August 2008
Monats Archive
Sa 30 Aug 2008
Erstellt von mklaholz unter
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Arbeit[2] Kommentare
Dass ich kein Freund des deutschen Bildungssystems bin und auch keine allzu hohe Meinung über die Bundesagentur für Arbeit habe, dürften Leser des Blogs ja bereits mitbekommen haben. Trotzdem bin ich zeitweilig überrascht, wie sich Synergien bilden und ich beide in einem Blog kritisieren kann, nein, leider muss.
Denn dass die Menschen, denen wir unseren größten Schatz, in Form unserer Kinder anvertrauen, und deren Ausbildung auch der Garant für die Qualifikationen, Fähigkeiten, Wissen und Leidenschaften unseres Nachwuchses sind, das also einige der Pädagogen als Saisonarbeiter tätig sind, war mir neu. Kein Scherz: Einige Bundesländer stellen gerade Jung- und Vertretungslehrer nur für ein Schuljahr ein und lassen sie in den Sommerferien „stempeln“ gehen. Die Arbeitslosigkeit steigt auffallend in den Monaten Juli und August (7000 Lehrer +) und sinkt dann wieder schlagartig mit dem neuen Schuljahr. Ich kennen aus meiner Arbeit als Bildungsreferent viele Lehrer und will den Job wirklich nicht machen (wollen sie die Hälfte des Tages mit einer Klientel verbringen, die null Bock auf Sie und Ihre Arbeit hat?), und einige von ihnen schwänzen definitiv einen anderen Beruf. Aber, gute Leute haben ihren Preis (über Managergehälter, die 140x höher sind als die der Belegschaft brauchen wir nicht reden)! Und der hat auch etwas mit Wertschätzung zu tun. Wie soll ich Schüler für Stoff interessieren, wenn meine Motivation mit daran hängt, ob ich sechs Wochen später überhaupt noch einen Job habe? Und in der Zwischenzeit meinem Deutschkurs Burger im Fast-Food-Restaurant serviere, um meine Miete zahlen zu können? Absurd. Das Land spart, der Staat springt ein und gezahlt wird es am Ende eh von jedem Einzelnen. Merkt er aber nicht, weil nicht bei jeder „sozial Subvention“ ein Beamter vor der Tür steht und den Obolus einfordert.
Der Bundesrechnungshof kritisierte schon im Jahr 2001, diese Praxis “reize die gesetzlichen Schutzbestimmungen des Arbeitsrechts bis an die Grenzen aus”, was die Bundesagentur schließlich veranlasste (nach nur sieben Jahre der Bewusstwerdung: soll man da schreien oder glücklich sein?), die fraglichen „Kettenverträge“ der Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, aber auch Niedersachsen und Rheinland-Pfalz unter die Lupe zu nehmen. Die zusätzliche Belastung an ALG I und II Zahlungen beläuft sich auf 17 Millionen Euro. By the Way: es fehlen 20000 Lehrer. Und natürlich die Mittel um sie zu bezahlen.
Ich finde dieses ganze Prozedere unglaublich. Und es zeigt mal wieder die schlechte, oder gar nicht vorhandene Lobby der Lehrer. Aber Würde ist in Sicht: zumindest Hessen und Rheinland-Pfalz haben Änderungen beschlossen.
Do 28 Aug 2008
Erstellt von uschulte unter
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Di 26 Aug 2008
Erstellt von mklaholz unter
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Arbeit[2] Kommentare
Die DuddlDaddlDiddl Maus wird 18. (unglaublich, kenne nichts hässlicheres in Form und Sprache), Sigmund Jähn ist seit 30 Jahren aus dem deutschen All zurück und die CSU macht Propaganda-Wahlkampf mit echsenhaften Endzeitparolen vom Kalten Krieg. Da schenkt mir zur Erheiterung des Deutschen liebstes Intellektuellenblatt “Die Zeit“ , zeilenweise planetenfern, einen possierlichen Artikel. Aussage des Werkes: Warum nehmen Arbeitnehmer nicht ihr parlamentsgegebenes Recht auf Bildungsurlaub in Anspruch?
Ja, endlich stellt mal jemand die Frage! Aber Bildungsurlaub? Was ist das eigentlich? Ja, und während der unbedarfte Redakteur über Art und Weise, Ort und Inhalt von Angeboten sinniert, schellt es an der Tür und fünf Antworten sehen mich elegisch an: Eine junge Mutter mit Kind, die meint, wenn sie in ihrer Situation auch noch Bildungsurlaub nehmen würde, wärs das in der Firma. Ein BWL Student im 5. Praktikum nach dem Abschluss mit der Frage: Kann ich den auch nehmen? Worauf hin ihm der graumelierte Mitfünfziger erwidert: Also in meiner Zeitarbeitsfirma gibt’s das für Ingenieure jedenfalls nicht. Ein derber Hustenanfall unterbricht ihn, die Sekretärin neben ihm greift sich im Schmerz den Hals: Wenn ich schon krank ins Büro gehe, krächst sie, um meine Stelle zu füllen, wie soll ich mir dann noch die Zeit für Bildung nehmen? Ich würde mich auch nicht trauen, weil meine Kollegen für meine „freie Zeit“ extra arbeiten müssten. Was das fürs Klima bedeutet muss ich wohl nicht sagen. Betretenes Schweigen. Hinter der Gruppe, versteckt und mit eingezogenem Kopf, steht ein Herr im Anzug, vor dem sich plötzlich eine Gasse bildet und den Blick auf ihn frei gibt. Zögernd sieht er auf und sagt: Ich gebe Arbeit. Und würde auch gern den Bildungsurlaub geben. Aber das ist mit 42 realen Arbeitswochen nach Urlaub, Krankheit oder Feiertagen bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht drin. Wortlos stiebt die Gruppe auseinander.
Wo Zeitarbeitsfirmen mit Niedriglöhnen boomen, Eltern in der Berufswelt massiv benachteiligt sind, „Glück“ für Viele heißt, von ihrer Arbeit leben zu können und das Gut Bildung schon in jungen Generationen so vernachlässigt wird, da gehen Zeit-Redakteure am Besten mit Politikern in den Bildungsurlaub, um Realität, Verantwortung, Nachhaltigkeit und Schadensbegrenzung zu lernen.
Artikel in der “Zeit”
Di 26 Aug 2008
Erstellt von uschulte unter
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Mal was Politisches aufgrund der Ereignisse der letzten Wochen in Georgien…
Nachdem sich der Nebel um die Schlachtfelder in Georgien verzogen hat, werden die Fragen nach dem “Warum?” immer lauter. Glaubt man den Schilderungen von Präsidenten und Unterhändlern auf Spiegel-Online, so könnte die Krise in Georgien nicht nur aus den bereits bekannten Gründen eskaliert sein. Haben die Amerikaner die Georgier mit falschen Informationen versorgt oder lügt der georgische Staatschef? Zwischen diesen beiden Fragen scheint sich die Wahrheit einzupendeln.
Bislang gelten die Russen als die Bösewichte in der Georgien-Krise, aber ist das wirklich so? Sind die Russen nicht vielmehr in eine Falle der Amerikaner gestolpert? Wem nützt die Krise eigentlich?
Der einzige Nutznieser der Krise mit Russland ist der Präsidentschaftskandidat John McCain! Der kalte Krieger kehrt aus seinem Umfragetief zurück, in welchem er vor der Krise steckte. Die amerikanische Angst vor einem aggressiven Russland machen sich die Republikaner zu Nutzen. Auf einmal ist John McCain wieder oben auf und kann mit starken Worten gegen Russland punkten.
Die Vorstellung, dass die Republikaner den kalten Krieg herauf beschwören scheint verrückt, doch ist sie es wirklich?
So 17 Aug 2008
Erstellt von mklaholz unter
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Arbeit1 Kommentar
Entgegen der Meinung von Bildungsexperten strömen immer weniger Studenten an die Unis. Trotz geburtenstarker Jahrgänge und 17% mehr Abiturienten und Menschen mit Fachhochschulreife, verzeichnet das Statistische Bundesamt 5% weniger Erstsemester. Ja, wo laufen sie denn? In die betriebliche Ausbildung, die mit 28% einen ernormen Zuwachs verbucht. Der überall beklagte Fachkräftemangel wird durch sinkende Studenten in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften weiter forciert.
Doch auch, wer sich für eine akademische Ausbildung entscheidet, hat nicht unbedingt die Möglichkeit, diese aufzunehmen. Numerus Clausus, Studiengebühren und Finanzierung des Lebensunterhaltes beeinflussen massgeblich die Lebensplanung. Vor allem die Zulassungsbeschränkungen zeigen, wie es um das deutsche Hochschulwesen steht: durch die betreuungsintensiveren Bachelor- und Master Studiengänge fehlen 1500 Professorenstellen. Verrückt! Es ist also de facto gar kein Platz da für mehr Studierende. Und: Nirgendwo ist die Abhängigkeit zwischen sozialer Herkunft und Bildung so groß wie in Deutschland (Sozialstruktur Analyse).
Was also tun? Klassenzüge ändern, Nur die Besten in den Lehrerstand holen, für die beste Ausbildung der Kinder, mehr Investition des Bundes in Bildung, keine Studiengebühren, keine Verschuldung aus Studiendarlehn, Erhöhung des Bafög, mehr Studienplätze und Professorenstellen. Und dann läufts? Die skandinavischen Länder, allen voran Finnland, zeigen es.
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