Mai 2008
Monats Archive
Mi 28 Mai 2008
Erstellt von mklaholz unter
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Ich pendle dreimal die Woche zwischen Soest und Münster mit der Bahn. Was eh schon ein Horror ist, weil in Hamm ein Hyper-Elektromagnetisches-Feld zu sein scheint, dass ständig für Zugausfälle sorgt und meine Weiterfahrt extrem stört, werden jetzt auch noch die Sitzplätze knapp. Nicht nur wer zur rush-hour unterwegs ist, wird bestätigen können, dass immer mehr Menschen mit der Bahn unterwegs sind. Ein Resultat des momentanen Ölpreises.
Und richtig: meine subjektive Wahrnehmung spiegelt sich in den Unternehmenszahlen wieder. Von Anfang des Jahres bis zum April konnte der Konzern 20 Millionen (!) Kunden im Nah- und Fernverkehr dazu gewinnen. Besonders gefragt waren ICE-Verbindungen, bei denen, auch statistisch erhoben, die meisten und zeitintensivsten Verspätungen auftreten. Mir ist völlig klar, dass auf 34000 km Strecke einiges passieren kann. Allein der traurige Rekord von ca. 1000 Suizidfällen trägt einen großen Teil zur schlechten Bilanz bei.
Aber ein Anliegen von Verkehrs- und Unternehmenspolitik müsste es sein, schnell und, wenn nicht schon effizient, dann doch effektiv, auf Veränderungen zu reagieren: Mehr Passagiere= mehr Wagen anhängen. Das ist ein Problem von Monopolen: veraltete Strukturen und Glaubenssätze, rigide Hierarchien, gepaart mit Ignoranz und „das haben wir nicht nötig, bisher ist alles noch gut gegangen“-Überzeugungen. Auch die Teil-Privatisierung dürfte Prozesse nur verschlimmern. Siehe die subway in London..
Mo 26 Mai 2008
Erstellt von mklaholz unter
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Ich habe mich nach dem letzten Blog an ein Gedicht erinnert, zum Thema „So führst du ein glückliches Leben“ und es nach einigem Suchen wiedergefunden.
Auch als „Lebensregeln von Baltimore“ bekannt, sollen die Zeilen, dem Volksmund nach, aus der Old St. Paul’s Church stammen und um 1692 entstanden sein.
Tatsache ist, dass Max Ehrmann 1927 das Urheberrecht der Desiderata für sich beanspruchte und es 1933 in Form von Weihnachtsgrüßen an seine Verwandten erstmals veröffentlicht wurde.
Es hat einige Mühe gekostet, das Gedicht zwischen alten Zeugnissen und noch älteren Liebesbriefen wiederzufinden. Nach einiger Recherche im Internet ist mir diese Übersetzung aber die Liebste, Greifbarste und vom Stil her Rundeste.
Mir hat sie jedenfalls heute schon beim ersten Ärgern mehr Ruhe, weil eine weitere Sicht gegeben. Klar versuchen wir das als reflektierte Menschen ständig, doch erinnert es mich mehr an meine „guten Vorsätze“ weil die Aussagen noch mal konzentriert als Satz im Raum stehen.
Viel Freude, oder zumindest Unterhaltung damit.
Desiderata
Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast und sei des Friedens eingedenkt, den die Stille bergen kann.
Stehe – soweit ohne Selbstaufgabe möglich – in freundlicher Beziehung zu allen Menschen. Äußere deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen zu, auch den Geistlosen und Unwissenden; auch sie haben ihre Geschichte!
Meide laute und aggressive Menschen, sie sind eine Qual für den Geist. Wenn du dich mit anderen vergleichst, könntest du bitter werden und dir nichtig vorkommen, denn immer wird es jemand geben, der größer oder geringer als du. Freue dich deiner Leistungen wie auch deiner Pläne.
Bleibe weiter an deiner eigenen Laufbahn interessiert, wie auch immer! Sie ist ein echter Besitz im wechselnden Glück der Zeiten. In deinen geschäftlichen Angelegenheiten lass Vorsicht walten; denn die Welt ist voller Betrug. Aber dies soll dich nicht blind machen gegen gleichermaßen vorhandene Rechtschaffenheit. Viele Menschen ringen um hohe Ideale; und überall ist das Leben voller Heldentum.
Sei du selbst; vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung. Noch sei zynisch, was die Liebe betrifft; denn auch im Angesicht aller Dürre und Enttäuschung ist sie doch immerwährend wie das Gras.
Ertrage freundlich und gelassen den Ratschluss der Jahre, gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. Stärke die Kraft des Geistes, damit sie dich im plötzlich hereinbrechenden Unglück schütze. Aber beunruhige dich nicht mit Einbildungen. Viele Befürchtungen sind Folgen von Erschöpfungen und Einsamkeit. Bei einem heilsamen Maß an Selbstdisziplin sei gut zu dir selbst.
Du bist das Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und die Sterne; du hast ein Recht, hier zu sein. Und ob es dir bewusst ist oder nicht: Zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorgesehen.
Darum lebe in Frieden mit Gott, was für eine Vorstellung du auch immer von ihm hast und was immer dein Mühen und Sehnen ist. In der lärmenden Wirrnis des Lebens erhalte dir den Frieden mit deiner Seele.
Trotz all ihrem Schein, der Plackerei und den zerbrochenen Träumen ist diese Welt doch wunderschön.
Sei vorsichtig.
Strebe danach, glücklich zu sein.
Do 22 Mai 2008
Erstellt von mklaholz unter
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Wer hat im Job nicht schon ein Motivationstief erlebt? Das Aufstehen fällt schwer, wichtige Arbeit stapelt sich auf dem Schreibtisch, weil man/frau sie vor sich herträgt, und der Tag will einfach nicht enden. Dazu noch die Fragen, die immer öfter in Schleifen durch den Kopf gehen: warum mache ich das hier eigentlich noch, ist es das, was ich wollte, und wo bliebe ich bei dem Ganzen?
Um seine Zufriedenheit am Arbeitsplatz (wieder)- zu finden, sollte man/frau zuerst die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und befriedigen.
1. Arbeit braucht neben der Anerkennung durch Lohn auch eine persönliche Komponente. Oft beschwingt ein Lob für eine erledigte Aufgabe schon unsere Bereitschaft, weiterzumachen. (siehe auch Artikel „Von großen und kleinen Affen). Das Belohnungszentrum im Gehirn (Nucleus Accumbens, medialer präfrontaler Cortex, medialer orbitofrontaler Cortex und ventrales Tegmentum) reagiert vor allem auf Emotionen, die eher durch ein persönliches Wort als der Vorstellung, sich vom Gehalt, als Belohnung, etwas zu gönnen, genährt wird.
Fehlende Wertschätzung im Beruf kann zu emotionaler Erschöpfung führen, bei der langfristig auch keine Auszeit in Form von Urlaub hilft. Dabei können Sie selbst den ersten Schritt tun: würdigen Sie sich! Schauen Sie sich ihre Arbeit in den letzten Wochen, Monaten oder gar Jahren wohlwollend an, ohne die „das war doch nichts“ oder „das haben andere auch gemacht“ Abwertung. Sehen Sie sich wie einen guten Freund. Reflektieren Sie den Tag und machen Sie sich klar, welche Prozesse Sie heute gesehen, gesteuert und gelöst haben. Was waren neue Aufgaben, die Sie bewältigt haben, und was haben Sie gelernt. In welches „Fettnäpfchen“ sind Sie nicht mehr getreten? Wenn Sie selbst stolz auf Ihre Leistung sind, öffenen Sie auch den Weg, damit wahrgenommen zu werden und sich zu loben ohne das für aufgesetzt zu halten. Geben Sie den Menschen Ihrer Umgebung auch eine Möglichkeit zu loben.
Ein Satz von der Theaterbühne: If you don`t shows it, nobody knows it.“
2. Akzeptieren Sie Ihre Schwäche. Niemand kann jeden Tag 100% Leistung bringen. Dazu ist die Maschine Mensch allein schon zu komplex. Unsere Motivationskurve sieht so aus:
Steiler Anstieg mit der neuen Aufgabe, ein Punkt der Sättigung, wir scheinen nicht weiter zu kommen, die Arbeit wird zäh, geht nicht mehr so leicht von der Hand, schlimmer noch: wir werden langsamer, brauchen mehr Zeit, verzetteln uns in zu vielen Informationen, die wir gesammelt haben, um weiterzugehen. Die Kurve fällt, in das „Tal der Tränen“, wie es Psychologen nennen. Das ergeht jedem so, ohne Ausnahme. Wenn Sie Biographien von erfolgreichen Menschen aufmerksam lesen, werden Sie auf dieselbe Kurve und auch eine Er-Lösung treffen: Dranbleiben! Weitermachen- auch wenn`s schwer fällt und eine Weile die Leistung nicht zu erhöhen ist. Wie leicht war das noch, wieder mit dem Sport zu beginnen, die ersten 5 Kilometer nach einem Monat durchzulaufen, und wie schwer waren die letzten Laufeinheiten bis zum Marathon. Genau so ist der Weg. Das Gute: nach dem Tal kommt ein neuer Berg, die Kraft bündelt sich und sie überholen sogar noch das Topniveau, das sie vor der ersten Krise erreicht hatten. .. Bis zum nächsten Tal, aber das Prozedere kennen Sie ja schon und lassen sich nicht weiter verunsichern.
3. Suchen Sie sich Rückenstärkung. Der Partner erfüllt eine wichtige Position: er ist Vertrauensperson. Er liebt, uneingeschränkt, und er kennt uns. Darf hinsehen- in Stärke und in Schwäche. Anteilnehmen und kritisieren, wenn wir uns verrannt und den Überblick verloren haben. Freunde können ähnliche Ressourcen bereithalten. Eventuell Kollegen. Aber Vorsicht: wählen Sie die Personen sorgfältig aus. Nicht jeder geht mit Ihrer Situation verantwortungsvoll um und kann Informationen in Konkurrenzkämpfen missbrauchen.
4. Bilden Sie Netzwerke und gute soziale Bindungen. Je mehr Verantwortung wir im Beruf tragen, desto mehr laufen wir Gefahr, uns zu isolieren und im Elfenbeinturm einzuschließen. Wir analysieren, entscheiden und setzen selbst durch, bekommen keinen Anregungen von außen mehr und schränken damit unsere Weiterentwicklung ein. Was bliebt sind energiefressende Alleingänge und die Kraft dafür kommt hauptsächlich aus uns selbst.
Zu Guter Letzt: Haben sie Geduld und ein „liebendes Auge“ auf sich. Wir sind zu oft unseren Ansprüchen ausgeliefert und kompromisslos Verurteilter, Richter und Henker in einer Person. Da gibt es kaum eine Rettung. Was an emotionaler Leere über einen langen Zeitraum angewachsen ist, braucht auch Zeit sich zu verändern und zu verschwinden. Was wartet ist ein neues Wohlbefinden, dass Arbeit erleichtert und nicht mehr eigene Ressourcen verbraucht. Eine andere Form des „Homo Oeconomicus“.
Fr 16 Mai 2008
Erstellt von mklaholz unter
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An der University von Atlanta haben Sarah Brosnan und Frans de Waal Experimente mit Kapuzineraffen gemacht, die auch Aussagen darüber zulassen, wie wir Menschen mit De- und Motivation umgehen, und dass das Verhalten unserer „primitiven“ Artgenossen auch uns scheinbar in den Genen steckt.
Die beiden Forscher boten ihren Versuchstieren im Tausch um einen Granitstein Gurkenstücke an. Gurke-lecker, empfanden die Affen, und gaben recht zuverlässig, bis ein Artgenossen für dieselbe Leistung eine Traube bekam. Traube-lecker, Gurke –doof, war der Tenor und fortan kam nur noch in 50% der Fälle ein Handel zustande: entweder wurde der Stein nicht gegeben, die Gurke nicht angenommen oder durch den Käfig geworfen. Bekam der eine Affen eine weitere Traube, ohne etwas dafür tun zu müssen, fiel die Tauschquote der Anderen auf ca. 20%.
Interessanter Transfer: Was können Führungskräfte von unseren Vorfahren lernen?
Wer seine Mitarbeiter durch Belohnung anspornen will, läuft Gefahr die Übrigen zu demotivieren. Jede Auszeichnung für den Einen reduziert zwangsläufig die Anderen. Belohnung sollte leistungsbezogen sein, wenn alle gelobt werden, wird die gute Tat sinnleer.
Ein weiterer Pferdefuß ist schon seit längerem in der Arbeitspsychologie bekannt: die gut gemeinte Belohnung als Anerkennung (extrinsische Motivation) verringert bei selbst-motivierten Mitarbeitern (intrinsische Motivation) die Leistungsbereitschaft. Der Effekt wendet sich ins negative, weil zu jedem Beitrag ein extra Schmankerl erwartet wird. Schlimmere Folgen birgt ein Anreiz mit Zuckerguß: eine im Verhältnis zu große Aufmerksamkeit kann den Teamgeist erheblich stören.
Es braucht also besondere Qualitäten des Vorgesetzten, mit seinem Belohnungssystem ökonomisch umzugehen, ohne mehr Schaden als Nutzen anzurichten und sich und andere zum Affen zu machen.
Mi 14 Mai 2008
Erstellt von mklaholz unter
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Wer untätig auf der Couch bei Chips und Cola den Abend verbringt, trägt nicht mehr nur ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen und Fettstoffwechselstörungen, Adipositas oder Diabetes mellitus, nein, er verdummt.
Gehirnschwund, Demenz, Alzheimer, Parkinson, verminderte Denkfähigkeit sind Einschränkungen, die besonders in der Gruppe der „Sport-Abstinenzler“ beobachtet wurden. 66% der Männer zwischen 39 und 69 Jahren und 51% der Frauen selben Alters gelten in Deutschland als „Übergewichtig“, was einem BMI (Gewicht:Größe²) von 25-29,9 entspricht.
Das „Problem“ besteht darin, dass unsere Vorfahren („homo habilis“ vor 2,5 Mio. Jahren bis zum „Homo sapiens sapiens vor 120000 Jahren“ als Jäger und Sammler waren und das Gehirn wegen ihrer Lebensumstände immer neue Reiz und Bewegung bekommen hat. Und heute noch braucht. Wir haben uns zwar zivilisatorisch weiterentwickelt, aber vom Stoffwechsel her noch ein „altes“ Gehirn. Und weil es kein Update gibt, muss es weiter nach alter Art versorgt werden. Die Mehrdurchblutung durch Bewegung führt zur Bildung neuer Blutgefäße, neue Nervenzellen wachsen und sogar Depressionen sind durch Sport ebenso therapierbar wie mit Psychopharmaka, da körpereigene Endorphine ausgeschüttet werden, die Hochgefühle mit sich bringen.
Das morgendliche Laufen im Park ist also genauso „brain-jogging“, und dient als Prävention für spätere mögliche Erkrankungen.
Quarks &Co
Der Spiegel: faul macht dumm