November 2008
Monats Archive
Mi 26 Nov 2008
Erstellt von mklaholz unter
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Man, man, man. Was muss ich denn da wieder lesen. Laut der Financial Times plant die merkelwürdige Regierung offenbar, mit einem neuen Gesetz ordentlich an ihrer Imageschraube drehen zu wollen: künftig sollen alle Arbeitslosen, die von privaten Trägern betreut werden, nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auftauchen- in diesem Jahr immerhin 300000 Menschen. Der Deus Ex Machina! Im Wahljahr 2009 sollen positive Nachrichten das Wählerherz erweichen und das Kreuz an die richtige Stelle führen.
Aber das ist nur ein weiterer Rechenzauber: Schon im Oktober wurden rund 1 Millionen Arbeitslose nicht mitgezählt, da sie in Weiterbildungsmaßnahmen steckten und damit dem Markt nicht voll zur Verfügung standen. Eine Million! Relativiert wird die Chose, „dass ja die Zahl der Maßnahmenteilnehmer nicht geheim sei“. Achso! Ja dann. So sind die Menschen: sie suchen sich alle Informationen strebsam zusammen, bleibt ja auch soviel Zeit am Ende des Tages, und machen sich dann ihr aufgeklärtes, eigenverantwortliches Bild. Hallo? Ist da noch jemand zu Hause? Oder sind in Berlin schon die Lichter ausgegangen?
Sogar die Bundesagentur für Arbeit hat das Vorhaben kritisiert. So eine Statistik erfüllt nicht mehr ihren Zweck- sie soll valide die Beschäftigungszahlen und -problematik darstellen. Und misst sie nicht mehr.
Und neues Unheil droht schon: ein Drittel der Firmen in Deutschland wollen 2009 wegen der Rezession Jobs streichen. Da muss aber schnell ein weiteres Kaninchen in den Zylinder!
Ich wüsste zu gern, wie die Statistik aussehen würde, wenn die Zahlen bereinigt wären. Und ergänzt um alle, die im Schatten der Marktwirtschaft arbeiten: von Studenten über Frührentner, von Minijobbern zu Schwarzarbeitern, die anders nicht vermittelbar sind.
Bericht in der Financial Times Deutschland
So 23 Nov 2008
Erstellt von uschulte unter
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Das der deutsche Geheimdienst nicht gerade zu den besten in der Welt gehört ist wohl jedem bekannt, vermutlich liegt dies auch im heimischen Beamtentum begründet, welches in 4 Jahren großer Koalition nicht refomiert wurde und dies in den nächsten 100 Jahren vermutlich auch nicht wird.
Was jedoch die letzten Tage im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag im Kosovo passiert gibt einige Rätsel auf. Vermutlich kann hier der BND selbst nicht sagen was genau passiert ist.
Das sich BND-Beamte im Kosovo aufhalten dürfte logisch sein. Das der Kosovo ein Hort der organisierten Kriminalität ist dürfte auch weitläufig bekannt sein. Jetzt ist vor mehr als 1 Woche ein Anschlag passiert bei dem ein paar Fensterscheiben zu Bruch gingen und es also nur laut knallen sollte. 3 BND-Mitarbeiter sind nach dem Anschlag vor Ort und untersuchen den Tatort. Im Anschluss daran werden sie festgenommen.
Heute heißt es dann plötzlich, die 3 Männer wurden schon länger beschattet und sie wurden auf frischer Tat ertappt und es wurden Beweise in den Wohnungen gefunden.
Normalerweise bin ich alles andere als ein Verschörungstheoretiker, aber ich vermute hinter diesem ganzen Sachverhalt ein kompliziertes Spiel unterschiedlicher Interessen und die deutschen BND-Mitarbeiter sind die dummen Sündenböcke.
Der Kosovo will die alleinige Selbstständigkeit, er will einen eigenen Geheimdienst, er will eine eigenen Armee, er will den Abzug der KFOR und die Aufgaben selbst übernehmen. Hier geht es um Macht im Kosovo! Deutschland ist mit ca. 3000 Mann der größte Truppensteller im Kosovo. Wenn die Kosovaren gegen die Deutschen im Land auf die Barrikaden ziehen, dann gehen die anderen Nationen auch. Das Ergebnis: die Kosovaren übernehmen alles selbst, auch die Endlösung mit den verbliebenen Minderheiten im Land.
Es scheint ganz deutlich aus welcher Ecke die Bombe wirklich kam. Eigentlich muss man sich nur fragen, wem nützt es …
Sa 22 Nov 2008

“Ich bin gestresst.”
Diesen Satz höre ich in letzter Zeit immer öfter. Und er scheint tatsächlich einen realistischen Hintergrund zu haben.
Die krankheitsbedingten Fehltage von Arbeitnehmern haben immer mehr mit psychischen, stressbedingten Ursachen zu tun (Bundesverband der Betriebskrankenkassen) und nach einer aktuellen Untersuchung der Techniker Krankenkasse sind 2007 in Baden Württemberg 5.714 Menschen aufgrund psychischer Erkrankungen in Frührente gegangen- rund ein Drittel der Frühverrentungen insgesamt (nehme an, dass das nicht an dem Bundesland liegt;-).
Allein die Kosten, die stressbedingter Ausfall jedes Jahr in der Volkswirtschaft verursacht, gehen in die Milliarden. Ganz zu schweigen von den persönlichen Folgen.
Sind sie gestresst? Was sind mögliche Gründe? Und wie kann man denen begegnen, ohne sie mit Kaffee, Alkohol, blauem Dunst oder malträtierten Familienmitgliedern zu bekämpfen.
Die Universität Duisburg/Essen und TU Darmstadt haben gemeinsam eine kostenlose interaktive Software entwickelt, die typische Gesundheitsprobleme von MitarbeiterInnen in klein und mittelständischen Unternehmen aufgreift und Lösungen anbietet. Die zwei Themenschwerpunkte sind „Stress“ und „Heben und Tragen“, und können individuell bearbeitet werden. Und individuell heißt individuell: anhand von verschiedenen Profilen, die der Benutzer durch Fragebögen aus seiner Situation heraus erstellt, zeigt die folgende Auswertung die wahrscheinlichen Stressoren und bietet in Form von Hörbeiträgen oder Lesematerial Lösungsmöglichkeiten, Verbesserungen und Verhaltensmodifikation an.
Unterteilt ist das ganze in drei Segmente: Stress (Gründe von Außen), kognitive Strukturen (eigene, innere Einstellungen, Sichtweisen, die zu Stress führen) und Bewältigungsstrategien- jeweils mit einem Fragebogen, einer Analyse und Wegen zur Veränderung.
Das Thema wird anschaulich, in kleinen appetitlichen Happen verabreicht. Fallbeispiele, Animationen, Abschnitte zum Hören und Videos wechseln sich in der Methode ab und machen deutlich, wie sich arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen auf den Menschen auswirken, wie sie sich vermeiden lassen und welche Maßnahmen der Betroffene selbst in die Wege leiten kann.
Ich hab ein bischen gebraucht, um mit der Navigation zurecht zu kommen. Zu jedem Unterpunkt gibt es eine audielle Einführung, die mich weniger interessierten und ich gern übersprungen hätte. Kleiner Tipp: Am unteren rechten Bildrand auf den grau-transparenten „weiter“ Button drücken- ich war wirklich gestresst, bis ich den gefunden hatte.
Aus psychologischer Sicht ein gut gemeintes und gemachtes Tool. Meine Stressoren waren „zu hohe Ansprüche“ und „Zeitmanagement“, die gut korrelieren und sich gemeinsam beheben lassen. Auch das mit den anregenden Tipps der Software. Zur Belohnung und den Kopf wieder runter zufahren nach der ganzen Reflexion, gibt’s noch zwei geführte Entspannungsübungen.
Damit wird das Wochenende sicher stress- frei!
Kostenlose Software ” Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit”
Stress- Arbeitsblätter von Werner Stangl
Do 20 Nov 2008
Erstellt von uschulte unter
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Die Finanzkrise und der daraus resultierende weltweite Abschwung haben etwas ausgelöst, was mit einem Tsunami vergleichbar ist. Die Finanzkrise ist das Erdbeben und die Riesenwelle der Abschwung, der unausweichlich kommt.
Allerdings gibt es hier Unterscheidungen innerhalb der Branchen, während die Bänker als erstes getroffen werden und bereits jetzt ohne Job in den Wellen schwimmen, erreicht der Tsunami eine Branche nach der anderen. Heute ist es mit BASF die Chemie-Branche, nächste Woche dann die Speditionen und am Ende die Tourismus-Branche, die es meist immer als letztes erwischt.
Die Finanzkrise ist da, die Welle rollt. Was kann man tun? Die Antwort ist ganz einfach: Nichts! Wir können uns auf einen Hügel stellen und hoffen, dass die Welle uns nicht erreicht, aber nasse Füße werden wir alle bekommen. Die einen mehr, die anderen weniger.
Viele spannender ist doch die Frage: Was kommt danach?
Es wird ohne Zweifel eine der schlimmsten Weltwirtschaftskrisen sein, die es je gegeben hat. Um es noch einmal zu verdeutlichen: Die letzte “Weltwirtschaftskrise” ist ca. 80 Jahre her und hatte ein System von faschistischen Regierungen zur Folge, welche die Welt dazu brachte sich in nicht geahnter Form zu bekriegen.
Natürlich habe ich in den letzten Monaten eine gewisse Schadenfreude entwickelt, wenn ich die Verlustmeldungen der Banken vernommen habe. Allerdings wird mir das Ausmaß dieser Krise immer deutlicher vor Augen geführt. Die Entlassungen dieser Tage sind nur der Anfang. Wo wird die Welt in einem Jahr stehen?
Mo 17 Nov 2008
Erstellt von mklaholz unter
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Ein Abend zu Zweit. Kerzenschein, Pianomusik im Hintergrund, das Essen stand der Unterhaltung in nichts nach. Späte Frage: Wer begleicht die Rechnung? Wer läd’ wen ein? Sie ihn, er sie? Fragt man nicht die Etikette sondern die Brieftasche, ist die Antwort eindeutig: er zahlt.
Das Statistische Bundesamt hat den Bruttostundenlohn von Männern und Frauen errechnet, mit dem Ergebnis, dass das stärkere Geschlecht bei gleicher Qualifikation deutschlandweit 23 % mehr verdient. Ja, da wird der Nachtisch sauer. Mit 19,13 Euro ist noch ein extra Dessert drin, während sie mit dem Bruttolohn von 14,46 Euro zwangsläufig auf ihre Linie achten wird. Da ist der Streit vorprogrammiert, der schöne Abend hin.
Gerechter geht’s im Osten zu, aber nicht unbedingt entspannter. Auch hier zahlt der Mann, doch sein Gehalt ist mit 6 % nur marginal höher als das seiner Begleiterin. Dennoch liegt Schwere in der Luft: Statt kerzenbeschienenen Klaviertönen sitzen „sie“ und „er“ bei Neonlicht in „Eddy’s Bulettenschmiede“, weil mit 13,09 bzw 12,39 Euro Stundenlohn nicht mehr drin ist.
Schon im letzten Jahr waren die Zahlen gleich. Und ich sehe, dass gerade in Brachen, in denen viele Frauen beschäftigt sind, im Gesundheits- und Sozialwesen, der industriellen Fertigung, unternehmensnahen Dienstleistungen wie Reinigungsarbeiten oder Call-Center, wenig bezahlt wird. Dass andererseits in allen dreißig DAX-Unternehmen nur eine Frau in der Führungsriege steht. Und entsprechende Stellen von Männern für Männer besetzt werden.
Aber ich treffe viele Schüler in meiner Woche. Und bei der Frage, ob Frauen und Männer gleich viel verdienen sollten, lautet die Antwort von der siebten bis zur dreizehnten Klasse immer: Natürlich! Die kommende Generation wird das nicht mehr mit sich machen lassen. Ich weis, auch nicht lassen machen müssen, weil ihre Mütter den Boden dafür bereitet haben werden.
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