Januar 2008


In diesen Zeiten der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung werden Zusatzqualifikationen immer wichtiger. Sei es zur Berufssicherung, zum Aufstieg in einem Unternehmen oder Selbstständigkeit, die akademische Weiterbildung bietet zahlreiche Karrierechancen.

Die Zulassung wird meist an einem abgeschlossenen Fachhochschul- oder Universitätsstudium festgemacht. Aber auch qualifizierte Berufstätige können durch eine Eignungsprüfung zugelassen werden. Der Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf plus Berufserfahrung gelten dann als Mindestvoraussetzung. Ein berufsbegleitendes Zertifikationsstudium kann ohne Hochschulabschluss aufgenommen werden.

Den Weg zum Studium neben dem Beruf beginnen Sie am Besten bei den Unis selbst. Suchmaschine, Uni-Namen und einen größeren Ort in der Umgebung eingeben, und schon landen Sie beim Online-Auftritt verschiedener Hochschulen.

Das Menü, bzw. die interne Suchmaschine, leitet Sie durch die Eingabe von „Weiterbildung“ zu entsprechenden Programmen weiter. Sie finden dort Informationen über Inhalte berufsbegleitender Studiengänge und Ansprechpartner , sollten aber auch bei Ihrem eigenen Arbeitgeber herausfinden, ob er schon mit einer Hochschule kooperiert hat und regelmäßig Teilnehmer entsendet.

In der Regel dauert ein Studium zwischen zwei und zweieinhalb Jahren und teilt sich an einer Hochschule in Präsenz und Selbstlernphasen. Während in Präsenzphasen (Veranstaltungen am Wochenende) kompakt Wissen vermittelt wird, dass typische Problemstellungen und Entwicklungsfragen aus dem beruflichen Alltag aufgreift, bezieht sich die Selbstlernphase auf das Anlesen von relevanten Inhalten zuhause und dient als Grundgerüst für die Präsenzzeit. Im Selbststudium können die erworbenen Kenntnisse direkt im Unternehmen angewandt und vertieft werden. Frau/Mann bleibt also die ganze Zeit am Ball und kann auch gleich in der Praxis „üben“.
Eine weitere Variante bietet das Fernstudium. Das Studium dauert genau so lange, kann aber flexibler gestaltet werden. Je nach Terminplan eignet man sich das Wissen in interaktiven Internetkursen, per CD-Rom oder DVD an. Selbst mündliche Prüfungen können durch Videokonferenz abgenommen werden. Lediglich das Schreiben von Klausuren bedingt eine Reise in eines der 60 Studienzentren. Ein Fernstudium an der Uni Hagen schlägt etwas mit 200 Euro pro Semester zu buche und ist damit günstiger, als ein derzeitiges Hauptstudium.

Apropo Kosten: Was kostet der Spaß? Für ein zweieinhalbjähriges Weiterbildungsstudium muss man mit ca. 20.000 Euro rechnen. Dabei gibt es bei Absprache mit dem Arbeitgeber die Möglichkeit, die Summe zu teilen. Andernfalls bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (Bafög, Stipendium) oder die Studienberatung Unterstützung.

Weiterbilder sind gerngesehen, da sie oft kritischer, berufserfahren und anspruchsvoller sind als junge Studenten. Sie bereichern mit Ihrem Praxisbezug und bringen Beispiele aus dem Alltag. Eine Herausforderung für jeden Professor.

An der Heidelberger “Willy-Hellpach-Schule” steht, deutschlandweit einmalig, in diesem Schuljahr “Glück” auf dem Lehrplan.

Wo im Bildungskanon immer wieder der Ruf nach Sekundär Tugenden wie Sauberkeit, Fleiß, Disziplin, Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ordnungssinn, Höflichkeit, oder Treue und Gehorsam laut wird, setzt die Schule ein neues Modell ein. Nur die Beurteilung durch Kopfnoten bringt wohl kaum verstandenes Handeln zu den Schülern.

Die Einführung des Fachs trägt der Tatsache Rechnung, dass traditionelle soziale Netzwerke, wie etwa die Familie, nur noch bedingt in der Lage sind, herkömmliche Normen, Traditionen, Verhaltensweisen, Konventionen etc. zu vermitteln, die aber Grundlage für ein zufriedenes und erfolgreiches Leben des Einzelnen sind und die Basis für eine intakte Gemeinschaft darstellen.

Als Grundlage dient der aristotelische Glücksbegriffe (Glück als Ziel des guten Lebens). Es soll vermittelt werden, dass Glück erlernbar ist und sich im glücklichen und erfolgreichen Tun widerspiegelt, der Mensch also selbst für sein Glück verantwortlich ist.
„Ziel ist die Förderung von persönlicher Zufriedenheit, Selbstsicherheit, Selbstverantwortung und sozialer Verantwortung“, sagt Direktor Ernst Fritz-Schubert. Dabei geht es in dem Pilotprojekt nicht darum, das Negative auszumerzen, sondern das Positive zu verstärken. Die Jugendlichen sollen empfänglich für Glücksmomente sein und sich Wege für ihr eigenes dauerhaftes Glück suchen können.

Wo Eigenständigkeit immer mehr gefragt wird (Stichwort: persönliche und soziale Kompetenzen) kann Schule mit Frontalunterricht nur zum Lernen erziehen. Alles andere fällt hinten runter und bildet den Einzelnen nicht fürs Leben. Das Fach Glück bildet und kultiviert, in dem es die persönlichen Anlagen und Möglichkeiten der Jugendlichen aufnimmt und weiterentwickelt.
Wegen der individuellen und subjektiven Auffassung von Glück sollen sich die Schülerinnen und Schüler eine eigene Wertehierarchie erstellen und selbst mögliche Wechselwirkungen einzelner Prozesse erfahren dürfen. Dazu gehört auch, Werte und Ziele anderer zu erkennen und anzunehmen. Perspektivenwechsel und Hineinversetzen in das Gegenüber als Unterrichtsinhalt. Bravo.

Zu den Dozenten der Kurse gehören auch externe Lehrkräfte wie Wissenschaftler, Psychologen und Künstler. Diese werden unterstützt durch den Schulleiter, aber auch durch Ethik-, Biologie-, und einen Sportlehrer, der auch Arzt ist.

Bleibt zu hoffen, dass das Projekt tatsächlich zum Ziel führt und dann weiter Schule macht. Ich jedenfalls hätte mir zu meiner Schulzeit mehr Raum und Angebote zur Eigenentwicklung
gewünscht.