Oktober 2007


Immerhin schon 38 Prozent der Deutschen haben online nach einem Job gesucht, das zumindest behauptet eine neue Studie der ITK. Die Akzeptanz sich mit einer Online-bewerbung beim Unternehmen zu präsentieren steigt ebenfalls zusehens. Immerhin schon 17 % gaben an, dass sie sich online bei einem Unternehmen bewerben und ganz auf die Bewerbungsmappe in Papierform verzichten.

Junge Unternehmen wie ulmato.de bieten hierfür eine ideale Plattform. Für Studenten und Schüler sogar ganz kostenlos, eine Variante die begeistert. Denn hauptsächlich junge Menschen bewerben sich über das Internet, bei den älteren herrscht hier noch ein wenig Skepsis, vielleicht auch wegen der mangelnden Kenntnisse.

Damit eine Online-Bewerbung aber überhaupt eine Existenzberechtigung hat, sollte hier der gleiche Qualität an den Tag gelegt werden, wie bei der alten schriftlichen Bewerbung mit der teuren Bewerbungsmappe.

Die Bildzeitung hat mit ihrem Statement “seit 20 Jahren keine Lohnerhöhung” eine neue Debatte losgetreten. Der Bundesverband junger Unternehmer (BJU) hat sich zu einem Statement hinreißen lassen und gibt natürlich kontra.
Sie behaupten einfach, dass die Deutschen in den letzten 20 Jahren immer weniger arbeiten und deshalb quasi die Lohnerhöhung durch mehr Freizeit ausgeglichen wird. Wir hätten weltweit die meisten Feiertage und auch die geringste Wochenarbeitszeit.
Wir haben im Durchschnitt mehr Freizeit als Arbeitnehmer in anderen Ländern, das mag sein (obwohl das im meinem Bekanntenkreis gefüllt nicht der Fall ist). Sie haben aber schlicht und ergreifend den Faktor der Produktivität nicht berücksichtigt. Wir arbeiten immer effizienter, weil wir immer besser und schneller arbeiten. Mit anderen Worten bedeutet das, wenn wir unsere Aufgaben in 1 Stunde erledigen, brauchen die Arbeitnehmer in anderen Ländern für diese Aufgabe 2 Stunden.
Wenn man nun diesen Sachverhalt berücksichtigt, so sieht das ganze doch schon anders aus. Die Arbeitszeit in Deutschland mag sich verringert haben, aber in gleichem Maße hat sich die Produktivität auch erhöht.
Was wirklich fast gleich geblieben ist, dass ist der Nettolohn der Arbeitnehmer. Ich mache es ja nur ungern, aber in diesem Fall hat die Bildzeitung wirklich recht.
Der BJU hat also unrecht, Forderungen nach höheren Nettolöhnen sind legitim.

Kaum zu glauben, aber wahr. Es gibt nicht viele Situationen im Leben eines Menschen, wo dieser mit gutem Gewissen eine Lüge aussprechen kann. In einem Vorstellungsgespräch kann dies aber durchaus der Fall sein, und dazu noch völlig legal.

Es gibt sehr viele unzulässige Fragen, die Personalentscheider gerne Bewerbern stellen. Wer diese Fragen beantwortet kann punkten, wer die Antwort verweigert oder gar auf die Rechtslage bezüglich der Fragestellung hinweist, der hat in der Regel sehr schlechte Karten auf den begehrten Arbeitsplatz. In so einem Fall ist es daher eher angebracht die Frage zu beantworten, der Bewerber muss dies aber keinesfalls wahrheitsgemäß tun. In so einem Fall ist die Notlüge erlaubt.

Fragen dieser Art sind Folgende: Wollen sie mal Kinder haben? Haben sie irgendwelche Krankheiten? Im Prinzip also alle Fragen, die die Persönlichkeit des Bewerbers verletzen, oder zu sehr in die Privatsphäre gehen.

Sollten Sie diese Frage dennoch ehrlich beantworten und wissen, dass sie aufgrund dieser illegalen Frage nicht den Arbeitsplatz bekommen haben, dann haben Sie das Recht, das Unternehmen zu verklagen. Dies sieht unter anderem auch das neue “Anti-Diskriminierungsgesetz” vor. Machen Sie sich in jedem Fall vor einem Vorstellungsgespräch schlau, welche Fragen erlaubt und welche verboten sind.

Die Nation kann wieder ausatmen…

Die Zahlen sind noch nicht offiziell verkündet, aber die Experten sind sich einig. Die Arbeitslosenzahlen im September werden wieder deutlich sinken. Es wird von einer Senkung auf 3,6 Millionen Arbeitslose ausgegangen, das wären 100.000 weniger als im letzten Monat und 650.000 weniger als im September des Jahres 2006.

Was offen bleibt ist die Frage, ob sich der Trend fortsetzen wird. Die Experten gehen von einem weiteren Wirtschaftswachstum aus und sehen weitere Beschäftigungsmöglichkeiten. Lediglich die momentane Finanzkrise kann hier eine leichte Delle schlagen, aber dann auch erst im nächsten Jahr.

Die Frage ist aber in erster Linie: Profitieren die Arbeitslosen oder Staat von dieser Entwicklung? Nun, der Staat vielleicht, weil er Mehreinnahmen durch Lohnsteuer erzielt, aber mehr konsumieren können die neuen Arbeitskräfte in der Mehrzahl nicht. Weshalb dies die Binnekonjunktur auch nicht ankurbeln kann.

Die Jobs entstehen in erster Linie in den Leiharbeitsunternehmen. Bedeutet, harte Arbeit für wenig Geld! Auch die Kombilöhner sehen hier alt aus. Tenor: Arbeit lohnt sich nicht. Zumindest nicht mehr für alle Arbeitnehmer. Die Gehaltsschere klafft immer größer und Steigerungen bei Löhnen gibt es wenn überhaupt nur in minimalem Umfang.

Das Resümee aus den sinkenden Zahlen ist daher: Schön für den Staat, aber sonst nichts.

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