Opelaner zu sichern. Mit Wirtschaftlichkeit hat das nichts zu tun!
All das ist typisches Politik-Gebaren und regt mich nicht besonders auf, was mich allerdings wütend werden lässt, ist die Tatsache, dass jahrzehntelanges Missmanagement der GM-Führung jetzt mit meinen Steuergeldern belohnt werden soll. Vermutlich hat sich Herr Zumwinkel an der GM-Führung orientiert und sich gesagt: “Warum sollen immer nur die Amis die Deutschen schröpfen, das kann ich doch auch!?” Aber das ist noch ein andres Thema …
Jedenfalls möchte ich unserem neuen Wirtschaftsminister noch zurufen: “Bitte nicht um jeden Preis retten!” Meine Kinder brauchen eine Zukunft und Deutschland auch.
Quelle: Spiegel-Online
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