September 2008


Gemeinsames Laufen mit dem Chef, Wochenendausflüge mit dem Team oder regelmäßige Think Tank Abende mit schwerem Rotwein und derben Witzen- Willkommen in der Welt der Firmenkultur! Von Ayurveda Gutscheinen statt Lohnerhöhung war im Vorstellungsgespräch nicht die Rede. Aber wo sollte man sich anpassen und wie sich seine Freiräume nehmen?

  • Arbeitszeit

Hier gibt`s leider wenig Spielraum. Wer in einem Unternehmen gelandet ist, in dem alle schon um sieben Uhr morgens am Schreibtisch sitzen, hat schlechte Karten auf den Nine-to-Five Job. Auf seine Rechte zu pochen bringt meist Einbußen mit sich: statt spannende Projekte zu bekommen unliebsame Restarbeit, man teilt sich das kleinste Büro mit dem stark transpirierenden Praktikanten, der Firmenparkplatz hat eine andere Postleitzahl.
Tipp: Informieren Sie sich als Berufseinsteiger über die Gepflogenheiten der Branche und sprechen Sie mögliche Erwartungen Ihres Arbeitgebers im Vorstellungsgespräch an. Für die Änderung der Arbeitszeit: Reden Sie über Ihre Leistungen, teilen Sie Vorgesetzten bewältigte Zwischenschritte mit und treten Sie mit Engagement, Motivation und eigenen Ideen in Vorleistung um zu zeigen, dass Sie auch erst um zehn ins Büro kommen müssen und noch ausgesprochen produktiv sind. If you don`t shows it, nobody knows it. Wollen Sie noch weiter weg und eigenständiger den Tag gestalten, bringen Sie das Home-Office ins Gespräch. Je selbständiger Sie arbeiten, desto wahrscheinlicher die Möglichkeit, auf offene Ohren zu stoßen. Bieten Sie eine Probezeit an, mit zunächst einem Tag in der Woche von zuhause aus tätig zu sein und vereinbaren Sie ein Feedback beider Seiten nach 30 Tagen. Und sein Sie ehrlich zu sich selbst: nicht jedem liegt die Arbeit in den eigenen vier Wänden.

  • Freizeit

Die Firma als Familie fordert von ihren Mitgliedern „Einbringen in die Gesellschaft“. Nehmen die Aktivitäten Übermaß und passen auch nicht in ihre Lebensführung, lehnen Sie Treffen und Events dankend ab. Freundlich, aber bestimmt. Ernten Sie Kopfschütteln oder unliebsame Äußerungen als Reaktion müssen Sie sich früher oder später wohl nach einem
Arbeitgeber mit mehr Freiraum umsehen.

  • Kritik

Ein Knackpunkt der familiären Intimität in Firmen ist, dass sich entweder niemand auf Schmusekurs traut, Kritik zu äußern (man will sich ja nicht weh tun), oder bei den kleinsten Sachen sofort sie Fetzen fliegen. Fordern Sie ihr Feedback ein und machen Sie deutlich, dass Ihre Kritik nicht persönlich gemeint ist, sondern der Sache dient. (Tipps zum Kritik äußern und Feedback hier).

  • Persönliche Bedürfnisse

Ist leider so: was anders ist, wirkt fremd und macht Angst, lässt Viele zumindest auf Distanz gehen. Sagen Sie offen, wenn sie Vegetarier sind oder aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol trinken. So verhindern Sie das Spekulieren und Tuscheln hinter Ihrem Rücken. Natürlich gibt es Grenzen. Bei intimen Themen sollten sich nicht verpflichtet fühlen, jedem ihr Herz zu öffnen. Ein naher Mensch, Freund, ansonsten der Vorgesetzte oder Chef ins Vertrauen gezogen, kann in Diskretion so manche Hinterlist oder Nachrede unterbinden.

Fakt ist, dass gerade Familien- und familiär geführte Unternehmen mit flachen Hierarchien besonders lang und erfolgreich am Markt sind. Intimität ist die eine Seite- Sicherheit, Ehrlichkeit, Vertrautheit und Vertrauen die andere.

Quelle: Unicum Beruf

Zunächst einmal: Die Bloggerszene feiert Geburtstag! Der Bewerberblog wird ein Jahr alt und Herzliche Glückwünsche gehen auch an die Karrierebibel und Jochen Mai, der schon im Juni seinen Erfolg feiern konnte. Last but not least eine Torte mit drei Kerzen für den JoBlog von Marcus Tandler, ein wirklich alter Hase, mit Freude am Pokerface und wohl so vielen Vielflieger-Punkten, wie ich sie in meinem Leben nicht erreichen werde. Alles Gute Euch!

Durch Marcus`Blog bin ich auch auf einen Harz IV-Empfänger gestoßen, der sein Hirn schon in die BILD Online Zeitung gewickelt haben muss. Mit ausgestecktem Mittelfinger zeigt dieser Schein-Anarcho, wie er den Sozialstatt besch.. , gut von Schwarzarbeit lebt und mit vier Handys ständig auf der Flucht ist und Finten legt, um Kontrolleuren der Arge nicht in die Hände zu fallen. Lebenswert scheint mir das nicht, sehenswert allemal, da seine Scharaden auch noch per „Lehrvideo“ festgehalten sind. Und wenn schon beim Film, dann bitte auch den Ruhm, weshalb schließlich auch noch sein vollständiger Name und das zuständige Amt genannt werden. Geschlafen hat er gern bis mittags, ausgeschlafen war er aber nicht. Auauau!

Jetzt zum Eigentlichen. Ich habe gestern The Dark Knight gesehen (Filmkritiken gibt`s genug, ich fand ihn unterhaltsam und definitiv charakterlich/psychologisch besser gezeichnet als die Verfilmungen vor Christopher Nolan), überrascht hat mich aber vorher die Werbung. Das Cineplex (Münster) machte großwandig auf eine Aktion mit dem Deutschen Kinderhilfswerk aufmerksam (gute Sache!), in satten Farben, mit schmeichelnden Klängen, bunten Kindern und in einer Länge, die nur noch von Marlboro-Spots getoppt werden könnte. Die ganze Darstellung viel dermaßen imposant aus, das mich die Frage beschlich: „Na, geht’s hier um Corporate Social Responsibility (CSR) in eigener Sache?“ Poliert das Kino sein Image durch soziales und ökologisches Engagement auf? Ritter Sport stellt für Kinder in Afrika Schulmaterial, Kelloggs spendiert Schulstunden, Krombacher kauft Regenwald oder Volvic Trinkwasser für Athiopien. Nach dem Motto: Tue Gutes und sprich darüber! Dann fallen auch die 9000 Lämmer auf der Commerz-Schlacht-Bank weniger auf.

Das Ganze kam mir, trotz Einbußen an den Kinokassen, unpassend vor und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Geld und Image bringt. Andererseits: Aufmerksamkeit wird erregt, viele Menschen erreicht und mein bitterer Nachgeschmack hat ausschließlich mit der Art der Präsentation zu tun. Aber Kino und CSR? Ich weis nicht…

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